VW T4 Kittymobil

Gelber Volkswagen Transporter mit Silke und Jan, die heraus hängen

Die ersten 3 Monate unserer Weltreise und 8 Wochen im Frühjahr 2019 haben wir mit und in unserem VW T4 “Kittymobil” verbracht. Und seit dem sehr spontanen Fahrzeugwechsel sind wir mit dem Blümchenbus so weit gereist, wie wir es niemals geplant hatten: über Tibet und China durch die Mongolei…Mit dem VW T4 auf Weltreise! Wir haben kein Allrad und brauchen auch keins, wir kommen auch ohne 4×4 quer durch die Wüste Gobi oder auf Schnee und Eis durch Sibirien. Geht nicht? Schaut selbst:

Kittymobil war zunächst Postbus, dann fast 10 Jahre einfach nur ein Transporter, in dem ich mit Klappbett und Motorrad zu Rallyes oder in Urlaub fuhr. Seit Januar 2018 erlebt der Bulli seinen dritten Lebensabschnitt als vollwertiges Haus! Und seit Ende Juli 2019 ist es plötzlich und spontan unser Ersatzfahrzeug auf Weltreise, weil wir dank Motorschaden am Motorrad und Schrottmotor von deutschem Motorradhändler plötzlich ohne Fahrzeug in Armenien standen, aber dringend zur chinesischen Grenze mussten. Warum, erklären wir Euch in diesem Blogpost: Fahrzeugwechsel So kam es, dass unser alter VW T4 auf Weltreise ging 🙂 Vielleicht können wir Euch ermutigen, mit Eurem “Alltagsauto” los zu fahren statt es nie zu tun, weil das Geld für ein “Expeditionsmobil” fehlt (und die Sinnhaftigkeit dessen ebenso)…

Wir haben Kittymobil ursprünglich nur simpel ausgebaut, aber ansonsten 100% original gelassen. Das bedeutet: kein teures Fahrwerk (sondern das von der Post), keine Zusatzscheinwerfer (man sollte eh nicht im Dunkeln in der Ferne unterwegs sein), kein Solar, keine Standheizung, kein Allrad, keine AT Reifen (sondern den Continental Van Contact, der uns ohne Platten auch über übelste Steinpisten brachte!), kein Schnick, kein Schnack. Ein Postbus mit solider, verlässlicher Technik. Robust und zuverlässig. Denn: was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen. Und wir wissen aus über 25 Jahren Fernreise-Erfahrung: braucht man alles nicht, das Geld kann man in Sprit investieren. Hauptsache, man fährt los. Und je weniger Geld im Fahrzeug unnötig versenkt ist, desto eher ist das. 🙂

Silke und Jan sitzen abends vor ihrem Van

Kittymobil ist Baujahr 1997, hatte bei Abfahrt etwa 230tkm auf der Uhr und ist mit dem 1,9 TD Motor eher eine Wanderdüne als ein Rennfahrzeug. Der große Vorteil dessen ist aber der äußerst niedrige Verbrauch: vor dem Umbau zum Haus brauchte Kittymobil 6,8l Diesel auf 100km, als Haus mit vollen Tanks erhöhte sich der Verbrauch auf 7,5l/100km. Das ergibt eine Reichweite von mindestens 1000km! Ein VW T4 auf Weltreise ist also sparsam im Verbrauch und schont die Reisekasse schon an der Tankstelle.
Seit Juli 2019 ist der Bus aber unser Weltreisefahrzeug. Ganz ohne jegliche technische Vorbereitung! Und bis auf die Hupe ist in bisher 35.000km Fernreise noch nichts kaputt gegangen…

Vom Bus aus in Richtung Meer schauen. Jemand surft.

Und ganz irgendwann, wenn wir nicht mehr reisen möchten und wir wieder eine Wohnung ohne Räder suchen, haben wir mit Kittymobil ein erstes Zuhause, mit dem wir völlig flexibel sind. Der gesamte ursprüngliche Umbau hat uns nur 1,5 Monatsmieten unserer ehemaligen Wohnung in Krefeld gekostet: ca. 1000€
Um im Kittymobil vollzeit als richtiges Haus wohnen zu können, mussten wir ein paar Kleinigkeiten ändern. Dazu haben wir ein schönes „Erklärbär-Video“ gedreht, in dem alles erklärt wird:

Wir sind bisher mit Kittymobil gute 25.000km als Haus durch Europa gereist und 35.000km durch China, die Mongolei und Sibirien. Wir haben dabei sehr gerne den Asphalt verlassen und keine einzige echte Panne erlebt. Bis auf die defekte Scheibenwischwasserpumpe (4€) in Sofia, die kaputte Hupe (8€) in Peking und den Riss in der Windschutzscheibe, der in der Schweiz auftauchte. Aber letzteres passiert auch bei einem Neuwagen! Wir kommen damit bisher auf über 60.000km Fahrspaß ohne nennenswerte Defekte!
Als kleine „Einkaufsliste“ hier die (für uns) wichtigsten Teile zum Umbau vom Transporter zum Haus:

Wir haben zwei Winter in Deutschland im VW Bus gewohnt. Vollzeit, ohne Standheizung. Und sind auch ohne Standheizung im Oktober durch die Mongolei, wo die Temperaturen nachts schon zweistellig unter Null gerutscht sind. Und, unglaublich: wir sind nicht erfroren! Man muss nur ein paar kleine Tricks beherzigen. Dann geht Winter in Mitteleuropa locker ohne Standheizung. Jan hat dazu ein Video gebastelt. Traut Euch!

Solange wir mit unseren Motorrädern um die Welt reis(t)en, wartet(e) Kittymobil auf uns in einer Garage in Deutschland. Während der Motorrad-Weltreise wohnen wir im Zelt, sodass ein VW T4 für uns ein absolutes Raumwunder bleiben wird, für das wir gar nicht genug Gepäck haben und welches eher eine Villa als ein Haus ist. 🙂 Ein Dachgepäckträger, eine Dachbox oder sonstige “Übergepäcklösungen” sind nur hinderlich und unnötig, wenn man sich auf das Wesentliche beschränkt.Und das geht im VW T4 auf Weltreise genauso gut wie als Hauptwohnsitz. Weil das Umsatteln während der Weltreise auf 4 Räder sehr schnell und spontan war, konnten wir Kittymobil gar nicht auf den großen Auftritt in der großen weiten Welt vorbereiten. Andererseits: warum sollten wir auch? Wir wissen, dass kein Mensch ein teures Expeditionsfahrzeug braucht, um zu reisen. Die Einheimischen haben weder 4×4 noch Expeditionsmobile und kommen doch überall an…

Update 3/2019: Für den neuen TÜV brauchte Kittymobil neue Reifen. Außerdem haben wir uns ein Batterieladeerhaltungsgerät für die Campingbatterie gegönnt, um bei längeren Standzeiten auf Stellplätzen mit Landstrom unbegrenzt unsere 12V Verbraucher (Tri Gasalarm, Laptops, Handys, Licht & Sound, Wasserpumpe,…) betreiben zu können.

Update 12/2019: Wir haben spontan entschieden, Kittymobil im tiefsten Winter bei Temperaturen bis um -40°C durch die Mongolei und Sibirien zu fahren. Dafür brauchten wir ein paar Updates, um uns und den Motor warm zu halten. Den Motor wärmt seit Irkutsk die Binar 5S Wasserheizung. So startet Kittymobil jeden Morgen mit 88°C Wassertemperatur sanft und ohne Choke. Damit wir selbst bei bis zu -40°C nicht erfrieren, haben wir uns nach zwei (im Vergleich lächerlichen) deutschen Wintern ohne Standheizung eine Planar 2D in Ulan-Ude gegönnt. Unser Bus ist weiterhin nicht isoliert, aber es funktioniert trotzdem wunderbar.

Um diese beiden Heizungen unabhängig von der Starterbatterie nutzen zu können, haben wir nun auch eine zweite Zusatzbatterie mit 150Ah. Diese versorgt uns in Kombination mit der ersten Campingbatterie (45Ah) bis zu 2 Tage mit genug Strom, dann kommt die Falt-Solartasche aus dem mongolischen Jurtenzübehör in Einsatz. Die schafft 200 Watt und pustet mit bis zu 14.2Volt Sonnenenergie ins Kittymobil. Die Solartasche hängen wir einfach mit Power-Magneten je nach Sonnenstand außen ans Blech. Keep it simple! Der Vototronic Ladebooster sorgt dafür, dass die Lictmaschine während der Fahrt die beiden Batterien richtig läd. Kleiner Nachteil: das Ding funktioniert nur bis -20°C, und ist eher was für Mitteleuropa als für “richtig Winter”…

Ihr seht: es geht auch einfach, günstig und spontan!



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