Hier im Blog war es einen Monat lang still – obwohl wir selbst keinesfalls die Füße stillgehalten haben. Wir waren so offline aktiv, dass wir keine Zeit hatten, online zu bloggen. Bevor das wieder passiert (aber diesmal mit Ansage), geben wir Euch noch schnell einen Überblick über die letzten Wochen:

Das letzte Mal hattet Ihr von uns gehört, als wir „Sunhine“, den 47 Jahre alten holländischen LT28 in Amsterdam abgegeben haben, wohin wir ihn von Dakar aus zu seinem Besitzer zurückgefahren hatten. Von dort aus sind wir mit dem Flixbus nach Deutschland, um unsere Familien zu besuchen und diverse organisatorische Dinge zu erledigen: Pass und Personalausweis neu beantragen, Wahlunterlagen organisieren, Kopie der Geburtsurkunde ausstellen lassen,… „Digitalisierung“ ist einfach immer noch ein Fremdwort dort und alles kostet Zeit!

Zufällig sind wir in eine VW-Veranstaltung vor dem VW Nutzfahrzeuge Werk in Hannover hineingeraten und trafen viele VW-Bus Enthusiasten und VW-Mitarbeiter, die alle darüber traurig waren, dass der VW-Bus (T6) von VW nicht mehr produziert wird. Mehr dazu hier: Bulli-Aus. Aber die EU möchte das so mit all ihren Umwelt- und Datenschutzverordnungen, rettet damit die Welt und übersieht dabei, dass das für Tausende wirtschaftliche Probleme bringt. Auch diverse Kleinwagen (der Smart, VW up! etc.) erfüllen die ganzen verschärften Auflagen nicht und weil für die Fahrzeughersteller die EU einfach ein sehr winziger Markt ist, gibt’s die jetzt einfach nicht mehr und die Produktion wird eingestellt. Man muss sich nicht alles bieten lassen. Dieser winzige Fleck EU rettet mit Daten- und Umweltschutz die Welt. „Nicht unsere Welt“, wie wir vor dem Werkstor von vielen hörten. Ein zu langer Aufenthalt in Deutschland tut uns nicht gut und so spürten wir echte Erleichterung, als der Flieger endlich abhob und wir nach Sofia flogen.

Auch dort hatten wir einiges zu tun: die Carnets de Passage mussten zurückgegeben und wieder neu ausgestellt werden, ein Termin auf der deutschen Botschaft, zwei Termine auf dem Konsulat von Ghana, einer auf dem Verbindungsbüro der nigerianischen Botschaft,… unsere Weiterreise durch Westafrika muss natürlich auch organisiert werden! Während wir bei hochsommerlichen Temperaturen die Dolce Vita Bulgariens in Sofia genossen (Erdbeeren mit Geschmack! Kirschen süß wie Pralinen und prall wie riesige Murmeln!), verfolgten wir die Wahlergebnisse der Europawahl und waren froh, nicht mehr da zu sein, von wo wir im Februar 2018 gestartet sind.

Viel später als ursprünglich mal gedacht kamen wir in unserer „travel base“ an. Im Frühjahr 2021 haben wir uns in Bulgarien ein Haus gekauft, welches wir seitdem nutzen, um Fahrzeuge oder Ausrüstung zu wechseln oder zur Verschnaufpause, wenn wir mit einer Destination so gar nicht klar kommen und einfach mal richtig gutes Essen, nette Leute, einsame Natur und Ruhe brauchen. Diesmal war keine Zeit für Verschnaufpause: wir hatten nur zwei Tage „Übergang“ zum nächsten Trip.

Weil wir ursprünglich geplant hatten, schon im Mai in der travel base zu sein und nicht erst im Juni, erwartete uns ein Dschungel, den wir mit unserer Zweitakter Husquarana zurück in einen Garten verwandelten. Leider kein Motorrad von Husquarna, aber Hauptsache, benzinbetrieben! Kaum war der Hof wieder nutzbar, packten wir Matratze und Bettzeug in Hans, unseren mittlerweile 33 Jahre alten „Overlander Passat“ und düsten los in die Türkei.

Unser chinesisches Kennzeichen, mit dem wir rund 2 Monate durch China gefahren sind.

Einen Monat zuvor war in Peking die Peking-Paris Rallye gestartet, die 1907 zum ersten Mal stattfand und bei der heutzutage Oldtimer (jünger als 1976) die Strecke ohne Assistenz nach Roadbook zurücklegen. 103 Autos, das älteste 110 Jahre alt, gingen an den Start. Alles, was auf der langen Strecke irgendwann an Werkzeug oder Ersatzteilen benötigt werden könnte, musste an Bord sein, denn Serviceteams oder Abschlepper gibt es nicht. Die Tagesetappen waren bis zu 650km lang. Das war nicht so ganz unser Reisetempo, als wir selbst mit unserem VW Bus 2019 von Krefeld über Tibet nach Peking gefahren sind.

Wir kannten also die Strecke und den mitreisenden italienischen Toningenieur, unseren Freund Alessio, der mit einem Team einen Film über die Veranstaltung drehen sollte. Er hatte uns eingeladen, die Rallye in Istanbul zu erleben und ein paar Tage im Tross mitzureisen. Istanbul ist von unserer travel base ein echter Katzensprung und als wir nachmittags dort eintrudelten, standen die meisten Rallyeautos schon in der Tiefgarage eines Fünfsternehotels. Die typische Fahrerlager-Atmosphäre war nicht vorhanden, die Fahrer süffelten Bier für 9€ an der Hotelbar.

Bei einem Nenngeld von rund 80.000€, bei dem außer Übernachtung, Roadbook und Aufkleber so gut wie nichts inkludiert ist (nein, weder Flüge noch Visa oder Verschiffung, kein Lunchbag oder Abschlepper, nicht mal Kleinigkeiten wie Merchandise Artikel gab es!) ist das Klientel ein anderes als das, was wir aus unserer aktiven Rallyezeit gewohnt sind. Auch sonst waren wir sehr überrascht, wie wenig diese Veranstaltung ihrem Namen gerecht wurde: kein Briefing, kein Prestart, kein Infoboard, keine sichtbare Orga, Ausgabe der Bordkarten völlig chaotisch wenige Minuten vorm Start, während der Großteil der Orga noch beim Frühstück saß, ein Race Director, der in Wertung fuhr, sein Fahrzeug abfackelte und gerade daheim war, um mit einem Ersatzfahrzeug der Veranstaltung entgegen zu fahren,… wir waren, vorsichtig formuliert, negativ überrascht bis entsetzt.

Wir verließen nach der ersten Überraschung das fünf Sterne Hotel, parkten Hans als vergleichsweise jugendliches Neufahrzeug in derselben Tiefgarage wie die Rallyefahrzeuge und fuhren mit der Metro in unser Lieblingsviertel Cihangir, wo wir jedes Mal in Istanbul flanieren und die Atmosphäre genießen.

Nach dem Abendessen liefen wir in die brechend volle Fußgängerzone. Es war 21:30 und die Menschen schoben sich durch Straßen, Gassen und Läden. Alles hatte noch geöffnet. Nicht so wie in Deutschland, wo ein früher Ladenschluss solche abendliche Shoppingtouren verhindert, und Innenstädte aussterben – oder ausgestorben sind. Wir ließen uns treiben und taten es den Türken gleich: ein neuer Wanderrucksack für das nächste Reisekapitel musste her und kurz vor 22 Uhr ist der beste Zeitpunkt für einen Spontankauf im lokalen Einzelhandel, finden wir. Wir genießen Istanbul immer sehr!

Wir hatten vorher auf Social Media oft gelesen, dass die Türkei so teuer geworden sei, dass man sich das als Tourist nicht mehr leisten könne. Wir sind, weil Nachbarland, sehr oft in der Türkei, zuletzt Anfang Oktober 2023, und können das nicht so bestätigen. Ja, die Eintrittspreise zu Sehenswürdigkeiten sind für Touristen astronomisch gestiegen, aber das ist weltweit üblich, dass Ausländer wesentlich mehr zahlen als Einheimische und für uns jetzt nicht so der Aufreger. Für Touristen, die in der Türkei anfangen, die Welt zu entdecken, jedoch eine unbekannte Praxis und daher viele negative Emotionen wert. Irgendwie auch ein bisschen fair, denn ein deutscher Tourist hat ein ganz anderes Einkommen als eine türkische Familie, die am Wochenende auch etwas anschauen möchte und irgendwie müssen solche Kulturgüter ja auch erhalten und der einheimischen Bevölkerung finanziell ermöglicht werden, diese auch selbst zu erleben.

Unser Hotelzimmer mitten im Zentrum, mit Privatbad und Minibalkon hat uns 36€ gekostet, ein Bett im Schlafsaal im selben Gebäude hätte 11€ gekostet, nebenan 8€. Auch hier können wir nicht versehen, wie auf Social Media behauptet wird, Istanbul sei für Reisende zu teuer geworden. Ein üppiges Abendessen mit richtig gutem Fleisch, Salat und diversen Getränken (alkoholfrei) hat uns 20€ gekostet. Ja, das ist mehr als noch vor 3 Jahren und für Türken kein Schnäppchen, aber trotzdem keine Abzocke, denn es war kein Industriefraß aus Convenience-Produkten wie in anderen Ländern Westeuropas mittlerweile üblich… Das 3€ Fischbrötchen an der Galata Brücke gib’s für den kleinen Geldbeutel ja immer noch. Nur wer meint, Alkohol gehöre zum Leben und ohne Alkohol keine Reise nach Istanbul, der muss tatsächlich tief in die Tasche greifen. Sehr tief. Aber ist das nicht in Skandinavien auch so, wo dieselben Touristen dauernd hinfahren? Genau.

Istanbul ist für uns also weiterhin eine Reise wert und kein teurer Luxusausflug. Was Luxus ist, ist jedes Mal das traditionelle Frühstück in „unserem“ Café in Cihangir, für das wir wie letztes Mal früh aufgestanden sind, um noch einen Tisch zu ergattern, denn insbesondere sonntags strömen riesige türkische Familien in das kleine Café, um ein üppiges Van-Frühstück zu genießen. Ein absolutes Highlight jeder Türkeireise! Und, Hand auf Herz: in welcher Hauptstadt gibt es so ein riesiges Frühstück voll hausgemacher (!) Leckereien für 23€ für zwei? Na?

Kugelrund gefuttert fuhren wir in den Touristenteil der Stadt und trafen uns mit Alessio vor der Hagia Sofia, wo er für die Rallye noch Tonaufnahmen gemacht hatte. Nicht unser liebster Teil von Istanbul, weil völlig überlaufen mit Reisegruppen und allem, was dann an Negativem dazugehört wie aufdringliche Verkäufer, überteuerte Souvenirs, Touristenfallen-Restaurants und mehr. Auch Alessio war genervt und so verzogen wir uns in ein ruhiges, traditionelles Restaurant, in dem ich seit 2009 gerne esse (Danke an Marco damals für den Tipp!) und atmeten erstmal auf.

Einen Milchreis später fuhren wir zu dritt mit der U-Bahn in „unser“ Viertel, aßen etwas und holten unser Handgepäck ab, denn wir zogen zu Alessio ins Fünfsternehotel! Alessio hatte uns eingeladen und weil er den Rest des Tages frei hatte (es war Ruhetag für die Fahrer), konnten wir in aller Ruhe zu dritt die wunderschönen Fahrzeuge bewundern, die in der Tiefgarage parkten. Tolle Schätzchen!

Allesamt natürlich ohne 4×4, keins davon ein Expeditionsmobil und doch sind alle diese historischen Fahrzeuge angekommen – über teilweise unbefestigte Rallyestrecken, für die sich die Mehrheit der heutigen Reisenden einen Geländewagen aufbaut. Nun ja. Wir sind es damals auch mit Kittymobil, unserem VW T4 gefahren und haben missbilligende Blicke von Offroadern ertragen müssen, wenn unser gelber Blümchenbus abends am selben Ziel heranrollte. Diese Oldtimer bewiesen, dass das Fahrzeug, was man gerade hat, für die große Fahrt geeignet ist. Fahrt los!

Unser fünf Sterne Luxuszimmer (1000 Dank, Alessio!) hatte sogar eine Badewanne, sodass wir das erste gemeinsame Vollbad in über 6 Jahren nahmen: echter Luxus! Nach einem Frühstück bei Sonnenaufgang fuhren wir Hans aus der Tiefgarage und reihten uns in den Rallyetross ein. Wegen Wartezeiten an der Grenze war die Wertungsprüfung (die sowieso nur 20km gewesen wäre) abgesagt und es ging über die Autobahn von Istanbul nach Thessaloniki. Hans, unser Passat, ist mit seinen 33 Jahren auch ein Oldtimer, wurde aber von den Rallyefahrzeugen gnadenlos überholt, denn für uns völlig unverständlich droschen die Teilnehmer die Motoren direkt aus der Tiefgarage mit Höchstgeschwindigkeit über die Autobahn. Hans tun wir das nicht an und da es an dem Tag eh nichts zu sehen gab, fuhren wir den Motor warm und dann unser gemütliches Reisetempo mit Stopp bei „Köfte Airlines“ zur Grenze.

Wir hören immer wieder, dass Menschen Respekt vor unserer „Reiserei“ hätten, weil wir so viele, angeblich so schwierige und angeblich so komplizierte Grenzen überqueren müssten und dann auch noch ohne Kenntnisse der dortigen Sprache! Dieselben Menschen, die uns diesen Respekt zollen, finden es aber total normal, in die Türkei zu fahren. Und da müssen wir diesen Menschen Respekt zollen, denn das war für uns in über 100 bereisten Ländern nun der langwierigste Grenzübergang. 8:45 Stunden standen wir geduldig in einer Reihe. Respekt an alle, die das jeden Sommer tun, um in den Sommerurlaub zu fahren! Und Gruß an diejenigen, die innerhalb der EU wieder Grenzkontrollen einführen wollen…

Die Sonne brannte mit 36 Grad, der Asphalt glühte und uns taten all die Oldtimer-Fahrer leid, die keine Klimaanlage hatten wie wir im Hans. Es gab nämlich keine gesonderte Spur an der Grenze für die Rallyefahrzeuge, keine Assistenz seitens der Orga für den temporären Import diverser Fahrzeuge in die EU und dazugehörigen Papierkam wie die „grüne Karte“ (für all die Teilnehmer, die nicht aus Europa kommen), die Teilnehmer waren auf sich allein gestellt.

Als wir es nach fast neun Stunden nach Griechenland geschafft hatten, waren wir hungrig und aßen in der erstbesten Taverne am Meer, die wir auf google maps finden konnten. Herrlich! Egal ob Bulgarien, Griechenland oder Türkei: das Essen „in dieser Ecke“ ist einfach himmlisch!

Nach dem Essen entschieden wir, nicht wie die Rallyeteilnehmer noch 360km durch die Nacht bis Thessaloniki zu fahren, sondern uns einen strategisch günstigen Schlafplatz in der Natur zu suchen: nahe der Autobahn und in der Nähe einer Bäckerei, die morgens um fünf schon Bougatsa Crema verkauft. Bougatsa ist das traditionelle griechische Frühstück: ein Strudelteig, gefüllt mit Griesbrei. Man bekommt das Gebäck heiß aus dem Ofen in Stücke geschnitten mit Zimtzucker bestreut serviert. Dazu den typischen freddo Cappuccino und wir rollten wieder auf der Autobahn gen Thessaloniki, den Sonnenaufgang im Rückspiegel. Jedes Land sein typisches Frühstück!

Wir kamen im Rallyehotel an und konnten die ganzen Oldtimer-Schätzchen im Parc Fermé nun endlich bei Tageslicht bewundern. Manche Autos so uralt, dass wir nichtmal die Marke erkannt haben, andere für uns quasi Alltagsautos, da sie in Afrika immer noch als Taxis genutzt werden – mangels Nachschub moderner, umweltfreundlicher Autos dank Abwrackprämie der Weltretter Europas… Irgendwie komisch, wenn man solche Fahrzeuge im Alltag selbst nutzt, sie dann ein paar Wochen später in Europa als hochglanzpolierte Wertanlagen wiederzusehen!

Die Etappe des Tages führte über den Berg Olymp und wir fuhren früh genug los, um vor dem ersten Starter oben zu sein. Weil wir aber Hans nicht wie ein Rallyeauto fahren, schwammen wir bald in Fahrerfeld mit und konnten die tollen Fahrzeuge in Aktion erleben. Wir waren beeindruckt (und auch ein wenig verwundert) vom Fahrstil der Teilnehmer. Schließlich handelt es sich nicht um abgesperrte Rallyestrecken, sondern öffentliche Straßen, auf denen schon mal ein Milchlaster herumgondelt oder ein Traktor schleicht.

Alessio war über die Autobahn der Rallye entgegengefahren und wartete auf uns inmitten der spektakulären Landschaft der Meteora Klöster. Wir hatten die Teilnehmer zwischenzeitlich bei einem Tankstopp alle wieder überholt und konnten daher ganz gemütlich von einem Parkplatz aus zuschauen, wie im Minutentakt die weit gereisten Fahrzeuge heranrollten.

Ich war vor einigen Jahren schon mit Kittymobil (unserem VW T4) bei den Meteora Klöstern und hatte es zwar als hochtouristisch und extrem voll empfunden, aber immer noch als freundlich und angenehm. Nun fuhren Polizisten auf Mountainbikes herum, die nichts anderes zu tun hatten, als zu fragen, ob man eine Genehmigung zum Fotografieren oder Filmen hatte. Ein Foto der Rallyefahrzeuge in Richtung Wald ist okay, mit den Klöstern im Hintergrund nicht. Es sei denn, man zeigt das Foto nirgends, wo auch nur eventuell vielleicht irgendwann einmal auch nur ein Cent damit verdient werden könnte, zum Beispiel hier im Blog oder auf Social Media. Völlig absurd. Es wurde regelrecht Jagd auf Touristen gemacht, die mit Drohnen versuchten, ein Bild eines Klosters ohne Touristenmassen zu machen und auch das Team der Rallye wurde ermahnt, keinesfalls bei einem Kameraschwenk ein Kloster auf Video zu erfassen, weil man dafür eine Drehgenehmigung braucht. Europa regelt sich irgendwann noch völlig zu Tode. Je länger wir außerhalb Europas reisen, desto lächerlicher wird dieser Zirkus hier für uns.

Wir verabschiedeten uns am frühen Nachmittag von Alessio und düsten los, denn wir mussten am nächsten Morgen in Sofia sein. Ein griechischer Salat bei Oma am Straßenrand ging noch, dazu Souvlaki, Pommes, Brot und Getränke und das alles für 12€ für uns zwei. Auch Griechenland ist nicht das teure Reiseland, als das es auf Social Media von vielen verschrien wird. Irgendwas machen wir anders. Irgendwas…

Die zurückliegenden Tage waren anstrengend mit wenig Schlaf und vielen Kilometern und so schafften wir es nur über die bulgarische Grenze, wo wir früh ins Bett fielen, um am nächsten Morgen früh weiter zu fahren und rechtzeitig in Sofia zu erscheinen. Klappte perfekt und nach über 2500km kam unser Oldtimer Hans wieder in unserer travel base an und hat kein bisschen geschnauft. Wir sollten mal wieder mit ihm auf richtig große Fahrt gehen! So wie vor drei Jahren, als wir mit ihm bis in den Irak oder auch ins sagenumwobene Ushguli in Georgien gefahren sind…

Wir sitzen nun in einem mehr oder weniger großen Chaos aus Gepäckhaufen. Einer für „Afrika“ und einer für „Winter“. Denn in den Winter fliegen wir am Samstag (29.6.). Wir tun das, wozu eine travel base da ist: Ausrüstung wechseln: von Temperaturen über 40 Grad zu einstelligen Temperaturen Richtung Gefrierpunkt. Wir verbringen die nächsten zwei Monate in der Kälte!

Spätestens seit unserer Hochzeitsreise mit zwei Motorrädern im Winter zum Nordkap (darüber gibt es auch ein Buch: EISREISE) ist bekannt, dass wir Schnee und Eis mögen. Ein kompletter Winter mit dem VW-Bus in Sibirien und ein weiterer Winter mit dem T4 in Skandinavien folgten. Doch das ist schon drei Jahre her, in denen wir seltenst Temperaturen unter 25 Grad erlebt haben und so sehr wir blauen Himmel und heiße Temperauren mögen, unsere Entdeckerlust treibt uns wieder ins Eis. Und zwar richtig.

Es geht nach GRÖNLAND! Jawohl. Ja, teuer, aber nein, nicht unbezahlbar, wenn man auf feste Unterkünfte verzichtet, zeltet und sich einer Gruppe anschließt, um Kosten zu teilen. Und so machen wir es dann auch: am Samstag fliegen wir erstmal nach Reykjavik (Island), verbringen dort zwei Nächte und steigen dort in eine organisierte Kleingruppenreise ein, die uns in den Süden Grönlands führen wird. Unser Freund Edgar kommt mit und mit noch neun weiteren uns unbekannten Natur-Enthusiasten werden wir 15 Tage lang den Süden Grönlands aktiv entdecken: mit Steigeisen auf einen Gletscher, mit Kajaks zwischen den Eisbergen, zu Fuß durch die Wildnis und mit Schlauchbooten durch die einzigartige Landschaft. Es wird sicher anstrengend, aber toll!

Ein kompletter Winzer mit dem T4 in Skandinavien

Die Reise endet wieder in Reykjavik und nach nur einer Nacht geht’s gleich weiter zum nächsten Reisekapitel: eine 15-tägige Rundreise (inklusive Westfjorde) mit dem Mietwagen und Familie! Mein Vater reist samt Partnerin Dorothea an und gemeinsam werden wir Island erkunden – ein bisschen als Ersatz für die für 2020 geplante gemeinsame Reise durch Georgien, die wegen der Pandemie nicht stattfand. Island ist einerseits für mich als Dipl. Geo. hochinteressant, andererseits graut es uns beiden auch etwas davor, denn während der Reisevorbereitungen haben wir festgestellt, wie massentouristisch das Land mittlerweile geworden ist, wie viele Restriktionen deswegen nötig wurden und wie viele „zusätzliche Einkommensquellen“ die Einheimischen verständlicherweise erschlossen haben, um Touristen zu melken. Wir hoffen sehr, dass es uns trotzdem gefällt. Wir hätten vor 25 Jahren Island erkunden sollen, aber wie immer gilt auch da: besser spät als nie!

Sobald wir den Mietwagen abgegeben und die Familie am Flughafen verabschiedet haben, steigen Jan und ich in einen 4×4 Mietwagen um, um noch ein bisschen mehr vom Land zu sehen. Ob wir dann aber noch aufnahmefähig sind und die Natur noch genießen können, werden wir dann sehen. Im Anschluss wechseln wir die „Insel“ und fliegen auf die Färöer. Die liegen quasi auf dem Heimweg und wenn wir schonmal in der Gegend sind… Wir haben zufällig ein super Schnäppchenangebot erwischt und werden dort mit einer Freundin, die dazugeflogen kommt, eine Woche lang mit einem Mietwagen „nordisches Inselhopping“ machen. Leider sind auch dort die Einheimischen vom Tourismus zu kreativen Einnahmequellen verleitet worden und wir sind uns alle drei nicht so sicher, ob wir wirklich 30€ Wegerecht zahlen möchten, um diese oder jene Wanderung zu machen. Wir lassen das mal auf uns zukommen und entscheiden vor Ort je nach Wind und Wetter, was wir machen!

Und dann, im September, sind wir wieder zurück in unserer travel base in Bulgarien und tauen wider auf. Nach ein paar Wochen Akklimatisation auf Wärme packen wir im Oktober den Gepäckhaufen „Afrika“ ein und fliegen zurück zu unseren Motorrädern, die derzeit in Ghana die Regenzeit „überwintern“. Dann geht es weiter die Westküste entlang – sofern wir bis dahin alle Visa haben, die wir hier in Europa organisieren müssen…

Höchstwahrscheinlich wird es bis September, wenn überhaupt, nur wenige Blogposts geben. Das Reisetempo ist einfach viel zu hoch, da wir aufgrund der Kostenstruktur der vor uns liegenden Destinationen ziemlich „zeitoptimiert“ reisen und sehr wenig Zeit für Pause bleibt. Wie auch mit diesem heutigen Blogpost: wir holen das alles nach und zeigen Euch all die Bilder dieser wunderschönen Destinationen, wenn wir wieder aufgewärmt sind!

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