Krankenversicherung auf Weltreise

Langzeitreise und Krankenversicherung

Ein Dauerthema, zu dem wir immer wieder gefragt werden. Jetzt gerade sind wir auf „Urlaub vom Heimaturlaub“ in der Türkei, nächste Woche auf den Kanaren, die Motorräder im Iran, der VW Bus in Köln, unser Gepäck in Dubai und alle Menschen um uns herum verwirrt: was treiben wir da eigentlich?

Nun, da das neue deutsche Meldegesetz (von Ende 2015) uns nicht mehr erlaubt, trotz Reise wie früher bei den Eltern in Deutschland angemeldet zu bleiben, sind wir „ohne festen Wohnsitz“, was die Polizei so nett „Person ofW“ nennt. Was kompliziert klingt, ist eigentlich nicht nur in dieser Hinsicht ein großer Vorteil: wer in Deutschland abgemeldet ist, ist auch in Deutschland nicht mehr krankenversicherungspflichtig. Ohne Wohnsitz in Deutschland gibt es auch kein Risiko, bei der Heimkehr astronomische Nachzahlungen der deutschen Krankenkasse blechen zu müssen.

Krankenversichert sind wir aber trotzdem. Man kann natürlich auch ganz ohne Krankenversicherung auf Reise gehen, man kann ja auch schließlich auch ohne Bremsen Motorrad fahren. Beides ist jedoch wenig sinnvoll und so haben wir natürlich eine Krankenversicherung abgeschlossen. Doch unsere Krankenversicherung hat nichts mit dem zu tun, was Ihr aus dem Urlaub kennt!

Die Auslandskrankenversicherung, die in Deutschland (fast) jeder hat, versichert nur bei Auslandsaufenthalten von nicht länger als 6 Wochen am Stück. Und da liegen wir drüber. Deutlich. Wer denkt „das merken die doch nicht“, der sollte sich vor Augen halten, dass der Versicherungsnehmer im Ernstfall in der Pflicht liegt, zu beweisen, dass der Auslandsaufenthalt kurz genug war. Und das möchtet Ihr sicher nicht tun, wenn Ihr mit gebrochenen Knochen in Hintertupfistan im Krankenhaus liegt und gerade andere Sorgen habt, oder?
Wir haben eine Langzeit-Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen. Da gibt es viele Anbieter (in Deutschland und weltweit) und es ist wirklich für jeden Fall und jede Reise das Richtige dabei. Manche Versicherungen verlangen, dass man bei Abschluss der Versicherung noch einen festen Wohnsitz hat, manche nicht. Manche versichern nur für kürzere Reisen von bis zu 12 Monaten, andere für Reisen bis zu 5 Jahren am Stück. Und genau so eine Versicherung haben wir abgeschlossen. Klickt Ihr auf den obigen Banner, erfahrt Ihr mehr und wir bekommen, wenn Ihr über den Banner Eure Versicherung abschließt, eine kleine Provision.

Langzeit Krankenversicherung

Wir sind über STA versichert. Dahinter steckt die Allianz, was für viele Leser ein beruhigendes Gefühl sein dürfte, denn die Abwicklung findet im Schadensfall auf Deutsch statt. Die Höhe des Beitrages ergibt sich aus vielerlei Faktoren: Alter, Reisedauer und Reiseziel. Weil wir über 40 sind, ist das etwas teurer als für Jungspunde. Aber weil wir davon ausgehen, mindestens 5 Jahre unterwegs zu sein und in der Zeit nicht nach Nordamerika reisen wollen, wirkt sich das wieder beitragsmindernd aus. Wir haben für alle 5 Jahre im Voraus bezahlt und kommen so auf einen Monatsbeitrag von rund 42€.
Falls wir doch kürzer als 5 Jahre unterwegs sind, bekommen wir die zu viel bezahlten Beiträge zurück. Und für diese 42€ monatlich sind wir tatsächlich „Privatpatienten“, jedoch mit einigen Auflagen. Und genau eine dieser Auflagen hat uns Mitte Februar 2019 in den „Urlaub vom Heimaturlaub“ getrieben:

Pro Versicherungsjahr sind wir nämlich nur 6 Wochen im Heimatland krankenversichert. Weil wir nicht in die Zukunft schauen können und nicht wissen, ob wir im jeweiligen Versicherungsjahr nicht doch noch nach dem bereits erfolgten Heimaturlaub ungeplant nach Deutschland müssen, heben wir uns eine Versicherungswoche auf, halten uns also nicht länger als insgesamt 5 geplante Wochen in Deutschland auf. Fällt der Rückreisetag der „Notheimkehr“ nämlich auf einen Freitag, wären wir mindestens 4 Tage im Heimatland nicht versichert, bis wir eine Chance hätten, in Deutschland eine Versicherung abzuschließen. Daher halten wir uns 7 Tage als backup.

Deswegen mussten wir 2019 während unseres Heimaturlaubes Deutschland verlassen, denn um an der Messe Motorradwelt Bodensee im Januar und bei der Goldhochzeit von Jans Eltern Mitte März teilnehmen zu können, hätten wir 8 ½ Wochen am Stück in Deutschland verbracht. Wir mussten also „Deutschlandpause“ machen, um in Deutschland krankenversichert zu bleiben. 152€ pro Person für 5 Tage Pauschalurlaub in der Türkei (mit Flug und Halbpension) ist da also ein richtiges Schnäppchen gegen das Risiko, nicht krankenversichert zu sein. Und zudem auch herrlich entspannend. Zwangsurlaub, der Spaß macht!

So geht Zahnarzt auf Bulgarisch! 🙂

Eine weitere Auflage der günstigen Beiträge ist es, dass man Vorsorgeuntersuchungen nicht bezahlt bekommt, sondern nur notwendige Behandlungen. Meine gebrochene Zahnfüllung in Bulgarien oder meine zerbrochene Knirscherschine in Georgien wurden diskussionslos erstattet, die Abwicklung läuft nutzerfreundlich über Onlineformulare. Möchte man nicht in Vorkasse gehen, bietet unsere Versicherung auch eine spezielle Kreditkarte an, mit der die Behandlung direkt abgerechnet werden kann. Die kostet aber extra, sodass wir darauf verzichtet haben.

Wer zur Vorsorge möchte (und das möchten wir), zahlt selbst. Die Rechnungen, die man da vom Arzt bekommt, sind aber völlig lächerlich gegen das, was man in Deutschland so für seine Versicherung zahlt. Insbesondere ich, die ich selbstständig war, fühle mich unglaublich befreit von einer finanziellen Last – und wir genießen beide in Deutschland und weltweit die bevorzugte Behandlung als Privatpatienten. Außerdem lernten wir im letzten Jahr, dass man im Krankheitsfall in der Regel im Ausland wesentlich besser versorgt wird als in Deutschland. Doch das ist eine andere Geschichte.

Vielleicht versteht Ihr nun, warum wir vom Heimaturlaub geflüchtet schienen und warum Reisen billiger ist, als sesshaft zu bleiben…Mehr zu unseren Kosten und der Finanzierung einer solchen Reise lest Ihr hier: Was kostet eine Weltreise?

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