Kaum waren wir zurück in Europa, schon sind wir wieder weg, mögt Ihr denken, sofern Ihr wisst, dass wir gerade in der Türkei sind. Wir kommen aber wieder, keine Sorge! Und dann geht es auch mit der Weltreise weiter. Weil das alles etwas kompliziert ist, haben wir das für Euch extra hier aufgeschrieben: darum verwirren wir alle Doch bis wir in die Türkei flogen, war ziemlicher Stress…

Von Dubai aus flog ich in der 2. Januarwoche in die Mongolei, um dort für den Jurtenkoenig.ch die im November von mir dort in Auftrag gegebenen Jurten und Ersatzteile zu kontrollieren und verschiffen und damit die Reisekasse aufzufüllen. Dank Turkish Airlines unglaublicher Verspätung war ich statt geplanten 6 nur 4 Tage bei -30°C im tiefgekühlten Ulaan Batar und musste 2 Tage im Regen in Istanbul auf den verpassten Flieger warten, was den Stress so richtig ins Rollen brachte.

Einen Tag nach Rückkehr aus der Mongolei nach Dubai flogen Jan und ich gemeinsam mit WizzAir für sage und schreibe 85€ nach Sofia. Dort hatten wir ein paar Erledigungen, fuhren dann zu Kittymobil, unserem VW Bus “Kittymobil” und zogen nach einem langen, schönen Abend bei Freunden wieder in unser „Haus auf Rädern“ ein. Endlich wieder eine Nacht im eigenen Bett! Himmlisch!

Die Nacht war kurz, wir starteten früh zu unserem Roadtrip durch Eis und Schnee nach Deutschland über Rumänien, Ungarn und Österreich. Während einer kurzen, erholsamen Nacht auf einem Supermarktparkplatz in Budapest fror uns bei -7°C wieder der Abwasserschlauch zu, sodass wir froh um die sanitären Einrichtungen des Supermarktes waren, der schon um 6 Uhr öffnete.

4km hinter der deutschen Grenze bekam Kittymobil die zuvor beim Reifenhändler vorbestellen neuen Reifen und weitere 4km später deutschen TÜV. Der war nämlich in unserer Abwesenheit abgelaufen und muss „ohne schuldhafte Verzögerung“ nach Wiedereinreise nach Deutschland erfolgen. Erledigt, Häkchen dran!

Nach zwei Tagen bei Freunden, bei denen wir allerlei Kam und Post erledigten, Kittymobil wieder mit Lebensmitteln und Kosmetika einrichteten, einen 12V Tauchsieder kauften und ein Ladegerät zur Stromversorgung der Campingbatterie mit Landstrom installierten, fuhren wir nach Friedrichshafen zur Messe Motorradwelt Bodensee, auf der Jan täglich Bilder aus dem Kaukasus zeigte und wir mit unserem EISREISE Buch einen eigenen Stand neben der Reisebühne hatten.

Messetage machen Spaß, aber direkt neben der Bühne sind sie auch sehr laut und wir waren jeden Abend so froh, in unser gelbes Haus mit den Prilblumen zu steigen, die Tür zu schließen, den Trubel draußen zu lassen und zu Hause zu sein. Und ich war froh, wieder in der eigenen Küche zu kochen. Mir stand der Sinn schon seit Wochen nach saftiger, hausgemachter Lasagne, die wir glücklich mit dem Blick auf den Schnee vor der Haustür genossen. Zum EISREISE Vortrag am Samstagabend In Friedrichshafen kamen leider nur wenige Zuschauer in den extra dafür angemieteten Raum, denn obwohl wir Mitwirkende der Messe waren, erfuhren wir erst am Samstag selbst von der riesigen Jubiläumsparty, zu der alle eingeladen waren – und die zeitgleich zu unserem Vortrag stattfand.

Der deutsche Verkehr zeigte montags wieder deutlich, wie kollabiert er ist, denn für die 95km von Friedrichshafen nach Zürich brauchten wir 4 (in Worten: VIER) Stunden. Das lag daran, dass das Bodenseeufer mit Tempo 30 reglementiert ist, es keine Ausweichstrecke gibt und sich der gesamte Verkehr von Ampel zu Ampel und von Fußgängerüberweg zu Fußgängerüberweg quält. Maximale Geschwindigkeit laut GPS: 25km/h.

In der Schweiz konnten wir richtig tief durchatmen, bei denen herrscht kein Feinstaubproblem, auch nicht in Zürich, wo wir mit ziemlicher Verspätung bei Dani beintrafen. Am nächsten Abend hielten wir den EISREISE Vortrag im Ace Cafe Luzern vor einem großen, tollen Publikum mit bester Laune. Ein schöner Abend, Danke nach Luzern!

Weil ich ja in der Mongolei den Container mit 16 neuen Jurten samt Ersatzteilen auf den Weg gebracht hatte, musste das Jurtenlager in Zürich darauf vorbereitet werden: Platz und Ordnung schaffen und Inventur machen. Jan und ich füllten die Reisekasse weiter auf und verließen dann die Schweiz Richtung München, wo wir im übervollen Touratech Laden unsere EISREISE vor einem super Publikum zeigten. So macht das richtig Spaß! Von München ging es sofort weiter nach Kelkheim in den Taunus, wo das größere Publikum es vorzog, zu Hause zu bleiben, denn am Vortag hatte es Glatteis gegeben und da man als Deutscher ja nie weiß, wie viele Meter Schnee in 90 Minuten Vortrag fallen könnten, bleibt man sicherheitshalber zu Hause und es hagelte Absagen. Gerade bei dem Thema des Vortrages etwas… nun ja…

Zwei Tage später konnten wir zumindest nachvollziehen, dass sich nur besonders Mutige in den tiefsten Winter der Rhön zum Vortrag trauten, die Straßen zum Berghotel Eisenacher Haus waren zum Teil mit Schneeverwehungen dekoriert. Kittymobil kommt zwar überall durch, aber nicht jeder fährt Kittymobil und so war der Vortrag fast wie ein Abend unter neuen Freunden, denn danach blieb ein ganzer Tisch noch zum Essen im Restaurant und wir konnten mit allen klönen.

Wir selbst haben bekanntermaßen keine Angst vor Eis und Schnee und genossen eine so wunderschöne Zeit in der tief verschneiten Rhön, spazierten auf dem Ellenbogen herum, ließen uns fast von der Wasserkuppe pusten und hatten Spaß im Schnee. So wunderschön kann Winter in Deutschland sein! Man muss gar nicht bis zu den Alpen, um tollsten tiefen Winter zu genießen! Auf die Rhön folgte Schwäbisch Gmünd und wir waren dankbar, dass doch unerwartet viele Zuschauer kamen – wir hatten nämlich in der ganzen Hektik ganz vergessen, dafür Werbung zu machen! Ein schöner Abend mit einem interessierten Publikum voller Motorradfahrer – sieben von ihnen waren sogar auf Achse angereist! Trotz dicker Minustemperaturen! Genau so geht das, super!

Am nächsten Vormittag standen wir im Lager von LOXX Paneuropa, die nicht nur Motorräder Richtung Mongolei und Zentralasien verschiffen, sondern auch unsere EISREISE Bücher lagern. Ein dickes Danke dafür, dass unsere Bücher dort besser aufgehoben sind als im Lager von Amazon! Weiter ging es zum Vortrag in die Eifel, der Reiseveranstalter Special Adventure hatte uns und seine Kunden zu sich eingeladen. In der Nacht schüttelte ein Sturm Kittymobil und uns in den Schlaf, es ist so unglaublich gemütlich in unserem Haus, wenn draußen das Mistwetter tobt und wir warm und trocken im eigenen Bett liegen!

Der Vortrag in der Eifel war der letzte vor unserer „Vortragspause“. Die machen wir nicht, weil wir keine Lust mehr haben, sondern, weil wir sonst ein Problem mit unserer Krankenversicherung haben. Warum genau, haben wir hier erklärt: Krankenversicherung auf Weltreise Und genau deshalb sind wir nach stressigen 5000km von Vortrag zu Vortrag nun zu unserer ersten gemeinsamen Pauschalreise aufgebrochen: 5 Tage Türkei, mit Hotel, Halbpension und Flug für 152€. Wir haben unheimlich Glück mit unserem Last Minute Angebot: das Hotel liegt im antiken Side gegenüber der Ruinen, kein Hotelbunker weit und breit, direkt am Meer, das Wetter ist perfekt und wir genießen absolut entspannende und ruhige Urlaubstage.

Wir hören den vielen, vielen Bienen und dem Meeresrauschen zu, lesen viele Bücher, laufen am Meer entlang oder streuen durch die römische Ruinenstadt und lassen den Stress der letzten Wochen von uns abfallen. 5000km im deutschen Kollapsverkehr liegen in 2,5 stressigen Wochen hinter uns. Außer in Tabriz (Iran) haben wir im letzten Jahr nirgends solche Verkehrsverhältnisse erlebt wie in Deutschland. Ganz schön nervenzehrend! Dazu kommt, dass ich ganz normal weiter arbeite, das in Deutschland aber nicht so gut funktioniert, wie im Rest der Welt. Ständig sind wir auf der Jagd nach Handyempfang und wenn es den gibt, geht die Suche weiter nach einer Stelle, wo das Handynetz auch mobiles Internet in einer Qualität bietet, die es erlaubt, dass ich mich zum Arbeiten ins System einloggen kann und nicht wegen „time out“ das Arbeiten wieder auf den nächsten Parkplatz verschieben muss…

Doch jetzt sind wir erstmal im Pauschalurlaub und erleben, was wir sonst nur aus Erzählungen kannten: Hotelgäste, die zum Frühstück schon das zweite Bier ordern und Restaurants, die mit „Hier Schnitzel!“ um Kundschaft werben. Nächste Woche geht es aus gleichem „Versicherungsgrund“ noch eine Woche nach Fuerteventura und dann sind wir pünktlich zu den weiteren Vorträgen in der Rhön (2.3.), in Berlin (8.3.) und Braunschweig (15.3.) wieder da. Und am 21.3. verlassen wir Deutschland wieder, um uns auf den Weg zurück zu unseren Motorrädern zu machen, die auf uns seit Anfang Januar auf Queshm Island im Iran warten.