Waren wir nicht gerade noch in Katar? Und wollten nach Istanbul? Ja, war so. Und jetzt waren wir in Zypern. Irgendwie haben wir derzeit ein ungeplantes Faible für kleine Länder: Sao Tome & Principe, Bahrain, Katar und nun noch Zypern. Doch von vorne.

Wie waren ja nur in Katar, weil der Rückflug von Nigeria nach Bulgarien über Katar die billigste Variante war. Insbesondere deshalb, weil wir ab Katar mit Pegasus Air flogen, der Billig-Airline der Türkei. Von der weltbesten Airline Qatar Airways direkt in eine Billigfluglinie zu steigen war schon ein immenser Abstieg. Überhaupt: Low Cost Airlines außerhalb von Europa fühlt sich generell besser an, wenn wir an den 24€ Flug mit „flyadeal“ nach Riad denken. Aber für 120€ von Doha nach Sofia ist einfach unschlagbar, da nimmt man(n) (in dem Fall: Jan) auch in Kauf, bei Abflug um kurz vor drei Uhr morgens die ganze Nacht von Kindern getreten, geboxt und geschubst zu werden, weil die dazugehörige Mutter das nicht im Griff hatte und der einzige verfügbare Ausweichplatz zwischen zwei Herren war, die besser jeweils zwei Plätze gebucht hätten… Dafür kann die Fluggesellschaft nichts (obwohl es tatsächlich auch eine Fluggesellschaft gibt, die Passagiere wiegt!), aber für den dreckigen, verranzten Flieger mit engstem Sitzabstand schon. Ryanair hoch zehn.

Egal, viel Geld gespart, das wir anders wieder ausgeben können: für ein Frühstück in Istanbul zum Beispiel! Wir hatten ein paar Stunden Aufenthalt und weil Pegasus den Flughafen auf asiatischer Seite der Stadt nutzt, war das praktisch: wir sprangen in ein Taxi und fuhren zu einem Frühstücksrestaurant. Frühstücken ist ein wichtiger Teil türkischer Kulinarik und wir haben es in den letzten Jahren fast jedes Jahr geschafft, uns das zu gönnen. Buchstäblich, denn die Türkei ist nicht mehr so billig, wie sie mal war und das Frühstück schlug mit 34€ zu Buche, war aber das Geld wert. Der Flug nach Sofia war wunderschön über die teils noch schneeweiß verschneiten Berge und wir landeten eine Busfahrt später wieder im eigenen Bett.

Unsere Tage in Bulgarien waren gefüllt von dem, was man so tut, wenn man auf Heimaturlaub ist: Zahnarzt und andere medizinische Check-Ups, die unter anderem zeigten, dass die Ernährung aus „Chicken & Rice“ oder „Noodles with Egg“ in Westafrika Spuren hinterlassen hatte. Nichts, was man nicht wieder halbwegs „richten“ könnte, aber ein deutlicher Beweis, dass Reisen eben kein Urlaub ist und unser Gefühl des völligen „Ausgemergeltseins“ bei Ankunft in Kamerun richtig war.

Wir waren nur kurz zu Hause, denn schon bald flogen wir nach Deutschland zu einer Familienfeier, drehten unsere 2000km in 10 Tagen „Deutschlandrunde“, um die wichtigsten Familienmitglieder zu besuchen und unsere in Kamerun vom Wäscheservice der Deutschen Seemannsmission zerkochten Motorradklamotten zu ersetzen. Nicht ganz erfolgreich, weil Deutschland eben doch Servicewüste ist und man im Voraus zur Anprobe bestelle Klamotten nicht binnen einer Woche aus dem wenige km entfernten Lager ins Ladengeschäft bringen kann und weil die deutsche Post eben auch nicht mehr das ist, was sie mal war.

Wir verbrachten einen halben Tag damit, Visaanträge für die kommenden Länder zu beantragen, denn diese müssen im Heimaland beantragt werden (und das ist, da wir deutsche Pässe haben, eben (auch) Deutschland) und können nicht online beantragt werden. Weil wir nicht in Berlin von Botschaft zu Botschaft rennen möchten, machen wir sowas immer über eine Visaagentur. Die Gebühr, die dafür fällig wird, dass ein Fahrer in Berlin mit unseren beiden Pässen herumkurvt und die Agentur die richtigen Kontakte hat, sind geringer als eine einzige Nacht für zweit in Berlin plus Deutschlandticket. Und: fast eine Garantie, die Visa auch zu bekommen. Ach ja: ein bisschen haben wir natürlich auch den deutschen Amtsschimmel wiehern gehört, wenn wir schonmal in Deutschland sind. Thema digitales Foto bei Beantragung eines Personalausweises. Kann ja nicht funktionieren. Wäre ja Digitalisierung.

Nachdem es uns letztes Jahr wegen „falscher Neigung“ verwehrt worden war, uns gegen Mpox (Affenpocken) impfen zu lassen, haben wir es dieses Jahr endlich doch geschafft. Letztes Jahr hatten wir es im Tropeninstitut Hamburg versucht, wurden aber, obwohl wir tatsächlich in den Kongo fahren, wo die Epidemie herrscht) belogen, dass „so eine Impfung noch erfunden werden muss“. In Wahrheit wollte uns die Ärztin nicht sagen, dass die werte STIKO beschlossen hatte, den Impfstoff nur an homosexuelle Männer abzugeben, hauptsächlich in Berlin. „Derzeit Männer ≥18 Jahre, die Sex mit Männern haben (MSM) und dabei häufig die Partner wechseln.“ Die WHO hat schon im Sommer 2024 „eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC) für Mpox erklärt.“ Naja, die Welt dreht sich ja um Deutschland, da kommt Mpox dann auch nicht vor… Dass es im April 2025 in Berlin schon mehr Infektionen gibt als in 2024 gesamt, könnte eine Folge sein. Aber was wissen wir denn… Die STIKO ändert die Direktive nicht, aber wir haben eine Impfpraxis in Hamburg gefunden, die das eher kommerziell sieht: wer geimpft werden will, wird geimpft. Für 390€ pro Spritze, die es uns wert sind. Außerdem gab’s dort auch noch die zweite Impfdosis gegen Dengue für uns.

Wir flogen zurück nach Sofia (übrigens für je 40€ der Flug) und verbrachten direkt einen schönen Abend mit einem schweizer Ehepaar, mit dem wir schon länger über Social Media in Kontakt sind und die schon ähnlich lange wie wir die Welt bereisen. Der nächste Tag war wieder voll medizinischer Untersuchungen, dann parkten wir unseren „Overlander Passat Hans“ schon wieder am Flughafen und flogen nach Zypern. Warum Zypern? Weil es der billigste Flug am 14.5. war. Wieso das? Weil mir die Idee, an meinem Geburtstag zuhause zu sein, nicht gefiel, wir am 14.5. in Sofia waren und der billigste Flug des Tages für 30€ nach Larnaca ging. Und Larnaca liegt auf Zypern. Schon waren wir da! Spontan ist immer gut.

Wir mieteten für 93€ für vier Tage eine „Piepsmaus“ (ein kleiner Mietwagen, der ständig wegen irgendwas piepste), fuhren im Linksverkehr zum 27€/Nacht Hostel und waren ganz plötzlich in Land 111/113 (Silke / Jan). Am nächsten Morgen gab’s erstmal griechische Bougatsa Crema vom Bäcker und wir saßen in der Sonne und sortierten unser Wissen über Zypern. Peinlich, als Europäer nicht wirklich viel über alle Mitgliedsländer der EU zu wissen. Wikipedia half weiter, während wir das griechische Frühstücksgebäck genossen. Griechisch? Türkisch? Linksverkehr!

Zypern war mal britische Kolonie und gehört deswegen heute zum Commonwealth und fährt auf der „falschen“ Straßenseite. Bis heute gibt es auf Zypern britische Enklaven, Englisch ist (neben Griechisch) Verkehrssprache und die Insel ist von britischen Urlaubern überlaufen. Zumindest der „griechische“ Teil, der Süden der Insel. Der „türkische“ Teil, Nordzypern, ist seit 1974 von der Türkei besetzt, aber international von keinem Land anerkannt. Obwohl Zypern von einem anderen Land besetzt ist und der Konflikt bis heute nicht gelöst wurde, ist es Mitglied der Europäischen Union, wo ganz offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es um den Beitritt von Staaten geht… Aber wir sind ja hier ein Reiseblog und kein Politikmagazin.

Den Mietwagen gab es ganz klar mit der Ansage „nicht nach Nordzypern, nicht offroad“, garniert mit einem Aufkleber an der Tür, das Auto könne per GPS überwacht werden. Liebe Freunde, die Ihr uns geraten habt, das zu ignorieren oder den Tracker zu deaktivieren: uns wurde schon von einer Mietwagenfirma das Auto komplett ausgeschaltet, diese Aufkleber sind kein Witz. Das war Avis in Russland, die uns verboten hatten, das Land mit dem Auto zu verlassen und wir dann für das System zu nah an der Staatgrenze unterwegs waren. Ein ziemlicher Krimi, das auf dem Seitenstreifen ausgerollte Fahrzeug damals wieder von Avis freigeschaltet zu bekommen! Also: ja, die Mietwagenfirmen können definitiv Autos stilllegen, wenn der GPS Tracker Alarm schlägt und wir sind deswegen weder (wie üblich) offroad noch in den türkischen Teil der Insel gefahren.

Wir mögen eigentlich alle Anrainerstaaten (Griechenland, Türkei, Syrien, Israel, Libanon und Ägypten) und fuhren hochmotiviert mit der „Piepsmaus“ los: das konnte nur toll werden! Leider ist es oft so, dass wenn man mit zu hohen Erwartungen kommt, dass man dann auch leichter enttäuscht werden kann. Und unser erster Tag im Land war ziemlich enttäuschend. Auf ganzer Linie. Auf Zypern gibt es diverse Eselfarmen, die Eselmilch und Produkte daraus herstellen. Esel gehören zu meinen Lieblingstieren, also war das unser erstes Ziel. Und unsere erste Enttäuschung. Um einen Esel sehen zu können, sollten wir 5€ pro Person zahlen – unabhängig davon, ob wir im Shop der Farm eingekauft oder im Café etwas konsumiert hatten. Eine ganze Busladung rot verbrannter Briten schwabbelte in Strandbekleidung an uns vorbei und zahlte. Wir nicht. Wir fuhren zum ersten „kulturellen Highlight“, dem Aphroditefelsen.

Dort, in einer Bucht mit Kiesstrand, soll die griechische Göttin Aphrodite aus dem Schaum des Meeres geboren worden sein. Man sagt, wenn man 3x um den Felsen herumschwimmt, bekomme man „ewige Schönheit und Liebe“. Eine Frau (die das mit der Schönheit gar nicht nötig hatte) nahm das tatsächlich ernst, der Rest der Besucher lag auf den Kieseln, um an der Urlaubs-Röte zu arbeiten. Es mussten Briten sein, die sind Kiesstrand gewohnt und machen sich nichts daraus, wenn die Kiesel sich als rot-lila Abdrücke durch das dünne Handtuch auf den Rücken oder Bauch drücken. Im Gegensatz zu mir sind die aber auch „gut gepolstert“, sodass ich das wahrscheinlich einfach nicht nachvollziehen kann, warum man unbedingt auf einem Kiesstrand liegend braten möchte.

Wir konnten dem Felsen und den britischen Sonnenanbetern dort (die hätten mal um den Felsen schwimmen sollen von wegen „ewige Schönheit“ und so…) jedenfalls nichts abgewinnen und fuhren weiter. Ein paar Kilometer später entdeckten wir einen anderen Kiesstrand mit Strandbar, in der wir einen Freddo Cappuccino tranken und versuchten, für die Nacht eine Unterkunft zu finden. Unsere Vorstellung: eine landestypische Unterkunft, privat geführt, möglicherweise auf einem Dorf zu einem akzeptablen Preis, vielleicht noch mit WiFi und Frühstück. Auf den gängigen Buchungsplattformen fanden wir nur riesige Hotelanlagen, Apartmentkomplexe und Hotelbunker, die überall auf der Welt sein könnten und das übliche, industrielle Hotelessen servierten. Doch wir waren in Zypern und wollten eine zypriotische Unterkunft. Wir fragten ChatGPT. Die Antwort war ernüchternd. Zypern habe keine klassischen farmstays und sei dominiert von großen Hotelanlagen, insbesondere an der Südküste. Und genau da suchten wir. Plan B: aufs Dorf fahren und im nächstbesten Geschäft fragen. Das Dorf war bevölkert von britischen Touristen, die in diversen Tavernen weiter an ihrer Röte arbeiteten. Wir entschieden uns, in dem Laden zu fragen, vor dem eine Katze saß. Leider gehörte der Laden einer Britin, die nichts wusste, uns aber in eine Taverne schickte, wo man uns für 70€ ein Zimmer anbot: ohne Internet, ohne Frühstück, ohne Nichts. Danke, nein. Wir buchten letztendlich doch in einer Apartmentanlage. Ein kleines, zweistöckiges Ferienhaus für 59€ die Nacht mit Pool, Balkon und Terrasse. In einem Wohngebiet von Paphos, weit entfernt vom Rummel und Trubel der Strandpromenade und der Altstadt, wo die neue Urlaubsröte auf antiken Mosaiken vorgeführt und Ramsch aus China verhökert wird.

Das auf google und Tripadvisor gelobte Lokal in der oberen Altstadt servierte orangefarbene Tomaten und ungewürzte „Tsatsa“ und uns wurde klar, dass wir in diesem Land solche Bewertungen vergessen konnten, denn diese stammen zum Großteil von britischen Rothäuten, für die solche Tomaten normal sind, für uns verwöhnte „Bulgaren“ jedoch eine Zumutung, die wir nicht aßen. Die Moussaka war aber wirklich gut. Der erste Tag im Land war sehr ernüchternd. Wir verzogen uns in unser süßes Ferienhaus und hofften sehr, dass es am nächsten Tag besser werden würde.

Und das wurde es! Auf dem Weg zu einer Bäckerei zum Frühstück kamen wir an einem unglaublich netten Gartencafé vorbei, in dem zwei Polizisten gerade Kaffee tranken. Wenn die Einheimischen dort einkehren, musste es gut sein! Und das war es auch. Zypriotischer Anari Käse mit Honig, Zimt (!) und Nüssen auf einer Scheibe richtig gutem Brot. Dazu frisch gepresster Orangensaft, ein paar nette Katzen und ein unglaublich hübscher Garten. Das brachte richtig Seelenfrieden und war ein guter Start in den Tag. Uns graute es davor, wieder zurück in den Touristenrummel von Paphos zu fahren, um den archäologischen Park dort zu besichtigten und entschieden uns für die „Königsgräber“, die gar keine Gräber von Königen waren, sondern nur von Reichen, aber trotzdem sehr interessant klangen.

Obwohl in direkter Nachbarschaft zu Paphos, waren dort keine britischen Rothäute. Gar keine. Nur ein paar Deutsche und ansonsten hauptsächlich Russisch- oder Ukrainisch- sprachige Besucher. Wir sind es schon gewohnt, oft auf Russisch angesprochen zu werden (warum auch immer?) und so war es auch auf Zypern. Nicht von Einheimischen, sondern von anderen Besuchern. Die Einheimischen sprechen alle Englisch und sind, wie auf Island, meist gar keine Einheimischen. Die Bedienung am Vorabend war Griechin, ihre Kollegin nebenan aus Kongo (Kinshasa), der Kellner der Strandbar klang nach Gambia und sein Kollege sah eher nach Ghana als nach Zypern aus. Die Authentizität ist nicht mehr da, wenn Zuwanderer Hotellerie und Küche übernehmen…

Doch zurück zu den Königsgräbern, die keine sind. Es handelt sich dabei um ganze „Grabwohnungen“, die in die Tiefe gebaut wurden. Unterirdische Totenhäuser mit Innenhof und diversen Räumlichkeiten und Grabnischen, die eine ganze Nekropole am Meer bildeten. Für die 2,50€ Eintritt bekam man zwar keine Beschilderung, aber wir hatten schnell den Blick raus, wo die QR-Codes zu scannen waren, die uns die diversen Grabstätten erklärten.

Ein bisschen wie ein „mediterranes Lalibela“. Wenn man wie wir die Felskirchen von Lalibela in Äthiopien kennt, ist das natürlich das Nonplusultra, mit dem man vergleicht, aber das hier war nicht schlecht, obwohl nicht komplett aus einem Stück Fels gehauen und teils aus Einzelteilen zusammengebaut.

Vor der Küste lag ein Schiffswrack und wir wussten: es gibt noch eins, ganz nah an den „sea caves“, den im Reiseführer beschriebenen Brandungshöhlen, die auch sehenswert sein sollten. Die Edro III liegt mit ziemlicher Schräglage seit 2011 an den Felsen und rottet so vor sich hin. Alle Schmierstoffe und was sonst noch so die Umwelt gefährden könnte sind mittlerweile abgelassen, aber geborgen wird das Wrack nicht – wie so immer zahlt die Versicherung nicht. Wir haben in den letzten Jahren so viele Wracks gesehen, bei denen die Versicherung die versicherte Bergung nicht zahlt und das hat nichts mit der Herkunft des Schiffes zu tun, sondern generell damit, dass Versicherungen nur dazu da sind, den behördlichen Vorschriften zu genügen. Weltweit. Und nicht nur für Schiffe…

Die Brandungshöhlen waren halt Brandungshöhlen. Vielleicht muss man sich als Wasserratte in die kühlen Fluten werfen, um das Besondere daran zu sehen oder vielleicht auch an einer anderen Stelle andere als die auf der Karte eingezeichneten Höhlen aufsuchen, aber uns blieb die Sehenswürdigkeit der Sehenswürdigkeit irgendwie verborgen.

Wir waren abends an der nördlichen Küste mit Reisebekannten verabredet. Dagmar und Bruno hatten wir zuletzt 2020 in Riga getroffen. Mitten in der Pandemie saßen wir damals zu viert beim vollen Italiener und schlemmten. Das wollten wir wiederholen, denn die beiden waren mittlerweile auf Zypern „hängen geblieben“ und hatten ein Haus gemietet. Kaum dass wir uns von der Südküste entfernten, wurde die Landschaft grüner und es gab keine „Rothäute“ mehr. Dagmar und Bruno hatten definitiv die schönere Seite des Landes gewählt! Unsere Unterkunft in Polis (65€ Apartment mit Pool und Frühstück) war in britischer Hand und die Einrichtung aus den 1970er Jahren mit viel blauer Farbe von „braun“ auf „blau“ gemalert worden, aber wir hatten uns schon von dem Gedanken verabschiedet, eine authentische Unterkunft zu finden. Wir fuhren nach Latchi und verbrachten dort, direkt am kleinen Hafen am Wasser sitzend, einen schönen Abend zusammen – mit richtig gutem gegrilltem Oktopus und Pilzen in Knoblauchsauce. Essen gut, Gesellschaft gut, Gespräche gut – Zypern besserte sich.

Am nächsten Morgen servierte die (sehr nette) britische Inhaberin unserer Unterkunft baked beans aus der Dose, Eier und Speck zu Toast und wir nahmen auch das Dosenobst hin, obwohl wir am Vortag gerade herrlich frische Mispeln gekauft und an diversen Obstständen mit Orangen, Kirschen und anderem Obst vorbeigefahren waren. Briten sind einfach nicht bekannt für gutes Essen…

Es war mein Geburtstag und ich hatte das dringende Bedürfnis nach „schön“ und wir kurvten auf Empfehlung von Dagmar und Bruno die Küstenstraße entlang. Dort fanden wir tatsächlich ein Eckchen nach unserem Geschmack: (Automaten) Kaffee mit Blick von der Steilküste auf Fischer, die in den Felsen Oktopusse mit Harpune jagten. Und mit einem riesigen Kater, der sich sehr liebevoll um seine „Kundschaft“ kümmerte. Ein richtiges Geburtstagsgeschenk, der Ausblick und Kater zusammen.

Wir bogen ab in die Berge. Die kleine „Piepsmaus“ mühte sich bei Steigungen bis 10% in die Höhe, bis wir auf 1140m das Kloster Kykkos erreichten. Es ist das größte und wichtigste Kloster des Landes und ein beliebtes Ausflugsziel – zumindest der Zahl der Souvenirgeschäfte und Snackbars nach zu urteilen. Als wir da waren, war kaum jemand dort. Und die wenigen Besucher tranken Kwas und waren somit eindeutig weder Einheimische noch Briten. Im Kloster durfte man nicht fotografieren, aber die Klosterkirche ist unglaublich prunkvoll und protzt mit Gold und Glitzer – typisch orthodox, aber doch noch eine Nummer mehr „Lametta“. Der Rest des Klosters ist, wenn man aus Bulgarien kommt, gerade mal „nett“. Wer Rila kennt, wird verstehen, wie wir uns fühlten.

Im dazugehörigen Nebenraum gab es ganz viele Knochen diverser Körperteile in prunkvollen Schachteln etc. zu besichtigen, aber da die Beschriftung der Stücke ausschließlich auf Griechisch und Russisch war, blieb uns das meiste verborgen. Logisch irgendwie, weil Rothäute keine orthodoxen Christen sind – und auch kein Kwas trinken. Das hätten wir übrigens auch auf Russisch bestellen können, denn der Imbisswagenbetreiber war auch kein Zypriote.

So saßen wir dann vor dem Kloster in den Bergen, tranken Kwas (leider made in Germany und somit alles andere als lecker) und waren ratlos. Der Funke sprang nicht über. Wir wurden nicht warm mit Zypern. Wir vermissten die Authentizität des Landes. Flair, Charme, irgendetwas von dem, was wir in den ganzen Nachbarländern lieben. Leider kennen wir die und wenn man den Vergleich hat, wird es schwer. Griechenland? Viel spektakulärer. Türkei? Viel schöner? Ägypten? Viel leckerer. Und so weiter. Wir suchten nach etwas, wo wir die zypriotische Seele spüren konnten. Bloß wo?

Wir fanden es. Doch davon erzähle ich Euch nächste Woche, ich habe Eure Geduld mit diesem langen Text wahrscheinlich sowieso schon überstrapaziert…

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