Ein Jahr saßen wir quasi auf „gepackten Koffern“ (wenn wir denn jemals so viel Gepäck besessen hätten), um Jans Motorrad „Oskar“ aus Armenien zu holen. Am Donnerstag war es endlich so weit: Jan hat Oskar nach über 2 Jahren aus Armenien und somit aus der eurasischen Zollunion ausgeführt, denn die Zollpapiere laufen am 30.9.2021 ab, die Grenzen sind schließlich seit Juni geöffnet.

Unser Aufenthalt in Armenien war kurz: nach nur fünf Tagen waren wir wieder zurück in Georgien. Wahrscheinlich war der Stress nicht nötig, aber wir wollen nicht so kurz vor dem Ziel, Oskar aus der eurasischen Zollunion auszuführen, wieder „hängen bleiben“. Doch der Reihe nach: Letzte Woche Samstag fuhren wir von Tiflis ganz gemütlich nach Armenien und fanden dort einen der schönsten Übernachtungsplätze des gesamten Jahres. Nach einer Woche Stadtlärm und Stress in Tiflis absoluter Seelenbalsam! Leider waren wir völlig unvorbereitet und hatten nicht genug Wasser an Bord, um zwei Nächte zu bleiben und einfach mal in der Natur die Seele baumeln zu lassen.

Wir fuhren weiter, Tagesziel 3Gs Camping östlich von Eriwan, wo wir unsere Motorrad- und Campingausrüstung und Jans Motorrad eingelagert hatten. Wir wissen nicht mehr, wie oft wir schon in Armenien waren (die Stempel im Pass zählen ist auch verwirrend, weil nicht alle Pässe bei uns sind), aber es fühlte sich wie „Heimkommen“ an. Zuletzt, im Sommer 2019, waren wir rund einen Monat in und um Eriwan und wir freuten uns darauf, unsere Lieblingsplätze wieder aufzusuchen, obwohl der Fokus klar darauf lag, Oskar und den Rest unseres „Geraffels“ für die Ausreise fertig zu machen. Und zu diesen Lieblingsplätzen gehört ein „Gartenrestaurant“, das wir 2018 entdeckt haben und das auf uns jedes Mal eine magische Anziehungskraft hat: man sitzt in Holzhüttchen oder luftigen Gartenlauben in einem wunderschönen schattigen Garten und genießt leckeres Essen. Das Restaurant backt sogar eigenes Brot!

So kamen wir gut gestärkt auf dem 3Gs Campingplatz an. Dort wimmelt es normalerweise von Reisenden, aber dieses Jahr waren nur Urlauber da: drei Fahrzeuge aus dem Iran mit lieben Menschen, die u.a. zum Impfen nach Armenien gekommen waren und europäische Weißware mit dementsprechendem Platzwart-Verhalten. Umparken unmöglich, Rücksichtnahme unbekannt, Gruppenkuscheln erwünscht. Warum man direkt hinter unserer Heckklappe schlafen muss, wenn der Campingplatz fast leer ist, können wir uns nicht erklären. Wir fühlten uns eingeengt und im falschen Film: mit bulgarischen Kennzeichen war ja nicht klar, dass wir Deutsch verstehen, wenn vor unserer Schlafzimmertür der deutsche Platzwart wohnt… Wir wissen schon, warum wir nie, nie, niemals auf Campingplätze gehen: für Freiheitsentzug bezahlen müssen und Menschen vor der Tür haben, mit denen man nicht in Urlaub fahren möchte. Zu „normalen Zeiten“ allerdings sind auf diesem Campingplatz 99% Gleichgesinnte und wir zahlen gerne für den Luxus einer inkludierten Waschmaschine, sauberen Sanitäranlagen, Küchen und Pool. Nur diesmal waren wir wie Fremdkörper.

Gleich morgens um 8 sahen wir Oskar wieder: trotzdem er mit einem Spannbettlaken abgedeckt war, hatte sich eine dicke Staubschicht auf ihm und unserem Gepäck angesammelt. Und natürlich sprang er nach 2 Jahren Standzeit nicht an, aber damit hatten wir gerechnet. Es half kein Anschieben und kein Überbrücken, doch wir sind rund um Eriwan ja „zuhause“ und gut vernetzt, sodass wir schon eine neue Varta Batterie organisiert hatten, bevor der obligatorische Kaffee mit den Besitzern der Garage, in der Oskar stand, ausgetrunken war.

Doch bevor wir nach Eriwan zum Abholen der Batterie fuhren, ließen wir noch ein kleines Loch an Hans beim „Schweißer unseres Vertrauens“ flicken. Natürlich hätten wir das gleich im Mai machen lassen können, als wir das Löchlein entdeckten, aber warum in „fremden Ländern“ jemanden suchen, wenn wir wissen, wo es jemanden gibt, der es kann? 10€ hat das „Pflaster“ für Hans gekostet, dann ging es in die Stadt nach Eriwan.

Die Batterie stand für uns bei den Dreamriders bereit. Arsen und Artur vermieten dort Yamaha XT660 Motorräder an alle, die sich die weite Anreise nach Armenien mit dem eigenen Motorrad sparen möchten und betreiben eine Motorradwerkstatt, lagern Motorräder ein und „pimpen“ Geländefahrzeuge. Die ideale Anlaufstelle für Overlander wie uns! Artur ist ein Ingenieur und Motoren-Guru und hat uns vor zwei Jahren bei dem Versuch geholfen, aus meinem defekten und dem als „neu“ in Deutschland gekauften Schrottmotor einen funktionstüchtigen Motor zusammen zu basteln. Weil der „neue“ Motor aber keine 350ccm hatte (wie angegeben), hat das letztendlich nicht geklappt und wir mussten die Motorräder zurücklassen. Mehr dazu hier: Fahrzeugwechsel.

Hans wartet auf seinen Ölwechsel

Bei Arsen und Artur gibt es immer Kaffee und Benzingespräche und natürlich auch Ersatzteile, gutes Öl und Oskars neue Batterie. A propos Öl: Hans brauchte nach rund 13.000 Kilometern Reise einen Ölwechsel und aufgrund unserer Vorliebe für unbefestigte Straßen auch einen neuen Luftfilter. Während Hans „in der Mache“ war, besorgten wir eine neue Simkarte für Jan und kehrten in „unserem“ Café zwischen den Botschaften von Iran und Bergkarabach ein, bis wir Hans abholen konnten. Schnell noch mit unserem 12l Benzinsack an der Tankstelle frischen Premium-Sprit (das ist in Armenien 95 roz) holen und zurück zum Campingplatz und zu Oskar, der musste noch zum Leben erweckt werden!

Während Jan die neue Batterie und die in Bulgarien noch schnell gekauften neuen Zündkerzen montierte, betankte ich Hans mit dem ganzen alten Sprit, der in Oskars Tank schwappte. Hans schluckt alles und wir wollten bei Oskars Wiederbelebung nichts dem Zufall überlassen. Zur Sicherheit haben wir Oskar noch mit Hans überbrückt und tataaa… Oskar sprang sofort an und pötterte fröhlich vor sich hin. Bereit für die Reise!

Eigentlich hatten wir nach zwei Nächten die Flucht vom Campingplatz geplant, waren aber nicht fertig, denn wir hatten vor zwei Jahren unser Gepäck aus VW Bus und Motorrädern in Hektik irgendwie sortiert und fanden erstmal gar nichts. Wo ist das Bordwerkzeug? Im VW Bus im Kasachstan. Warum sind da zwei lange Unterhosen? Und was macht mein Norwegerpulli in Armenien? Jan kümmerte sich um das Gepäck, ich hatte endlich Gelegenheit, die Spuren der Explosion im Irak zu beseitigen. Dort war uns auf einem Parkplatz bei 47°C der Reifenpilot Spray explodiert. Die Delle die die explodierende Dose von innen im Blech oberhalb des Radkastens hinterlassen hat, wird ein ewiges Andenken daran bleiben und wir scherzen, dass wir in Zukunft jeden Sommer in den Irak fahren sollten, um es bei über 30°C in dicken Jeans noch als „total angenehm“ zu empfinden. 😊 Der Inhalt des Reifenpilots, eine klebrige Masse, hatte sich bei der Explosion im gesamten Fahrzeuginneren verteilt und dank des bedeckten Wetters war der Tag endlich perfekt zum Fensterputzen und Hausputz!

Wir waren am späten Nachmittag abreisebereit und verzogen uns wegen der unattraktiven Nachbarschaft früh „nach Hause“ und machten Kinoabend in Hans. Nach drei Nächten verließen wir endlich den Campingplatz und fuhren morgens nach Eriwan in ein kleines Apartment, wo wir unheimlich lieb von einer älteren Dame mit Kaffee und Trockenobst aus ihrem eigenen Garten empfangen wurden. Solche Gastgeber wärmen das Herz! Wir hoffen, wenn wir Kittymobil aus Kasachstan gen Westen fahren, zurück auf dem 3Gs Camping zu sein und dann wieder „ewig“ hängen zu bleiben, weil so viele nette Menschen dort Reisepause machen. Diesmal hatten wir einfach Pech mit den anderen Gästen.

Auch in Eriwan hatten wir noch einen Haufen zu tun. Zunächst mussten wir zur deutschen Botschaft, die Papiere von Oskar abholen. Ein Mitarbeiter dort hatte sich, ganz im extremen Gegenteil zur deutschen Auslandsvertretung in Kasachstan, um die Zollpapiere aller in Armenien gestrandeter deutschen Fahrzeuge gekümmert. Das Konsulat in Almaty behauptet ja weiterhin, dass dies „grundsätzlich“ nicht möglich sei und es eine solche Vollmacht, wie sie Jan für die deutsche Botschaft Eriwan unterschrieben hat, „grundsätzlich“ nicht gäbe. Jaja… Nachdem wir die Botschaft in Taschkent nichtmal betreten durften, die deutsche Botschaft Jan die Ausstellung eines neuen Reisepasses sieben Wochen lang verweigert hat, wir in Usbekistan keine Info über Sonderflüge nach Europa bekommen hatten (obwohl deutsche Diplomaten im Flieger saßen), wir weder vom Konsulat in Almaty noch von der Botschaft in Astana Unterstützung bei den Zollpapieren bekommen hatten und wir den Hals übervoll hatten, was deutsche Botschaften betrifft, waren wir mehr als froh zu erfahren, dass es auch anders geht: wir durften in die Botschaft hinein, wurden sehr nett und freundlich behandelt, fühlten uns willkommen und unsere Steuergelder gut investiert. Der Botschaftsmitarbeiter, der sich so gut gekümmert hat, war zwar nicht da, aber wir haben ihm eine gute Flasche armenischen Cognac dagelassen. Armenien ist berühmt für Cognac und wir haben beim Preisvergleich auf dem Handy im Supermarkt festgestellt: eine Flasche, die hier 20€ kostet, wird in Deutschland für 52€ verkauft! Der Besuch in der deutschen Botschaft war richtig wichtig für uns, die wir aufgrund der miesen Behandlung anderer Botschaften mehr als ernsthaft über Konsequenzen nachdenken.

Nächster Punkt: mein Motorradmotor musste weg, den wollten wir nämlich nicht mit nach Bulgarien nehmen und weil es in Armenien keine DR350 gab, konnten wir ihn auch nicht in Armenien an einen Motorradfahrer weitergeben. Arsen von den Dreamriders hatte angeboten, ihn zum Altmetallhändler zu bringen, aber Artur hatte die Idee, daraus einen Couchtisch zu basteln. Was auch immer aus meinem Motor wird, ein wenig Abschiedsschmerz hatte ich schon, schließlich hat er mich auf unserer Hochzeitsreise im Winter ans Nordkap gefahren und 1,5 Jahre Weltreise ermöglicht!

Dann brauchten wir einen PCR Test, um zurück nach Georgien zu können. Geimpfte brauchen ihn nur zur Einreise, Ungeimpfte einen zweiten Test nach 3 Tagen im Land. Wir entschieden uns für das nächstgelegene Labor, aber die Idee hatten irgendwie „alle“: die Straße und der kleine Platz vor dem Labor war voll von Wartenden! Nach über einer Stunde waren wir dran und konnten damit einen weiteren Punkt der „to do Liste“ abhaken.

Weiter zur Hauptpost, ein Handy kaufen. In der Türkei (wie auch in anderen Ländern) muss man für jedes Handy, welches nicht in der Türkei gekauft wurde, Einfuhrzoll zahlen. Zahlt man nicht, wird das Telefon nach 90 Tagen geblockt. Es zählen dabei alle Tage, an denen die IMEI Nummer im türkischen Mobilfunknetz eingebucht war. Da ich mein Handy schon sehr lange habe und damit schon sieben Mal in der Türkei war, sind die 90 Tage sehr bald erreicht. Für mein iPhone wäre die Einfuhrsteuer über 200€, die ich nicht zahlen möchte. Weil wir ja in getrennten Fahrzeugen fahren, ist es aber „nicht schlecht“, wenn jeder von uns ein Telefon hat und so musste ein zweites Telefon her. In der Hauptpost gibt es gebrauchte Telefone in zig Telefonläden. Wir hatten von dort 2019 schon ein iPhone für 50€ gekauft (in grellgrün), weil wir damals den Schauermärchen von Spionagesoftware, die angeblich bei der Einreise nach China aufs Telefon gespielt wird, geglaubt haben. Naja, es war ein Schauermärchen, das in der „Westpresse“ alle voneinander abgeschrieben haben und das Telefon hat in Kirgistan schon den Geist aufgegeben. Diesmal haben wir nur 23€ für ein iPhone 5S ausgegeben. Das muss nur bis Bulgarien halten, das ist nicht so weit wie Kirgistan.

Dann war Ladenschluss und wir hatten Zeit, Eriwan ein wenig zu genießen. Wie in Tiflis können wir uns auch vorstellen, in Eriwan zu leben, uns gefallen beide Städte sehr gut, Eriwan noch etwas besser als Tiflis, weil Eriwan kaum touristisch ist, das gesamte Land Armenien scheint auf der Tourismuskarte nicht zu existieren und so wirkt alles noch sehr verschlafen und authentisch. Weil die Landesküche in Armenien nicht so toll ist wie die in Georgien, gab’s Burger. In Georgien Burger zu essen, wäre Frevel!

Jeden Sommerabend in Eriwan trifft „man“ sich an den „singing fountains“ auf dem Republic Square. Das Programm wechselt regelmäßig und so war die Show neu für uns, obwohl wir schon so viele romantische Abende dort gesessen haben, um die zwei Stunden am Springbrunnen zu genießen. Die Kulisse und Stimmung sind einfach toll: bis 23 Uhr turnen kleine Kinder um das Wasser herum, alle schlecken Eis, knuspern Popcorn oder zupfen Zuckerwatte, es wird geflirtet, sich getroffen, fotografiert, gefilmt, genossen. Herrlich entspannt! Wir vermissten Eriwan schon, als wir noch da saßen. Wir hatten entschieden, Armenien schon am nächsten Tag wieder zu verlassen. Es gab Gerüchte, dass Georgien seine Grenzen wieder schließen würde, denn die Infektionszahlen in Georgien schnellen in die Höhe und in der Vergangenheit war Georgien sehr strikt, was Grenzschließungen anbelangt. Wir wollten auf keinen Fall riskieren, auf den allerletzten Metern doch mit Oskar nicht ausreisen zu können und dann auch noch Hans stehen lassen zu müssen! Höchstwahrscheinlich ist an den Gerüchten nichts dran, denn Batumi ist voll mit russischen Touristen, die derzeit kaum anderswo hinkönnen und bis in Russland am 1.9. die Schule wieder anfängt, wird Georgien sicherlich die Einreise ermöglichen. Dennoch: wir fühlten uns besser mit der Entscheidung, Armenien so schnell wie möglich zu verlassen.

Am nächsten Morgen mussten wir noch die abgestempelten und unterschriebenen PCR Tests abholen und wollten noch schnell bei SKF Lager auf Vorrat kaufen. Hier kosten die nämlich rund die Hälfte von dem, was man in Europa für das exakt gleiche Standartteil bezahlt. Dann waren wir abfahrbereit: Oskar hinter Hans auf dem Weg aus der Zollunion heraus. Ob übrigens meine Suzuki DR350 vom ADAC ordnungsgemäß aus der Zollunion ausgeführt wurde, ist immer noch unklar. Sie tauchte im Dezember 2019 bei der Einreise aus der Mongolei nach Russland im System auf und letzte Woche bei meiner Einreise nach Armenien. Die deutsche Botschaft konnte (oder wollte) dazu auch keine Auskunft einholen und die Zöllnerin verstand nicht, was ich wollte. Vielleicht kommt da noch Post nach dem 30.9., aber das ist dann das Problem vom ADAC, der mein Motorrad mit deutschem Kennzeichen beim Wiedereintritt in die EU verzollen wollte (statt sie ordnungsgemäß aus der eurasischen Zollunion auszuführen) …

Eigentlich ist es von Eriwan nach Tiflis ein Katzensprung: 275km durch Armeniens wunderschöne Landschaft. Es gibt da aber mehrere „Haken“: die kürzeste Strecke führt entlang der aserbaidschanischen Grenze. Das deutsche Auswärtige Amt warnt seit Jahren davor, dort entlangzufahren, wir haben es aber immer gemacht, denn 2018 und 2019 war die Lage zwischen den beiden Ländern völlig ruhig. Doch jetzt ist es gerade mal acht Monate her, dass hier Krieg war und es kommt immer wieder zu Scharmützeln, weswegen wir uns gegen diese Strecke entschieden haben. Die Alternativroute führt durch eine wunderschöne Schlucht, aber seitdem wir Armenien kennen, ist dort Baustelle. Eine Brücke nach der anderen wird abgerissen und deswegen die Straße immer wieder gesperrt. Am Samstag war sie frei, nun am Donnerstag fehlte eine Brücke. Und es fehlte auch ein Schild und so erfuhren wir erst an der fehlenden Brücke von den netten Bauarbeitern, dass wir 80km Umweg fahren mussten, um auf der anderen Seite des Flusses wieder herauszukommen.

Mist! Der Grenzübergang hat nämlich Öffnungszeiten einer Behörde und wegen Corona gibt es keine Alternative. Außerdem hatten wir keine Lust auf 80 extra Kilometer, wenn man doch… eine Enduro dabei hat und die Region aus der Perspektive gut kennt! 😊 Also ist Jan los zum Schauen, ob Hans das kann. Es war das Härteste, was wir (in dem Fall: ich) mit Hans jemals gefahren sind, aber wir haben es geschafft! Der Hans, der kann’s nämlich! 500m vor dem Ende unserer persönlichen Umleitung haben wir noch einen VW LT Bus aus der Schweiz getroffen mit super lieben Bewohnern. Wie gerne wären wir mit ihnen über Nacht am Fluss geblieben, aber Hans, unser Haus, ist voll Gepäck und wir wollten das Kapitel mit dem Zoll endlich schließen.

An der Grenze hat sich niemand das Zolldokument angeschaut, welches Jan nach über einem Jahr „overstay“ dem Zöllner in die Hand gedrückt hat. Es kam gleich ein LKW-Fahrer, der seinen LKW verplombt haben wollte und so lag Jans Zollpapier unbeachtet auf dem Tisch, bis wir ausgereist waren. Jetzt hoffen wir, dass meine Suzuki DR350 vom ADAC wirklich ordnungsgemäß ausgeführt wurde und nur zufällig ständig im System auftaucht (im Gegensatz zu Kittymobil), wenn wir in die eurasische Zollunion reisen. Spät und völlig müde kamen wir in Tiflis an und fielen erledigt ins Bett. Oskar jetzt zurück in die EU zu bringen, ist ein Kinderspiel!

Wir hatten ja (am 14.8.), bevor wir nach Armenien gefahren sind, zur „Rettung“ von Kittymobil diverse Papiere notariell beglaubigt und mit Apostille versehen per DHL Dokumentenexpress nach Kasachstan schicken lassen. Die „Aktion zur Rettung Kittymobil vor dem kasachischen Zoll“ sollte eigentlich dieses Wochenende laufen, denn DHL Express verspricht für die 65€ eine Zustellung der Dokumente binnen 4, maximal 5 Werktagen. Das wäre am Donnerstag gewesen, aber da lag der Brief seit drei Tagen in Frankfurt. Warum auch immer. Kittymobil als 24 Jahre alter ehemaliger Postbus fährt schneller von Tiflis nach Frankfurt als DHL Express, aber wir mussten uns von DHL belehren lassen, dass wir zu dumm sind, Tage zu zählen, denn Montag sei schließlich kein Werktag und daher sei der Brief nicht zu lange unterwegs. Also: falls Ihr morgen nicht zur Arbeit möchtet: es ist auch kein Werktag, alles gut! Wir sind gespannt, wann zugestellt wird und was dann mit Kittymobil wird.

Eine Woche „abhängen“

Wir sind jetzt erstmal urlaubreif. Weil die Türkei so riesig ist und es dort mehr zu sehen und unternehmen gibt als in 90 Tage erlaubten Aufenthalt passen und wir noch zwei Wochen dieser 90 Tage in 180 Tagen für die Rückfahrt aufheben mussten, haben wir uns dort wenig Zeit für uns genommen. Wenn wir nicht gefahren sind, habe ich gearbeitet, denn ich hatte eine Deadline im Nacken. Im Irak war die Unterkunftssituation nicht so, dass wir hätten Urlaub machen wollen und seitdem wir in Georgien sind, rennen wir zwischen Notar, Bank, DHL und Behörden herum. Auch die 5 Tage Armenien waren von Organisatorischem bestimmt und wir sind seit Anfang Mai am Anschlag unterwegs. Es ist dringend Zeit für Reisepause und Urlaub vom Reisen. Ab heute (Sonntag) haben wir das Verwöhnpaket gebucht: Blick ins Grüne auf die Berge und georgische Köstlichkeiten, bis wir platzen. Eine Woche Seele baumeln lassen und Dinge nachholen, die liegengeblieben sind. Denn die Welt dreht sich ja weiter – manchmal ein wenig schneller, als uns lieb ist. Wir sind dann mal in Urlaub!

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