Nach 2,5 Wochen Iranreise mit Jans Eltern sind wir wieder allein, sitzen im Schlafaal mit 8 anderen Leuten auf unseren Betten und genießen das gute Internet. Die „Goldene Hochzeitsreise“ war toll und wir haben auch daraus gelernt: zum Beispiel, dass wunderschöne Hotels zwar super aussehen, aber unsere Bedürfnisse nicht erfüllen.

Wir werden die luxuriösen Unterkünfte der letzten 17 Nächte nicht vermissen, denn was nützt aller Schick und Schnack, wenn das Internet nicht funktioniert und es keinen Wäscheservice gibt – und wenn, dann werden Socken zu Preisen einzeln abgerechnet, zu denen man den Monatsvorrat im Laden um die Ecke kaufen kann…

Iran Air hatte freundicherweise die „Flugzeiten“ geändert. Bei genauerem Hinschauen entpuppten sich die „Flugzeiten“ als „Flugdaten“: Jans Eltern, denen wir die Reise zu ihrer Goldhochzeit geschenkt hatten, kamen einen Tag später als geplant! So war der Zeitplan des ersten Tages ziemlich straff: wir holten die beiden am internationalen Flughafen ab, stürzten uns mit ihnen im Taxi ins Verkehrschaos Teherans, um 3 Stunden später und 35km Stadtverkehr weiter im nächsten Flieger zu sitzen.

Der Flug nach Shiraz war traumhaft, der Pilot legte eine so butterweiche Landung hin, dass wir ihm persönlich gratuliert haben, einmalig! Jans Eltern stellten fest: sie saßen nach 45 Jahren zum ersten Mal mit ihrem Sohn zusammen im Flugzeug! Das ist also noch ausbaufähig…

Shiraz ist eine ideale Stadt, um im Iran „anzukommen“. Nicht nur, weil die Stadt recht entspannt ist, sondern auch, weil die sehenswerteste Moschee, die „rosa Moschee“, im Vergleich zu anderen Moscheen in Isfahan einfach nur „nett“ ist. Ein guter Anfang! Allerdings ein völlig überlaufener Anfang, denn die Moschee war voll mit Touristen. Eine Reisegruppe nach der anderen drängte hinein, vom berühmten Lichtspiel der bunten Fenster, die einen farbenfrohen „Lichtteppich“ auf den Boden werfen, sah man vor lauter Leuten nichts.

Wie wir schon in Yazd gemerkt hatten (da schliefen wir ja wegen Bettenmangel auf dem Dach): die Hauptsaison ist angebrochen. Und weil die normalerweise den April und Mai umfasst, dieses Jahr aber der gesamte Mai Ramadan ist und das viele Urlauber vermeiden, ist der April extra voll. In der zweiten Sehenswürdigkeit, die wir besuchten, war das allerdings von Vorteil: den Schrein des 8. Imams darf man nur als Gruppe besichtigen und so hängten wir uns an eine asiatische Reisegruppe, der wir zugeteilt wurden.

Jans Mama Ulla und ich mussten Tschador tragen. Vor 23 Jahren waren die Tschadore für alle Frauen schwarz, jetzt bekommen Touristinnen überall helle Stoffe, mit denen wir aussahen wie in Gardinen oder Bettwäsche gewickelt. Wahrscheinlich deshalb, weil Touristen nicht in alle Bereiche dürfen und man sie so sehr schnell erkennen kann.

Der Schrein ist innen eine unglaubliche Glitzerwelt aus 1001 Nacht! Alles glitzert und funkelt, alle Flächen sind mit Spiegelmosaiken ausgekleidet, es ist ein unbeschreibliches Glitzern, Funkeln, Glänzen, Schimmern, Flimmern und Leuchten, das auf Fotos nicht einzufangen ist.

Eigentlich wollten Jan und ich schon längst in Shiraz gewesen sein, doch die Unwetter und Überschwemmungen in der Region hatten uns davon abgehalten, den Südwesten des Landes mit den Motorrädern zu erkunden. Für uns war Shiraz zwar nicht ganz so neu, weil wir schon vor 23, beziehungsweise 11 Jahren dort waren, aber weil wir damals beide nur Persepolis besichtigt hatten, bot der erste Tag in Shiraz auch für uns „Wow-Momente“.

Die Unwetter waren zwar abgezogen, Regen gab es aber trotzdem. Wir saßen ihn ab dem Nachmittag unseres ersten Tages auf dem Zimmer aus und flüchteten uns zum Essen ins nächstbeste Restaurant. Am zweiten Tag kam die Sonne wieder und vertrieb den Rest der Reise den Regen für uns. Perfektes Wetter, um Persepolis zu erkunden!

Als wir in Persepolis ankamen, staunten Jan und ich nicht schlecht: in der Erinnerung ist Vieles einfach größer! Komischerweise hatten wir beide eine viel größere Anlage im Kopf. Mittlerweile ist Vieles hinter Glas, aber der absolute Knaller sind die VR Brillen, die man leihen kann. So kann man an sehr vielen Punkten der Ruinen sehen, wie (bunt!) es dort früher aussah, kann sich in der „100 Säulen Halle“ virtuell bewegen, sieht ganze Gebäude von innen und außen und erlebt so ganz Persepolis aus einer völlig anderen Perspektive!

Der Garten rund um des Dichters Hafez‘ Grab war früher zu gleicher Jahreszeit schöner. Die Rosen sind wohl eingegangen. Hafez wird von den Iranern vergöttert und ein Gedichtband von ihm ersetzt in vielen Haushalten den Koran. So konnten wir viele Iraner beobachten, die am Grab Gedichte lasen. Und ich stellte ein „vorher-nachher Foto“ nach: 1996 und 2019.

Um von Shiraz nach Yazd zu kommen, hatten wir 4 Plätze in einem „VIP“ Bus reserviert: nur 3 Liegesitze in einer Reihe. So gingen die 6,5 Stunden Fahrt sehr entspannt rum und wir konnten abends schon den ersten Spaziergang durch die Stadt machen. Berthold, der BMW Motorradfahrer, den wir in Kashan getroffen hatten, war auch da und so aßen wir zusammen leckeren Lammnacken.

Nachdem wir insgesamt schon 2 Wochen in Yazd verbracht hatten, fühlte es sich für uns an, als würden wir den Eltern unsere Heimat zeigen: das Wassermuseum, die schöne Fassade, die Windtürme, die Freitagsmoschee, den Zurchaneh Club, den Bazar,… Am zweiten Tag in Yazd wurde es auch für uns neu: wir fuhren nach Meybod.

Meybod ist eine kleine Stadt nördlich von Yazd, in der man ein gut restauriertes Eishaus besichtigen kann. Dort kann man lernen, wie man auch ohne Strom in der Wüste Eis herstellen und aufbewahren kann. Beeindruckend, was das ausgeklügelte System der Windtürme leisten kann und traurig, dass heute alte Techniken vergessen und durch stromfressende Klimaanlagen ersetzt werden.

Überall im Iran gibt es Taubentürme, viele kann man auch besichtigen und wir schauten uns den in Meybod an. In den Taubentürmen wurden früher hunderte Tauben gehalten, um deren Mist („Guano“) zu sammeln und als Dünger auf den kargen Wüstenböden zu verwenden. Auch das eine so einfache Methode, die heute durch synthetische Dünger ersetzt wird…

Ich kann mich noch erinnern, 1996 bei Hitze einen staubigen Weg auf einen der „Türme des Schweigens“ hoch gelaufen zu sein, nun hat man für die Touristen eine Treppe gebaut. Zwar komfortabel, aber auch irgendwie komisch, den Aufstieg massentauglich zu machen, denn auf diese Türme durfte früher nur der Totenwächter und sonst niemand. Im Iran und in östlich angrenzenden Ländern gibt es den Glauben der Zoroastrier, deren Lehre von Zarathustra ausgeht („und also sprach Zarathustra…“) und Tiere, Menschen, Wasser, Pflanzen, Feuer, Metall und Erde schützt.

Die Zoroastrier glauben, dass ihre Toten Boden und Wasser verunreinigen und so wurden früher die Toten auf ummauerten Bergspitzen den Raubvögeln zum Fraß dargeboten. Diese ummauerten Bergspitzen sind die „Türme des Schweigens“ und befanden sich früher immer außerhalb der Städte. Im Zuge des Städtewachstums rückten die Häuser immer näher an die Türme heran, sodass in den 1970er Jahren verboten wurde, die Toten so zu „bestatten“. Aus Angst, die Raubvögel könnten beim Fliegen Leichenteile verlieren und in die Vorgärten werfen… Heute müssen Zoroastrier ihre Toten in Betongruben begraben.

Unsere Visa mussten verlängert werden und da uns das ja 10 Tage zuvor in Yazd wegen diverser Feiertage nicht geglückt war, brachen wir zum dritten Versuch auf und bekamen nach einem netten Plausch mit dem Beamten, der uns als „Wiederholungstäter“ erkannte, gleich 2 Monate extra. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag bei Mohsen und dessen Familie, in deren Hostel wir dieses und letztes Jahr 2 Wochen gewohnt hatten. Als Mohsen mit seiner Tochter Musik machte und im Duett sang, tat es uns sehr leid, diese Oase für lange Zeit verlassen zu müssen…

Von Yazd aus hatten wir uns überlegt, die Eltern durch die Wüste zu kutschieren. Dafür hatten wir einen 4×4 samt Fahrer gechartert, der uns über eine Piste zur verlassenen Karawanserei brachte, zu der wir im Dezember mit den Motorrädern gefahren waren. Dort gab es leckeres Picknick aber leider nur mäßige Aussicht vom Dach, denn es war extrem windig und die Luft voll Staub.

Wir fuhren weiter zum „schwarzen Berg“, einem erloschenen Vulkan. Dass es da einen „Weg“ hinein gibt, mussten wir unserem Fahrer zwar erst beibringen, aber dann holperten wir doch in den Krater hinein (der „Weg“ ist eher ein trockenes Bachbett) und konnten den weißen Salzsee in der Ferne leider nur erahnen. Aufgrund des immer stärker werdenden Windes fiel am Abend auch das geplante Lagerfeuer in den Dünen aus. Auch der tolle Sternenhimmel blieb über der Wüste leider unsichtbar.

Auch am nächsten Morgen war es stürmisch. Trotzdem bestiegen wir zusammen eine Düne. Der Wind peitschte den Sand mit Gewalt in alle Körperöffnungen, sodass die Männer doch ein klitzekleines Bisschen neidisch auf unsere Kopftücher waren. Ulla und ich banden sie uns einfach ganz um den Kopf, so konnten wir sehen und atmen und hatten keinen Sand in den Ohren! Wir sahen damit nur ein wenig bescheuert aus…

Der Salzsee, auf dem Jan und ich im Dezember lustige Fotos mit unseren Motorrädern gemacht hatten, hatte sich durch den vielen, vielen Regen extrem verändert und war viel schöner! Das Wasser schimmerte türkisblau und es sah aus wie Schnee in der Karibik. Wir waren froh, nicht mit den Motorrädern durch diese Salzlake zu fahren, sondern mit einem Auto samt Fahrer.

Übrigens: die Straße zum Salzsee wird über einige hundert Meter von Sandverwehungen bedeckt. Unser Fahrer mit der iranischen Variante eines Peugeot 405 bewies ganz locker, dass kein Mensch einen 4×4 braucht, um Sand zu fahren. Die Leute dort wachsen alle so auf und lachen sich bestimmt scheckig über die Touristen mit ihren Expeditionsfahrzeugen…

Am Abend kamen wir in der Karawanserei Koopayeh an, als gerade ein österreichischer Motorradfahrer im Hof abpackte. Die restaurierte Karawanserei ist heute ein wunderschönes Hotel und wir wurden dort, wie auch am Vorabend in Varzaneh, freudestrahlend und überschwänglich herzlich begrüßt. Wir haben all diesen Leuten letztes Jahr versprochen, wiederzukommen, doch es scheint, als sei keiner gewöhnt, dass das auch wirklich passiert.

Zum Frühstück gab es sogar für das goldene Hochzeitspaar eine „Hochzeitstorte“! Vor der Karawanserei wartete da schon – Überraschung! – Forouzans Vater, der uns höchstpersönlich abholte und nach Isfahan kutschierte. Forouzans Familie hatte Jan letzten November adoptiert, während ich 10 Tage in der Mongolei war und wir beide zählen diese Familie zu echten Freunden im Iran. Natürlich hatte Muttern gekocht und natürlich war die ganze Familie da, um uns zu begrüßen! Auch Berthold war mit seiner BMW zurück in Isfahan.

Wir besichtigten die Freitagsmoschee, den Imam Platz, die kleine und große Moschee am Platz, den Ali Quapu Palast, den Bazar und mussten alle Sehenswürdigkeiten wieder Mal mit Busladungen voll Touristengruppen aus aller Welt teilen. Für uns, die wir im Winter einen Monat in Isfahan waren, ein ziemlicher Kulturschock, denn so kannten wir die Stadt überhaupt nicht!

Durch die ewigen, heftigen Regenfälle führte der Fluss nach 7 Jahren endlich wieder Wasser und auf der Khaju Brücke herrschte abends Volksfeststimmung. Die Leute feierten das Wasser, es wurde musiziert, getanzt, flaniert, am Wasser gesessen, gefilmt und fotografiert. Es fühlte sich an, als seien wir plötzlich mitten in einem historischen Ereignis.

Als wir am Ostermontag die armenische Kathedrale besichtigten, fand gerade eine Gedenkfeier zum Jahrestag des armenischen Genozids durch die Türken statt. In den letzten Monaten hatte auch auf dem Gelände der Kathedrale ein neues Museum eröffnet, in dem das Leben der Armenier im Iran dokumentiert wurde. Mal wieder erinnerten wir uns daran, wie peinlich sich unsere Bundeskanzlerin benommen hat, als sie letzten Sommer bei ihrem Besuch in Armenien das Wort „Genozid“ nicht in den Mund nehmen konnte…

An unserem letzten Abend in Isfahan waren wir bei Forouzans Familie zum Grillen eingeladen. Es gab diverse Getränke, Unmengen Essen und es wurde getanzt – auch unser goldenes Hochzeitspaar schwang das Tanzbein und schlief völlig beseelt darüber ein, wie viel Gastfreundschaft ihnen völlig fremde Menschen ohne gemeinsame Sprache entgegenbringen. Der Abschied tat wirklich weh, wir wissen alle nicht, ob und wann wir uns wiedersehen, denn die Jugend arbeitet gerade daran, nach Holland auszuwandern…

Auf dem Weg von Isfahan nach Kashan kommt man (fast) am Bergdorf Abbyaneh vorbei. Jan und ich waren da noch nicht, weil wir sehr kontroverse Meinungen dazu gehört hatten: wunderschön oder hoffnungslos überlaufen? Letzteres traf leider zu. Es war schwer, eine der malerischen Gassen ohne Japaner zu fotografieren und am Ortseingang stapelten sich die Reisebusse. Da die aber alle keine Zeit haben, konnten wir in einem winzigen Teehaus bei leckerem Kräutertee dem Trubel etwas entkommen.

Auch in Kashan hatte sich in den 2 Wochen, die seit unserem letzten Besuch vergangen waren, einiges getan. Auch dort stapelten sich die Reisebusse und verstopften die kleinen Straßen. Die sonst so ruhigen Gassen waren überbevölkert und wir waren ziemlich geschockt. Einerseits schön, dass der Iran trotz der „Lügenpresse“ so gut besucht ist, andererseits muss es für die Menschen, die in der kleinen Altstadt wohnen, ziemlicher Horror sein.

Wir hatten Glück und besuchten die Sehenswürdigkeiten antizyklisch, sodass wir fertig waren, als die Massen anrückten. Und in die Untergrundstadt Nushabad, 10km außerhalb von Kashan, fahren sowieso keine Reisegruppen. Dort waren wir fast ganz unter uns. Im Fin Garten jedoch sah man den bis zu 400 Jahre alten Zypressenwald vor lauter Menschen nicht, sodass wir es dort nicht so lange aushielten…

Unser persönliches Highlight jedoch war die Rosenernte. Für die Eltern war 6:30 Abfahrt zu früh, aber die Rosen haben zu Sonnenaufgang den höchsten Gehalt an ätherischem Rosenöl in ihren Blütenblättern, sodass die Ernte nur so früh am Tag stattfindet.

Die Rosenblüten werden geerntet und dann in die Kooperative des Dorfes gebracht. Dort steht am Eingang eine Waage, auf der die Säcke voll rosa Blüten gewogen werden, dann geht die duftende Blütenmasse zur Verarbeitung in eine kleine Halle.

Die Blüten werden in Kessel gefüllt, in denen auf dem Boden etwas Rosenwasser schwappt. Die Kessel werden druckfest verschlossen und ein Gasbrenner darunter angezündet. Nun verdampft die Flüssigkeit aus den Rosen samt ätherischem Rosenöl, steigt über eine Steigleitung auf und wird in große Kupferkannen geleitet, die in einer Grube mit kaltem Wasser stehen.

Das, was am Ende des Prozesses in den Kupferkannen schwappt, ist das Rosenwasser. Auf der Oberfläche des Rosenwassers kristallisiert beim Erkalten das Rosenöl aus, welches vorsichtig abgeschöpft und dann im Kühlschrank aufbewahrt wird. Ich liebe Rosen, Rosenwasser, Rosenöl und Rosenduft, sodass das alles für mich absolut himmlisch war!

Aber auch der Kontakt zu den Rosenerntern auf dem Feld war toll. Ich durfte auch Rosen pflücken, wir Frauen haben viel untereinander gelacht ohne eine gemeinsame Sprache zu haben und wir bekamen zwei Tüten voll Rosen geschenkt.

Aber was macht man mit 2 Tüten voll Rosenblüten? Jan hat versucht, den Rosenduft zu inhalieren und ich habe die Rosen in sämtlichen Wasserbecken des Hotels dekoriert. Der Rezeptionist hat sich super über eine Tüte voll gefreut und sie in der Lobby so dekoriert, dass es überall kostbar nach Rosen duftete. Rosen überall!

Auf dem Weg nach Teheran machten wir Zwischenstopp in Qom, der nach Mashad zweitheiligsten Stadt des Iran. Der Schrein der Fatima ist dort das große Heiligtum, zu dem gepilgert wird. Es war dummerweise Freitag und so reihten wir uns ein in den Strom iranischer Ausflügler, Pilger, Gläubiger und Touristen. Wir bekamen exakt 30 Minuten, um uns von einem Geistlichen die Glitzer- und Prunkwelt zeigen zu lassen. Viel zu kurz! Denn dort ist wirklich alles aus echtem Gold, was glänzt!

In Tehran verbrachten wir noch 2 gemeinsame Tage. Zuerst besichtigten wir den Golestan Palast, der voll mit Glitzer und Prunk ist. Jan und ich sind uns einig: ein paar Gardinen austauschen und wir würden in die „Bude“ einziehen. Das passende Geschirr stand auch im Museum und der Garten war auch wunderschön. Da ließe es sich gut leben! Wenn nur die Besuchermassen nicht wären… aber die kommen ja auch nur, weil es wunderschön ist!

Wir fuhren gen Norden zur preisgekrönten Tabiat Brücke, die eigentlich am schönsten ist, wenn man sie von unten sieht. Doch da verläuft eine dreispurige Autobahn, sodass Fotos davon nur im Stau möglich wären. Und es war kein Stau. Den Abschluss der goldenen Hochzeitsreise bildete standesgemäß das Juwelenmuseum. Wir waren uns einig, dass dagegen europäische Königshäuser etwas „einfallslosen“ Schmuck in ihren Schatzkammern lagern. Vielleicht haben die Russen Vergleichbares, aber da haben wir es ja in 2 Versuchen immer noch nicht in die Schatzkammer des Kremls geschafft, weil immer alle Tickets ausverkauft waren.

Wir vier Neumänner waren begeistert von den Juwelen, jeder suchte sich ein „schönes Stück aus der Kollektion“ aus und gemeinsam schmiedeten wir Pläne, wie wir diese aus dem Museum entwenden und dann ganz entspannt tragen würden. Denn wenn ich mit einer glitzernden Tiara am Steuer von Kittymobil säße, würde doch niemand auf die Idee kommen, das Krönchen sei echt, oder?

Wir hatten eine wunderschöne Zeit zu viert und fanden es gar nicht langweilig, an einige Orte zum wiederholten Mal zu kommen. Ihr dürft uns also in Zukunft gerne auch irgendwo besuchen, denn wie Ihr nun gelesen habt, müssen wir nicht immer Motorrad fahren, nur weil wir sie dabei haben! Und wer meint, er/sie habe das Geld nicht: pro Person haben Jans Eltern inklusive aller Flüge (auch den internationalen Flügen!), allen Übernachtungen, Essen, Fortbewegungsmitteln und guten Hotels, Eintrittsgeldern, Souvenirs und allerlei Kram… 820€ ausgegeben. Für 17 Tage in 1001 Nacht. Wie viel hat Euer letzter Urlaub gekostet? Ach so: falls Ihr meint, Ihr seid zu alt, zu wasweißich: Jans Mama ist 81!

Wir bleiben nun ein paar Tage in Teheran, denn wir haben einiges zu erledigen und auch „nachzuarbeiten“, denn Internet ist in höherpreisigen Unterkünften unterirdisch. Und wenn wir alles erledigt haben, beschließen wir, wohin wir als nächstes fahren!