Schlafzimmer

das Salewa Sierra Leone III Dreimannzelt

Wir beide schlafen seit mehr als 20 Jahren lieber in der Natur als in festen Behausungen und haben auf unzähligen Reisen die Ausrüstung verfeinert, sortiert und verbessert. Hier stellen wir Euch vor, was mit auf Weltreise kommt.

2016 haben wir uns zu Weihnachten ein neues Zelt schenken lassen, das uns bisher erst ungefähr 20 Nächte beherbergt hat und somit weltreisetauglich ist: das Salewa Sierra Leone III. Dabei handelt es sich um ein Dreimannzelt, damit wir im Zelt genug Platz haben, um auch unsere gesamte Motorradbekleidung trocken aufzubewahren. Jeder hat auf seiner Seite einen eigenen Eingang mit Apsis, um auch das Gepäck trocken zu verstauen und gut durchzulüften. Die Apsis ist auch groß genug, um darin bei Mistwetter kochen zu können.

Zelt am Meer

Uns war wichtig, dass das Zelt auch ohne Heringe steht, um es auch auf sehr hartem oder steinigem Boden aufstellen zu können. Außerdem sollte das Innenzelt als vollwertiges Zelt für luftige Nächte in großer Hitze nutzbar sein.

Silke in Armee-Poncho

Viele kaufen zum Zelt die passende Zeltunterlage. Doch das ist ein Gepäckstück ohne wirklich größeren weiteren Nutzen und zudem nicht billig. Wir haben zwei Armee-Ponchos dabei, welche aus Ripstop Nylon gefertigt sind und ein sehr kleines Packmaß haben. Ein solcher Poncho dient nicht nur als Zeltunterlage auf steinigem Boden, sondern auch als Tarp zum Schutz vor Regen oder Sonne, als Motorad-Abdeckplane und natürlich auch als Poncho bei Mistwetter. Ein Poncho kostet 17€ und leistet viel mehr als eine Zeltunterlage mit doppeltem Packmaß und bis zu vierfachem Preis.

uralten Therm-a-Rest Isomatten

Wir schlafen beide auf unseren alten, uralten Therm-a-Rest Isomatten, auf denen wir schon mehrere Lebensjahre verschlafen haben. Meine ist die Ultralight Variante aus dem Jahr 1997. Ja, das ist die mit dem ausgestanzten Schaumstoff drin, die so dünn scheint, als läge man damit direkt auf dem Boden. Nun ja, der Schaumstoff ist tatsächlich ausgestanzt, aber ich habe schon viele Winternächte darauf geschlafen, ohne zu erfrieren. Ich habe ja noch das Schaffell von der Motorradsitzbank, welches in Winternächten vor Bodenkälte isoliert und extra Schlafkomfort bietet. Meine Therm-a-Rest ist schon mehrfach geflickt, aber immer noch gut genug, um die Weltreise anzutreten. Jan erinnert sich nicht mehr daran, wie seine Therm-a-Rest Matte heißt. Er weiß nur, sie ist rechteckig, mit Vollschaum gefüllt und mit baumwollähnlichem, nicht rutschendem Stoff bezogen. Und ebenfalls sehr, sehr alt.

Damit die Matten in der Nacht nicht auseinander rutschen und sich zwischen uns kein Graben bildet, haben wir die Verbindungsbänder von Globetrotter gekauft und auf die richtige Länge zugeschnitten. Weil wir nachts nicht in Schlafsäcken „eingetütet“ schlafen, habe ich aus einem alten Pareo eine Art Matratzenbezug genäht, der etwa bis auf die Höhe unserer Pos die Isomatten mit Baumwolle bedeckt, um nicht mit nackter Haut am Plastik der Isomatten festzukleben.

Natürlich könnten wir jeder ein Gepäckstück sparen: das Kopfkissen. Theoretisch reicht ein dünner Kopfkissenbezug, in den man dann seine Fleecejacke stopft. Doch da wir mehr im Zelt als in fremden Betten schlafen, ist uns da wichtig, ein kuscheliges Kopfkissen zu haben. Meins wurde über die Jahre knubbelig, sodass ich mir ein neues Kissen gegönnt habe: Das „Trekking Helium“ von Decathlon für knappe 15€ mit zum Waschen abnehmbarem Bezug. Absoluter Vorteil gegenüber anderen, aufblasbaren Kissen: der Bezug ist auf einer Seite dick gefüttert, sodass man nicht auf einer Plastik-Luftmatratze liegt, es kaum knistert und es sich herrlich kuschelig weich anfühlt. Kleines Packmaß und flauschig genug für meinen Kopf.

Therm-a-Rest Reisekissen

Jan bettet sein Haupt etwas luxuriöser auf sein Therm-a-Rest Reisekissen, welches seine Kollegen des vorletzten Jobs (vor der ersten Weltreise) ihm zum Abschied geschenkt hatten.

Die Zeltbeleuchtung ist eine einfache 12V LED Leuchte, die von Jans Motorradbatterie gespeist wird. Zusätzlich haben wir beide noch unsere LED-Lenser Stirnlampen mit, die so hell sind, dass sie uns auf so mancher Nachtetappe der Rallye Breslau als Zusatzscheinwerfer am Helm gedient haben.

Nomad Carpo 450 Daunendecke

Das Thema „Schlafsack“ ist heiß diskutiert. Ich friere sehr schnell und sitze auch im Sommer gelegentlich in Daunenjacke vor dem Zelt, während sich Jan noch im T-Shirt wohl fühlt. Wenn ich alleine unterwegs wäre, hätte ich meinen dicken Winterschlafsack dabei. Aber wir sind zu zweit und „Travel Light Fetischisten“. Bei einem Schlafsack schleppt man eigentlich die Hälfte mit, ohne sie zu brauchen: die Unterseite. Das Füllmaterial wird dort platt gedrückt und ist somit nutzlos. Daher haben wir uns für eine Daunendecke entschieden! Unsere Nomad Carpo 450 Daunendecke wiegt 750g und ist riiiiiesige 2x2m groß, sodass wir zu zweit in jeder Position darunter warm liegen. Die Daunen sind wasserabweisend behandelt, sodass es auch kein Feuchtigkeitsproblem geben sollte. Das Packmaß entspricht dem eines Sommerschlafsackes.

Schlafsack-Inlay Sea to Summit Thermolite Reactor Extreme

Wir beide haben zusätzlich ein Schlafsack-Inlay dabei, welches nicht nur in heißen Nächten als Schlafsack taugt und in kalten Nächten die Wärmeleistung der Schlafsäcke erhöht, sondern auch den klassischen „Jugendherbergsschlafsack“ ersetzt, um in Unterkünften ohne oder mit zweifelhafter Bettwäsche sauber zu schlafen. Mein Sea to Summit Thermolite Reactor Extreme sieht zwar eng aus, ist aber aus sehr angenehmem, warmem Stretchmaterial, welches sich in jeder Schlafposition anschmiegt und wärmt. Die angegebene Erhöhung der Wärmeleistung um 15°C ist sicherlich etwas zu hoch gegriffen, aber durchaus spürbar. Ich nutze ihn hauptsächlich in Schlafsälen, in denen “Mitschläfer” die Klimaanlage auf “Tiefkühltruhe” stellen und die für an sich sommerliche Temperaturen ausgelegten Bettdecken mir nicht reichen.

Ein Paar kuscheligeres Schlafsack-Inlays

Jan hat ein noch kuscheligeres Schlafsack-Inlay dabei. Und noch ein zweites. Das dicke Inlay ist aus Stretchfleece und kann noch mehr Wärme spenden als mein Inlay: Weil Jan schnell schwitzt, hat er außerdem noch ein dünnes Inlay aus Coolmax mit an Bord, welches eher vor dreckigen Betten als vor Kälte schützt.

Sommerschlafsack Frilufts Eina

Jan hat sich entschieden, mit den beiden Inlays und einem Sommerschlafsack flexibel genug auf die Klimazonen des ersten Jahres reagieren zu können. Sein Sommerschlafsack ist der Frilufts Eina mit sensationellem Packmaß und Kunstfaserfüllung.

Daunenschlafsack: der Jack Wolfskin Pounder

Ich als Frostbeule habe als „Winter-Upgrade“ noch einen Daunenschlafsack dabei. Winzig klein, 460g leicht: der Jack Wolfskin Pounder. Ich glaube, wenn ich mit Inlay im Pounder unter der Daunendecke liege, fange auch ich im Winter an, zu schwitzen!

So haben wir beide den besten Kompromiss gefunden aus mini Packmaß, maximalem Komfort und höchste Flexibilität für sämtliche Nachttemperaturen und Unterkünfte. Jede Nacht im Zelt ist buchstäblich traumhaft!