Im Februar 2021 haben wir unser drittes Jahr ohne festen Wohnsitz gefeiert. „Ja, aber…“ werdet Ihr nun denken. Und das hören wir oft. So oft, dass wir nun versuchen, die „ja Abers“ zu erklären. Wahrscheinlich ist das schwer vorstellbar für Euch, aber vielleicht nach diesem Blogpost hier doch gar nicht mehr so fremd. Hier also unsere persönlichen FAQ zu „Person ofW“, wie man uns bei der Polizei nennt Diese FAQ ergänzen wir ständig (Stand 6/25), sobald uns neue, interessante Fragen gestellt werden, fragt uns also Löcher in den Bauch! Dieser Beitrag wird von uns kontinuierlich den aktuellen Gesetzeslagen konform angepasst und ergänzt. Hier findet Ihr auch Formulare und Gesetzestexte, um alles in Ruhe selbst nachzulesen oder den Beamten „schwarz auf weiß“ vorzulegen.
Muss man sich abmelden?
Kurz und knapp: ja. Und das ziemlich sofort binnen zwei Wochen. Früher war das anders, heute ist es so, dass bei „Falschmeldung“ (bei den Eltern z.B.) eine Strafe von bis zu 50.000€ fällig wird (siehe hier: Bundesmeldegesetz). Das neue Meldegesetz kennt Ausnahmen, daher unser dringender Tipp, bevor Ihr Facebook oder Google fragt: ruft beim Amt an und fragt, indem Ihr ehrlich (!) Eure persönliche Situation schildert. Haben wir auch gemacht. Die Leute dort waren sehr nett und haben sogar Hilfe bei der Beantragung von Wohngeld angeboten, denn „Sie müssen nicht im VW Bus wohnen!“. Wollen wir aber.
Welchen Pass habt Ihr jetzt?
Jeder von uns hat drei deutsche Reisepässe. DREI. Wenn man sich abmeldet, hat man ja nur keinen Wohnsitz. Mit der Staatsangehörigkeit hat das nichts zu tun. Warum wir drei Pässe haben? Weil sich die Fristen für manche Visa überschneiden, man manche Visa nur im Heimatland bekommt und manche Visa bei anderen Staaten nicht so gut ankommen. Ja, man darf mehrere Pässe haben, man muss nur schriftlich begründen, warum man die wirklich braucht. Das weiß das „Fräulein vom Amt“ nicht immer, aber Ihr könnt mit gutem Gewissen darauf bestehen. Wenn sich das Fräulein immer noch weigert, zeigt ihr den weiter unten verlinkten Text und bittet sie, den auch richtig zu lesen denn da steht: „liegt ein berechtigtes Interesse in diesem Sinne etwa auch dann vor, wenn viel reisende Passbewerber ihren Pass häufig zur Erteilung von Sichtvermerken abgeben müssen und zwischenzeitlich weitere Reisen unternehmen wollen.“ Da das auf Reisen Alltag ist, dürft Ihr mehrere Pässe haben. Da steht aber auch „Die bloße Möglichkeit, dass in Zukunft ein zweiter Pass benötigt wird, genügt nicht. Der Antragsteller muss das berechtigte Interesse schlüssig, möglichst durch Vorlage von Unterlagen (Flugticket, Briefwechsel mit Geschäftspartnern, Visabeschaffung usw.) darlegen.“ Das bedeutet für Euch: bereite Dich vor! Schreibe ausführlich und schlüssig auf, warum Du mehrere Pässe brauchst, drucke alles aus, was Du finden kannst, das Deine Situation untermauert. Tipp: auf den Seiten des deutsche Auswärtigen Amt werden die Visavorschriften meist so dargestellt, als könne man jedes Visum nur im Heimatland ausgestellt bekommen – und das geht ja auf Reisen nur, wenn man einen zweiten Pass hat, oder? In Wirklichkeit ist das natürlich anders und Ihr dürft Euch niemals auf die dort gemachten Angaben verlassen, aber von und für Amtsschimmel ist die Seite sehr hilfreich. Hier der Link fürs „Fräulein vom Amt“: Voraussetzungen für die Ausstellung eines zweiten Passes
Sind Eure Fahrzeuge jetzt abgemeldet?
Nein, sind sie nicht. Die Zulassungsstelle wollte von uns nur eine Korrespondenzadresse, an die sie Knöllchen für Raserei und Falschparken schicken können. Und der Zoll (zuständig für die KFZ Steuer) sieht das genauso, solange die Steuer per Einzugsermächtigung bezahlt wird. Achtung, ganz wichtig: ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug muss auch versichert sein, man darf die Versicherung also nicht kündigen, weil man der Meinung ist, sie nicht zu brauchen. Man kann auch ohne festen Wohnsitz in Deutschland ein KFZ zulassen. Dazu braucht man einen „Empfangsbevollmächtigten“. Dass das wirklich gesetzlich so geregelt ist, steht im Paragraph 46, Absatz 2 in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung. Da steht auch, dass das Amt zuständig ist, in dem der Empfangsbevollmächtige seinen Wohnsitz hat: „Besteht im Inland kein Wohnsitz, kein Sitz, keine Niederlassung oder keine Dienststelle, so ist die Behörde des Wohnorts oder des Aufenthaltsorts eines Empfangsbevollmächtigten zuständig.“ Das typische „nicht zuständig“ gibt’s nicht. Vielleicht vorsichtshalber fürs „Fräulein vom Amt“ alles ausdrucken, viele wissen das nicht. Wir haben es hinter uns, es war ein langes Theater mit brüllenden, überforderten Amtsschimmeln. Man muss für sein Recht kämpfen, denn in deutschen Amtsstuben herrscht Unwissenheit. Das Formular dazu könnt Ihr hier auch gleich downloaden: KFZ-Zulassung Empfangsbevollmächtigter

Jan schließt im Iran eine KFZ Versicherung ab
Wie ist das mit der KFZ Versicherung?
Die grüne Versicherungskarte gilt natürlich nur in den darauf genannten Ländern. Im Rest der großen, weiten Welt muss man sich vor Ort kümmern. Meist kann (oder muss!) man direkt an der Grenze eine KFZ Versicherung abschließen, um überhaupt einreisen zu dürfen, manchmal jedoch nicht. Das bedeutet dann aber auch nicht, dass nicht vielleicht doch Versicherungspflicht besteht. Nur, weil das an der Grenze nicht kontrolliert wird, heißt es nicht, dass man das im Ernstfall nicht vorweisen muss! In manchen Ländern kommen in einen Unfall verwickelte Fahrzeugführer sogar so lange in Haft, bis die Schuldfrage geklärt ist, da ja ohne Versicherung nicht davon ausgegangen werden kann, dass man im Schuldfall auch zahlen kann. Und möchtet Ihr wegen Eurem eigenen Geiz in den Knast? Versichert Euch besser. Meist ist das gar nicht schwer und auch gar nicht teuer! Die KFZ Versicherung fürs Reiseland gibt es oft direkt an der Grenze, manchmal auch online oder spätestens in der nächsten großen Stadt. Die App iOverlander hilft da sehr!
Wie ist das mit dem deutschen TÜV?
Eine sehr deutsche Frage 🙂 Natürlich muss kein Mensch die Reise abbrechen, weil der TÜV abläuft. Aber das Fahrzeug muss direkt nach dem Grenzübertritt nach Deutschland „unverzüglich“ dem TÜV vorgeführt werden. Bei unserem VW Bus „Kittymobil“ lief irgendwann im Sommer 2018 der TÜV ab. Da waren wir aber im Kaukasus und der Bulli stand in Bulgarien. Als wir im Januar 2019 mit dem Bus bei Salzburg über die deutsche Grenze rollten, war unser erster Halt der 4km entfernte TÜV in Bad Reichenhall. Kittymobil bekam die Plakette, aber selbst wenn nicht, hätten wir, Verkehrssicherheit vorausgesetzt, mit dem TÜV Bericht in der Hand weiter fahren können. Beim ADAC könnt Ihr das genau nachlesen: Der ADAC zum Thema „TÜV im Ausland“

So geht Zahnarzt auf Bulgarisch! 🙂
Seid Ihr überhaupt krankenversichert?
Das ist das wirklich Coole, wenn man aus Deutschland abgemeldet ist und keinen Wohnsitz in der EU mehr hat: die Krankenversicherungspflicht erlischt. Keine Zwangsversicherung mehr, keine horrenden Beiträge für (mich als) Selbstständige mehr, kein marodes, von Krankenkassen diktiertes deutsches Gesundheitssystem mehr und auch keine Angst vor riesigen Nachzahlungen bei Rückkehr nach Deutschland. Wir sind privat langzeitreisekrankenversichert. Das kostet uns 42€ im Monat und alles, was Ihr dazu wissen möchtet, haben wir hier aufgeschrieben: Krankenversicherung auf Weltreise
Welche Versicherungen habt Ihr noch?
Abgesehen von der Krankenversicherung zahle ich noch weiter in meine private Rentenversicherung ein, Jan in seine Kapital-Lebensversicherung. Wir beide haben noch zusätzlich eine Unfallversicherung. Außerdem haben wir für unsere KFZ noch Haftpflichtversicherungen (s.o.), eine Rechtschutzversicherung und Haftpflichtversicherung. Wichtig ist, darauf zu achten, dass diese auch im Ausland und auch bei Reisewarnung (!!!) zahlen und dafür kein Wohnsitz in Deutschland erforderlich ist. Lasst Euch das schriftlich geben und schaut selbst gewissenhabt in den AGB nach! Meist ist das zwar auf 5 Jahre befristet, aber vielleicht seid Ihr ja nicht so lange unterwegs? Und selbst wenn: außerhalb von Deutschland gibt es Versicherungen, die sich auf Nomaden wie uns spezialisiert haben und den Versicherungsschutz nicht an einen Wohnsitz koppeln.
Muss man sich arbeitslos melden?
Wer eingezahlt und sich arbeitslos gemeldet hat, kann 4 Jahre lang seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend machen, sonst nur 2 Jahre. Zudem ist man mit der Meldung weiterhin gesetzlich krankenversichert und kommt bei der Rückkehr sofort wieder in die gesetzliche Krankenkasse zurück. Mit der Meldung und dem (ehrlichen!) Gespräch mit dem Mitarbeiter des Arbeitsamtes kann man trotz Abmeldung des Wohnsitzes auf Kulanz noch weiterhin krankenversichert sein, bis man Deutschland verlässt, denn sonst ist man als Arbeitsloser u.U. ab dem Tag der Abmeldung bis zum Verlassen Deutschlands ohne Versicherungsschutz. Sprecht offen mit den Mitarbeitern der Agentur für Arbeit und haltet Euch durch das Arbeitslosmelden alle Türen für die Rückkehr offen! Logisch, dass man nur dann ALG bekommt, wenn man in Deutschland Wohnsitz hat. Den haben wir nicht, also kassieren wir auch kein Geld vom Staat, wir arbeiten für unseren Lebensunterhalt.
Und wie arbeitet Ihr?
So, wie viele andere Menschen auch: am Computer mit Internetzugang. Bloß dass der deutsche Staat kein Geld von Gewerbetreibenden ohne Wohnsitz möchte. Mit der Abmeldung aus Deutschland erlöschen erstmal Gewerbe (ich nenne es „Enteignung“) und Umsatzsteuernummer. Es ist aber TROTZDEM möglich, ohne Wohnsitz in Deutschland eine USt.Nr. zu bekommen, wir machen das seit 2019 so, um weiterhin freiberuflich / selbstständig zu arbeiten. Du musst aber in jedem Fall (da kommt man nicht drumrum) die Steuererklärung in Deutschland machen, denn die Steuerpflicht erlischt durch Abmeldung NICHT. Es sei denn, Du meldest Dich in einem anderen Land wieder an und bist dort steuerpflichtig.
Nur mit dem Gewerbe ohne Wohnsitz ist es in Deutschland unmöglich: „Ein VW Bus ist keine Betriebsstätte“, sagt das Amt. Gut, dass die Esten das anders sehen. In Estland ist es total normal und easy, eine Firma ohne Wohnsitz zu führen. Das hat nix mit Steuerhinterziehung zu tun (man bleibt in Deutschland nämlich trotzdem steuerpflichtig), sondern mit deutscher Bürokratie. Wir hatten drei Jahre lang als estnische e-Residency (das hat nichts mit Wohnsitz zu tun!) eine OÜ (Firma in Estland). So geht auch Gewerbe ohne Wohnsitz. Mehr dazu hat schon jemand anderes geschrieben: Wirelesslife
Wie funktioniert das Internet unterwegs?
In Deutschland? Schlecht bis gar nicht. Außerhalb von Deutschland? Total super und total billig. Die Netzabdeckung ist überall außerhalb Deutschlands so gut, dass ich schon oft unterwegs im Zelt gearbeitet habe, während Jan sich nochmal träumend umgedreht hat. Mitten in der Pampa, in der Wüste, in den Bergen, im Nirgendwo. Und wenn LTE Netz angezeigt wird, dann hat das nichts mit den „Geschwindigkeiten“ zu tun, die in Deutschland mit „LTE“ benannt werden. Das schnellste 5G Netz hatten wir bis jetzt in… Burkina Faso. Genau. Einem der ärmsten Länder der Erde. In einem Bergdorf. Unvorstellbar für Deutsche, aber man muss nur ins Nachbarland fahren. Mit einer ausländischen Simkarte bekommt man mehr fürs Geld: in Spanien haben uns die 20Gb 20€ gekostet, in Russland unlimited 6€. Bitte kauft Euch keinesfalls einen „weltweit-Tarif“ oder e-Sim, damit schmeißt Ihr nur unnötig Geld zum Fenster raus! Eine Simkarte im Ausland zu besorgen ist in der Regel schneller und unkomplizierter erledigt, als Ihr denkt. Deutschland ist da einfach nur ein unendlich kompliziertes Negativbeispiel für.
Geht das Internet überall?
Ja, auch wenn manche Länder manche Seiten sperren, zum Beispiel booking.com in der Türkei. Das funktioniert nur, wenn man einen VPN Tunnel nutzt. Und davon nutzen wir sogar zwei. Wir nutzen meist den von Astrill und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Er läuft ständig im Hintergrund auf Laptop und Handy und wir können nur ganz selten eine Beeinträchtigung der Geschwindigkeit feststellen. Und weil für manche Länder, z.B. im Iran, ein VPN allein nicht immer reicht, haben wir noch ExpressVPN am Start. Das war auch der einzige VPN, der in China funktioniert hat. Beide VPN Tunnel gibt es auch als App für iOS und Android. Was der VPN Tunnel überhaupt ist, bekommt Ihr hier (mit deutschem Untertitel) erklärt:
(30 Tage Express VPN gratis mit Klick hier: Hier gibt’s 30 Tage VPN gratis!)
Und wie macht Ihr das mit Telefon?
Wir haben beide unsere deutsche Simkarte behalten. Das ist wichtig, denn viele Anwendungen, die man unterwegs braucht, sind mit dieser deutschen Handynummer verknüpft: Autorisierungscodes für Online-Kreditkartenzahlungen, Versand der TAN bei Onlinebanking, Authentifizierung bei online Shops etc. McSim & Co bieten Tarife, die 0€ Grundgebühr kosten und bei denen nur dann etwas berechnet wird, wenn man die Simkarte auch nutzt. Eine SMS fürs Onlinebanking kostet dann mal 69cent, aber insgesamt ist das billiger, als den normalen Vertrag weiterlaufen zu lassen. Der gilt außerhalb der EU ja nicht. Mehr zum Thema „deutsche Simkarte unterwegs“ lest Ihr hier: Papierkram für die Weltreise
Ist das Internet gut genug, kann man darüber “ganz normal” telefonieren. Wir nutzen dazu Poivy. Die App kann man sich unter www.poivy.com herunterladen und dann vom Smartphone aus ganz normal telefonieren, sofern das WiFi schnell genug ist. Das Beste: weltweit sind in 99% aller Fälle Festnetzanrufe kostenlos! Und weil Ihr Eure eigene Handynummer als Anrufer-ID hinterlegen könnt, merkt der Angerufene noch nicht einmal, dass Ihr weit, weit weg seid! Es gibt allerdings Länder, da funktioniert das selbst mit VPN Tunnel nicht, zum Beispiel in den VAE.
Wohin bekommt Ihr Eure Post?
Wo auch immer es möglich ist, nutzen wir digitale Kommunikation. Oft ist das aber nicht möglich, aber man kann bei Versicherungen etc. eine sogenannte „Korrespondenzadresse“ angeben. Bei uns sind das unsere Väter. Sobald Briefpost kommt, scannen die Papas mit ihren Smartphones den Brief ein und schicken uns das per WhatsApp. Wer weder Eltern noch Freunde mit Briefkasten hat, kann sich die Post auch an einen Service schicken lassen, die genau dasselbe machen, allerdings Geld dafür verlangen. Achtung: wer den Service der Deutschen Post wählt, deckt damit nur Briefpost ab, die auch mit der Deutschen Post versendet wurde – nicht jedoch Briefe die mit anderen Anbietern versendet werden. Das gilt leider auch für Nachsendeaufträge. Und: manche Versicherungen, z.B. meine Rentenversicherung oder Bank, versenden aus Datenschutzgründen nicht an „irgendwelche Korrespondenzadressen“, sondern an Bevollmächtigte. Das ist aufwändig, aber möglich. Um Sendungen für Euch abholen zu können (z.B. Pakete), braucht der Abholer auch eine Vollmacht. Unbedingt alles vor Abreise ausfüllen und vorbereiten. Jeder Paketdienst hat eigene Vollmachten (online), Ihr müsst sie alle ausfüllen und unterschreiben.
Um Paketsendungen zu empfangen, kann man sie an Hotels, Büros, DHL/UPS/DPD… Geschäftsstellen und Unterkünfte schicken lassen, sollte aber die Postlaufzeiten einkalkulieren, eventuelle Zollformalitäten berücksichtigen und den „Empfänger“ benachrichtigen. Wichtige Dokumente nimmt, wenn man lieb fragt, auch manchmal die Deutsche Botschaft per DHL Dokumentenexpress an. Wir lassen generell an DHL Büros schicken und holen die Sendung dort ab. Einfach an Euch selbst im Büro von DHL in der Stadt adressieren, in der Ihr das Paket dann abholt. ACHTUNG: Die Büros darüber nicht im Voraus informieren, denn die Antwort lautet oft „nein“, um Probleme vorzubeugen. Nicht fragen, einfach machen! Funktioniert. Und wenn Ihr selbst der Absender seid: immer das Porto mit Kreditkarte zahlen und später zurückbuchen lassen, wenn nicht innerhalb der versprochenen Zeit geliefert wird.
Wie kommt Ihr unterwegs an Geld?
„Mit der Kreditkarte“, werdet Ihr denken. Ja, aber das kostet oft ziemlich viel extra: Automatengebühren, Einsatzentgeld, Wechselgebühren… der abgebuchte Betrag ist schnell pro Auszahlung 5€ oder mehr höher als das, was man in Landeswährung in der Hand hält. Wir nutzen unter anderem die DKB Debitkarte, die ab 50€ kein Einsatzentgeld berechnet (aber neuerdings nur noch als DEBITkarte kostenlos ist!). Bei unserer zweiten Kreditkarte, von der Santander Bank, haben wir ähnliche Konditionen und zusätzlich noch 1% Tankrabatt und 5% auf Reisebuchungen. In manchen Ländern, zum Beispiel im Iran, kann man mit VISA und Mastercard kein Geld bekommen, da diese Länder nicht ans internationale Bankensystem angeschlossen sind. In dem Fall tut es das gute, alte Bargeld. Mehr zum Thema „Papierkram“ und Kreditkarten lest Ihr hier: Papierkram für die Weltreise
Und was, wenn der Automat keine Visa Kreditkarte akzeptiert? Und was, wenn die Kreditkarte kaputt geht? Wenn eine Karte gesperrt ist? Was, wenn die Karte abläuft und die Ersatz- oder Folgekarte in Deutschland liegt? Ganz schön doof? Nicht doof, denn es gibt „Curve„. Die Curve Karte ist 1. eine Mastercard und 2. ersetzt sie alle anderen Karten im Portemonnaie, wenn es sein muss.

Die Curve Karte ist mit der Curve App gekoppelt. In der App sind alle Kreditkarten hinterlegt. Alle. Möchte man mit einer dieser Karten zahlen, ohne sie dabei zu haben, wählt man in der App die entsprechende Karte aus und nutzt die Curve Karte, als wäre es in Wirklichkeit die in der App gewählte Karte. Das geht auch bis zu 2 Wochen rückwirkend, falls man sich mal geirrt hat. Und das kostet: NIX! Zumindest bis zu einem gewissen Umfang. Und wenn es doch was kostet, weil Ihr das kostenlose Limit überschritten habt, ist das in einer Notsituation völlig egal, da sind wir uns sicher. Die Curve in Kombination mit DKB oder Santander ist die beste Lösung, um kostengünstig weltweit an Bargeld zu kommen! Tipp: Seid Ihr zu zweit und jeder hat eine Curve, verdoppelt sich die kostenlose Menge Bargeld!

Und was ist in Ländern, in denen das mit den Kreditkarten gar nicht funktioniert und Dein Bargeld ist alle oder Du hattest erst gar keins dabei? In Ländern, in denen die ATM nach anderen Sicherheitsstandards arbeiten, die europäische Banken nicht unterstützen? Wenn die maximale Summe Bargeld, die ein ATM ausspuckt, nur für eine Tasse Kaffee reicht? In Ländern, wo zu oft Stromausfall ist, sodass Banksysteme „hängen“ und Geldautomaten nicht funktionieren? Dann gibt*s noch das digitale Geld über Apps und Geldtransfer-Anbieter wie MoneyGram, Western Union, ria etc. Wichtig: unbedingt zuhause die Accounts aufsetzen! In manchen Ländern sind diese Dienste verboten und wenn Du dort ein Konto bei einer dieser Apps / Dienstleister online einrichten möchtest, wirst Du „lebenslang“ gesperrt. Woher wir das wissen? Tja, uns ist es passiert. Jeder dieser Dienstleister hat in jedem Land andere Konditionen, Kosten und Wechselkurse. Für uns war Western Union in Sierra Leone total billig, in Argentinien horrend teuer, in Sao Tome genauso teuer wie der ATM usw. Seid Ihr zu zweit, schenkt Euch gegenseitig Neukunden- und Empfehlungscodes a la „erste Transaktion kostenlos“. Manchmal kann man mit Western Union & Co auch direkt bezahlen – wenn Euer Gegenüber auch einen Account hat. In manchen Ländern (z.B. Nigeria) ist es üblich, dass digital gezahlt wird und Bargeld kaum noch im Umlauf ist. Versucht erst gar nicht, mittelalterlichem Bargeld hinterher zu laufen, spielt das digitale Spiel mit! Apps wie Remitly (Nigeria) oder Korona (ehem. GUS Staaten) ermöglichen Banküberweisungen innerhalb von Sekunden, um damit in Restaurants, Hotels und Geschäften zu zahlen.
Ihr wohnt wirklich im VW Bus?
Ja! Von Februar 2018 bis September 2022 war „Kittymobil“ unser Zuhause. Und ja, da ist auch alles drin: fließend Wasser, Herd, Backofen, Bett, Klamotten,… Unser Haus auf Rädern ist jeden Tag ein Ferienhaus an einem anderen Standort. Mal am See, Fluss, im Wald, in den Bergen, am Meer,… fast jeden Tag haben wir einen riiiiiesigen Garten vor der Tür, eine schöne Aussicht vom Bett aus und ein komfortables Schlafzimmer direkt da, wo wir es brauchen. Kann das Eure Wohnung auch? Unser Haus kostet 205€ im Jahr „Miete“ (Versicherung) und ab und an mal ein paar neue Schuhe (Reifen) etc. und ermöglicht es uns, äußerst günstig zu leben. Hier haben wir unser Haus ausführlich vorgestellt – mit Video!
Wo wascht Ihr Wäsche?
Das kommt darauf an. Ist Wasser in der Nähe, zum Beispiel ein Fluss oder Waschbecken, waschen wir auch per Hand oder im VW Bus. Dann muss das Wetter aber so gut sein, dass die Wäsche bis zur Weiterfahrt trocknet. Das ist in den feuchten Tropen (und im regnerischen Europa) manchmal nicht einfach. Im Bus trocknen wir nichts, weil wir uns keine Feuchtigkeit ins Haus holen und feuchte Klamotten im Motorradgepäck entwickeln sehr, sehr schnell ein geruchsintensives Eigenleben. In der Regel steht in Hostels eine Waschmaschine und wenn wir in Privathaushalten nächtigen, ist die Frage nach unserer Dreckwäsche meist eine der allerersten unserer Gastgeber. Sind wir im VW Bus oder Passat unterwegs, steuern wir einfach einen Waschsalon an – und freuen uns, wenn dort mit Miele gewaschen wird. In Afrika waschen Einheimische für kleines Geld Eure Wäsche. Eine praktische Gelegenheit, die lokale Bevölkerung zu unterstützen und Euch damit zu entlasten. Aber ACHTUNG: Waschsalons und Waschfrauen nutzen meist kein Waschmittel, das für Merinowolle verträglich ist. Wir haben deswegen bis auf die Jeans nur Bekleidung aus unempfindlicher, schnelltrocknender Funktionskleidung im Gepäck.
Wie macht Ihr das mit dem Strom unterwegs?
Auch hier kommt es darauf an, wie wir unterwegs sind. Unser VW Bus läuft mit 12V und damit betreiben wir alles, was wir darin so nutzen: Licht, Wasserpumpe, Gaswarngerät, Musik, Laptops, Telefone, Blender/Mixer, Haarschneider, Tauchsieder als Frostschutz etc. Bis heute allerdings ohne Spannungswandler. Wozu auch? Selbst der Blender in der Küche läuft über 12V/USB! Auch wenn wir mit den Motorrädern unterwegs sind, haben wir Strom. Mein erstes Weltreisemotorrad „Pet“ hatte einen Kickstarter, sodass ihre Batterie fast komplett zur Verfügung stand, wenn wir unsere Handys, Laptops, Kameras oder Intercoms laden müssen. Unsere heutigen Weltreisemotorräder haben zwar immer noch Kickstarter (KTM EXC500F), aber Einspritzung, sodass wir die Batterie nicht ganz „leersaugen“ dürfen, aber trotzdem ganze 2x einen Laptop pro Motorrad laden können. Egal ob auf 2 oder 4 Rädern: wir haben für alle Geräte 12V Ladekabel an Bord! In Afrika ist der Strom aus der Steckdose, wenn überhaupt vorhanden, oft nicht stark genug, um moderne Laptops laden zu können, sodass wir dort unterstützend noch eine gute Powerbank im Gepäck haben. ACHTUNG: beachtet bitte unbedingt die Vorschriften diverser Fluggesellschaften zur Mitnahme von Powerbanks im Gepäck! DEr ADAC hat einen Überblick: Powerbanks bei Flugreisen Weil das ein bisschen kompliziert ist, lassen wir unsere „Afrika-Powerbank“ einfach immer im Motorradgepäck, denn sie ist zu groß für Flugreisen.
Was habt Ihr mit Eurem Hausstand gemacht?
Verschenkt, verkauft, eingelagert. Zuerst ging das Sofa weg, dann haben wir das Bett verschenkt. Dann hatten wir zwar noch unsere Wohnung, aber unsere zwei Rückzugsorte waren weg. Und ab da ging es ganz leicht, sich von all dem Ballast zu trennen. Wir haben viel verschenkt und dadurch wunderschöne Begegnungen erlebt und anderen Menschen eine Freude gemacht. Ein paar Dinge haben wir noch, von denen wir uns nicht trennen möchten: Erinnerungsstücke, Erbstücke und die ein oder anderen Sachen, für die wir am Ende keine Zeit mehr hatten, sie in gute Hände zu geben. Die Kosten für jedwede Einlagerung übersteigen immer den Wert der eingelagerten Gegenstände. Überlegt Euch daher lieber 3x, was Ihr aufhebt! All das, was übrig ist, lagert bei uns in einer Garage. Im VW Bus und bei den Motorrädern haben wir nur das, was wir wirklich brauchen. Und das ist ganz schön wenig. Wir reisen mit Handgepäck. Was genau das ist, haben wir hier ganz genau abfotografiert und erklärt: Equipment

Wie ist das mit Geburtstagen und Weihnachten?
(Fragte uns eine liebe ältere Tante) Auch im VW Bus kann man eine Geburtstagsparty feiern! Der Kuchen dazu war natürlich selbst gebacken (im Omnia Ofen geht das auch im VW Bus super!). Nur, weil wir nicht mehr nebenan wohnen, heißt das aber nicht, dass unsere Familie und Freunde auf Weihnachts- oder Geburtstagspost verzichten müssen! Mit der App (geht auch vom PC aus) von „My Postcard“ kann man eigene Fotos (oder vorgefertigte Motive) innerdeutsch als Post- oder Grußkarten verschicken. Persönlicher geht es nicht! (4€ Startguthaben mit Code XWBWXK.) Wir berschenken trotz Abwesenheit immer noch zu Weihnachten und Geburtstagen Familien und Freunde. Gerade die ältesten und jüngsten des sozialen Umfelds freuen sich darüber immer ganz besonders! Da es zu teuer ist, von „Hintertupfistan“ Geschenke zu verschicken, nutzen wir dazu oft andere Reisende als „Kuriere“ (Paketmarke vorher online bei DHL frankiert vorher ausdrucken), um Kleinigkeiten aus der Ferne zu unseren Lieben zu schicken. Es gibt eine Facebookgruppe, bei der Reisende für Reisende Mitbringsel und Geschenke transportieren. Da wir minimalistisch leben, freuen wir uns nicht über Sachgeschenke, sondern über andere Kleinigkeiten. Das haben wir hier erklärt: Geschenke für uns

Fühlt Ihr Euch nicht manchmal „obdachos“?
Nein, im Gegenteil: wir fühlen uns frei und gut behütet, denn wir haben ja ein Zuhause. Manchmal ist es groß und gelb, hat vier Räder und viele Prilblumen, manchmal schwarz und flach mit vier Rädern, manchmal ist es grün und klein und wird in einer Tasche auf dem Motorrad transportiert, manchmal ist es ein Bett im Schlafsaal eines Hostels, manchmal ein eigenes Zimmer in einer Unterkunft. Wir haben die Freiheit, uns jeden Tag ein neues Zuhause auszusuchen, sind nicht fixiert auf einen bestimmten Ort und können Zelt, Passat oder VW Bus in immer wieder wechselnden, immer wieder in tollen Landschaften aufstellen und genießen. Ohne festen Wohnsitz zu sein empfinden wir als Freiheit und nicht als Makel.
DISCLAIMER
Die hier gemachten Angaben haben wir hier nach unserem besten Wissen festgehalten und für Dich zusammengefasst. Sie sind jedoch nicht rechtsverbindlich und es liegt in Deiner Verantwortung, für Dich relevante Bestimmunen selbst zu verifizieren und recherchieren. Dazu haben wir die meisten Angaben zu den jeweiligen Paragraphen, Gesetzen oder Quellen verlinkt. Da wir aber Vollzeitreisende sind, haben wir hier nicht den Anspruch, diese Links ständig auf Richtigkeit zu überprüfen.
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