Hier im Blog war nun fünf Wochen Ruhe. Das lag daran, dass wir eine Reisepause eingelegt haben und es wenig Interessantes zu erzählen gab. Wir sind zurück zu unserer „Base“ in Bulgarien gefahren, um dort ein paar Dinge zu erledigen, zum Beispiel uns „boostern“ zu lassen, uns um Krankenversicherung, Arzttermine, Umschreiben der Papiere für unseren treuen Passat „Hans“ und um unsere „Base“ zu kümmern. Jan war auch kurz auf Familienbesuch in Deutschland, während ich in Bulgarien die Stellung gehalten, online gearbeitet und die Renovierungsarbeiten am „bulgarischen Gartenhäuschen“ betreut habe.

Das „Gartenhäuschen“

Bulgarisches Gartenhäuschen? Sowas in der Art. Wir haben im April in Bulgarien ein kleines „Anwesen“ aus 92 Jahre altem „Gartenhäuschen“ und 200 Jahre altem „Haupthaus“ gekauft. Als „Base“ für Zeiten, in denen die Welt wieder ein wenig aus den Fugen gerät. Als Base für Reisepausen wie jetzt, die es immer wieder braucht, um Organisatorisches abzuarbeiten. Eine Base in einem Land, in dem wir dank Aufenthaltstitel nicht nach kurzer Zeit schon wieder raus müssen. Eine Base mit perfekter Infrastruktur (Glasfaser Internet!), um effektiv und zügig arbeiten zu können, denn wir haben immer noch nicht im Lotto gewonnen und arbeiten daher, um die Reisekasse zu füllen. Eine Base in einem Land mit super Wetter, extrem guter Essens- und Lebensqualität und unglaublich gastfreundlichen Menschen. Mehr dazu im Blogartikel von damals: „Wir haben eine Base gekauft„.

Im Frühling dachten wir schon, alle „Schätze“ (Antiquitäten aus der 200-jähiren Geschichte des Hauses) und Überraschungen gefunden zu haben, aber in den letzten Wochen machten wir im „Gartenhäuschen“ doch noch ein paar schöne Entdeckungen: zum Beispiel die tollen Natursteinwände unter dem Wandputz oder die herrlichen Deckenbalken und den gemauerten Backofen unter dem Putz des Badezimmers! Wenn das „Gartenhäuschen“ fertig renoviert ist, soll es über Airbnb anderen Reisenden ein „Zuhause in der Ferne“ sein und ihnen Reisepausen in bester Infrastruktur ermöglichen. Und in ganz, ganz ferner Zukunft, wenn wir uns wieder vorstellen können, zwischen Wänden eingesperrt in Wohnhaft an einem einzigen Ort zu leben, hätten wir dann eine Bleibe. Die 5 Wochen Stillstand waren für uns mehr als genug, wir schließen jetzt die Haustür ab und ziehen weiter.

Obwohl unsere bulgarische Base zurzeit eher einer Baustelle und Schlammschlacht gleicht, haben wir trotzdem andere Reisende empfangen und lange Abende unter Gleichgesinnten verbracht. Zu Besuch waren zum Beispiel zwei Deutsche Reisende, Anja und Till mit ihrem Defender, die uns ein Bekannter von drei Dörfern weiter vorstellte. Sie waren auf Haussuche in Bulgarien („ihr wisst doch bestimmt was!“), und wir konnten ihnen tatsächlich erfolgreich ein Haus vermitteln. Im tiefen Schneegestöber kamen Ende November die „ADV Hoppers„, zwei uns bis dahin unbekannte Reisende aus Belgien und Polen mit ihrem „Luxus Kittymobil“ namens „Kamyk“, die unsere heiße Dusche und eine warme Kochgelegenheit genossen. Mit ihnen und unseren Reisefreunden Jenni und Flo aus dem „Katastrophenschutzbus“, die wir zuletzt in Georgien gesehen hatten und die im Sommer schon in unserer bulgarischen Waschmaschine Wäsche gewaschen hatten, sind wir als große, internationale Langzeitreise-Bande über den hiesigen Weihnachtsmarkt gezogen. Jenny und Flo nutzen unser Glasfaser Internet, um zu arbeiten und unseren Stromanschluss, um in ihrem Bus das Stromnetz neu aufzubauen. Und natürlich auch die Waschmaschine und heiße Dusche. Die heiße Dusche ist bei uns übrigens unterm Birnbaum. Ihr glaubt gar nicht, wie toll es ist, unterm funkelnden Sternenhimmel unter der heißen Dusche zu stehen oder sich das heiße Wasser über den Rücken laufen zu lassen, während Fledermäuse um einen herumhuschen…

Und weil wir ein Haus und keine Fessel gekauft haben, ziehen wir nun weiter. Wir sind schließlich Reisende und nach 5 Wochen an einem Ort juckt es uns sehr in den Füßen, weiter zu ziehen. Seit letzter Woche ist in Skandinavien „richtig Winter“ und es macht Sinn für uns, nach Helsinki zu fliegen. Warum nochmal Helsinki? Nun, seitdem wir im Oktober unseren VW Bus „Kittymobil“ vor dem kasachischen (und russischen) Zoll „gerettet“ haben (mehr dazu hier: Wir retten Kittymobil vor dem Zoll), parkt unser Zuhause in Helsinki und ein lieber Freund passt darauf auf. Weil der eigentliche Plan war, nach dem Winter 2019/2020 in Sibirien und der Mongolei die Winterausrüstung von Kittymobil für eine Fahrt im Winter 2020/21 über den Pamir Highway zu nutzen, kam schnell die Idee auf, das Equipment stattdessen in Skandinavien einzusetzen, wo es auch „echten Winter“ gibt. Bevor wir von Helsinki zurück nach Georgien flogen, haben wir daher Kittymobil auf die sibirischen Spikereifen gestellt und mit Additiven etc. für das vorbereitet, was wir „Winter“ nennen und lieben. Und das hat mit dem, was Ihr „Winter“ nennt, fast nichts zu tun. Wer uns noch von unserer EISREISE, unserer Hochzeitsreise mit zwei Motorrädern im Winter ans Nordkap (Buch: EISREISE) kennt der weiß, dass „richtig Winter“ eine magische Zauberwelt voll „Feenstaub“ ist und insbesondere nördlich des Polarkreises die Welt in traumhafte Pastellfarben getaucht ist. Wir zeigen es Euch in den nächsten Monaten! Die beiden Tage „Winter“ mit wunderschönem Schnee hier in Bulgarien haben die Vorfreude nur gesteigert.

Unsere derzeitige Wohnküche und Arbeitszimmer in Bulgarien

Wer uns auf Instagram oder Facebook in den Stories verfolgt, der weiß, dass wir die Reisepause auch dazu genutzt haben, unsere Fotos der letzten 5 Monate Reise zu sortieren und das Videomaterial zu sichten. So sind die Fotoalben über unsere Reise durch den Irak, die 2,5 Monate Türkei, unseren x-ten Aufenthalt in Georgien und unsere „wilde Fahrt durch Russland“ jetzt fertig und online anzuschauen. Die Fotoalben zur Landesküche (jedes neue landestypische Gericht ein Bild mit Beschreibung) und Betten (jedes neue Bett ein Foto mit Preis, Beschreibung und ggf. Buchungslink) sind auch ergänzt. Jan war fleißig und hat alle Videos unserer Zeit in der Türkei fertiggestellt. Es sind insgesamt sechs Filmchen geworden, die ein Land fernab dessen zeigen, was man davon denkt zu wissen: Playlist Türkei. Ein Video zum Irak gibt’s natürlich auch: Region Kurdistan Irak

Die Reisepause war auch nötig, um ein paar Ärzte abzuklappern. In Bulgarien sind wir mittlerweile für 13 € im Monat „Kassenpatienten“ im staatlichen und somit EU Gesundheitssystem und genießen es wirklich. Ich sollte beispielsweise 4-6 Wochen nach der georgischen Diagnose „Knochenmarködem im Oberschenkel“ nochmal ein MRT zur Kontrolle machen. Dazu bin ich in Bulgarien zum Orthopäden, der mir eine Überweisung für ein MRT gegeben hat, welches ich schon zwei Stunden später (ja, „Stunden“, nicht „Monate“!) hinter mir hatte. Der Knochen heilt, gute Nachrichten! Der Biontech Booster und die Grippeimpfung (bin Risikopatient) schwappen nun auch im Blut, Jan hat die Zähne wieder schön und den Hals wieder gesund und wir sind bereit für das nächste Abenteuer.

Der Plan? Tja, Pläne sind nicht so unser Ding. Ganz grob: wir werden uns so lange in Skandinavien aufhalten, wie unsere sibirischen Spikereifen dort Sinn machen. Sobald wir die Sommerreifen wieder aufziehen können, denken wir über weitere Pläne nach, die über eine Abreise aus Skandinavien hinausgehen. Weil ja niemand weiß, wie die Welt dann aussieht, machen wir uns erst dann Gedanken, wenn es absehbar ist. Bis dahin genießen wir den „echten Winter“ und den Luxus unseres schwer vermissten Zuhauses auf vier Rädern. Nach rund 1,5 Jahren zu zweit in einem VW Passat (unser „Hans“) ist ein T4 wirklich eine riesengroße Luxusbude! Was freuen wir uns schon sehnlichst auf Zuhause!

Unser treuer Passat Hans macht jetzt nach 45.000 problemlosen Kilometern erstmal Pause und wird in Bulgarien eingelagert. Natürlich behalten wir ihn, keine Sorge! Noch nie haben wir 900€ so gut investiert wie vor 1,5 Jahren für den guten Hans. Er macht nur wohl verdienten Winterschlaf. Wir fahren am Dienstag mit dem Bus nach Sofia, schlendern dort nochmal gemütlich über den Weihnachtsmarkt und fliegen dann am Mittwoch über Istanbul nach Helsinki. Bis es Neues von dort gibt, schaut doch unser aktuellstes Video über eine Region in der Türkei, in die sich selten Reisende verirren: Hakkari. Warum? Hört zu, was wir dort zwei Nächte erlebt haben:

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