… während Georgien von Touristen ziemlich wach getrampelt ist. Nach unserem Pferdetrekking brauchten wir einen kurzen Pit-Stop in Tiflis, denn Jans Hose hatte das Trekking nicht überlebt, ich brauchte ein irantaugliches Oberteil und außerdem waren wir etwas ratlos, wohin wir als nächstes fahren sollten.

In Tusheti regnete es seit Wochen immer wieder und in Svanetien trampeln sich im August die Touristen immer noch gegenseitig so auf die Füße, dass wir keine Lust hatten, uns hintenanzustellen. Wir wollen bis September warten, wenn die Sommerferien überall vorbei sind. Nach der Einsamkeit im Lagodheki Nationalpark und Aserbaidschans kam uns Georgien plötzlich berstend voll vor.

Nach zwei schönen Abenden mit Heimatgefühlen und neuen Freunden in Tiflis, einer Waschladung in der Waschmaschine, mit neuer Jeans und neuem Oberteil im Gepäck, machten wir uns dann doch auf den Weg. Wir hatten entschieden, nach Armenien zu fahren und erst später wieder nach Georgien zurück zu kommen, wenn sich der Touristentrubel gelegt hat. Doch was würde uns in Armenien erwarten? Nach den letzten zwei Highlights, dem Pferdetrekking und unserem offroad-Abenteuer in Aserbaidschan schienen irgendwie alle Ideen farblos. Wir lasen den Reiseführer, markierten auf der Karte, surften durchs Internet und fanden nicht wirklich eine Route, die uns reizte. Da hilft es, einfach los zu fahren und zu sehen, was passiert!

An der Grenze trafen wir drei Rumänen, die auf Schwarzmeer-Umrundung waren und den völlig problemlosen Grenzübergang als Abenteuer erlebten. Wir fanden es ganz entspannt. Man muss, wie in Georgien auch, eine KFZ Versicherung abschließen. Mit 48€ für zwei Monate ist die natürlich recht teuer (Pet kostet in Deutschland nur 27€ – im Jahr!), aber so sind die Spielregeln! Wir hatten in den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes gelesen, dass man eine Straße, die in Sichtweite der aserbaidschanischen Grenze entlangführt, besser meiden solle, denn dort käme es immer wider zu Schusswechseln. Wir wollten diesem Hinweis auch ganz brav folgen, doch etwa einen Kilometer nach der Grenze kamen wir an eine T-Kreuzung. Links ging es Richtung „gefährlicher“ Straße, rechts in eine Baustelle und Straßensperrung. Tja, dann links!

Die Straße führte durch wunderschöne Landschaft, wir kurvten fast 80km Umweg durch die Berge. Leider fing es an zu nieseln und wir erreichten Höhen von über 2000m, sodass es recht kühl wurde. Anhalten wollten wir aber nicht, um uns wärmer anzuziehen, denn es war gegen Abend, kaum Verkehr und Pet und Oskar flogen durch die Landschaft, dass es die reinste Freude war. Was ein cooler Ritt!

Wir hatten gelesen, das „beste B&B Armeniens“ sei in Wanadsor, denn die Gastgeberin dort koche unglaublich lecker. Das hatten wir uns als Einstieg nach Armenien ausgesucht, denn bekanntlich geht Liebe durch den Magen und ich lasse mich gerne von der Landesküche für ein neues Land begeistern. Als wir das Esszimmer betraten, saßen da schon Belgier an einem für 6 Leute gedeckten Tisch. „In my home all people sit on one table!“ erklärte die Dame und so saßen wir bald mit Belgiern und Spaniern am Esstisch, der sich nur so vor Essen bog. Die meisten Leckereien stammten aus dem großen Garten. Es gab nichts, was nicht himmlisch schmeckte! Dass die Massen nur die Vorspeise waren habe ich zu spät bemerkt, sodass für die Hauptspeise wenig Platz im Magen blieb.

Das Frühstück am nächsten Morgen war das Beste, an das ich mich erinnern kann. Es gab noch warmen Kuchen, lauwarmes Gebäck, Käsetaschen, Pfannkuchen, Omelette, Gemüse, Obst, Saft, diverse Sorten Brot, Marmelade, Käse, Wurst, Schinken,… Der Übernachtungspreis war zwar für uns etwas ungewohnt hoch, doch das Frühstück allein war fast so viel wert! Wahnsinn!

Draußen tröpfelte es und wir beschlossen spontan, aus den Bergen heraus zu fahren und uns Eriwan anzuschauen. Dicke Regentropfen jagten uns zur Hauptstadt, in der wir ein sehr nettes Hostel im Zentrum bezogen, welches von einer Familie betrieben wird. Da gab es erstmal Obst und Kaffee zur Begrüßung und wir fühlten uns sofort wohl in der Stadt, obwohl am Abend ein heftiges Gewitter aufzog und wir zunächst außer dem Hostel nichts von Eriwan sahen.

Am nächsten Tag liefen wir los. Die Stadt des berühmten Radiosenders ist wirklich schön, fast nichts deutet auf sozialistische Betonarchitektur hin, es gibt viele Grünflächen, Parks, Blumen und Bäume und moderne Kunst und Skulpturen statt sozialistischer Denkmäler. Wir schlenderten zum Cafesjian Center of Arts, einer Art Treppenbau, in dessen Inneren man neben den Rolltreppen und auf den Terrassen moderne Kunst bewundern kann. Super schön!

Wir liefen weiter durch einen Park zur Statue der „Mutter Armenia“, in deren Sockel ein Museum ist. Als wir dort ankamen, stellten wir fest: es ist Montag! Und montags haben alle Museen geschlossen. Macht nichts, denn der die Statue umgebende Park ist eigentlich ein Vergnügungspark der etwa 1960er/1970er Jahre mit so kleinen Preisen, dass wir uns eben dort vergnügten und Riesenrad fuhren und unter Bäumen snackten. Ein echter Urlaubstag!

Auch der „Platz der Republik“ verströmt mehr italienisches Flair als der Name vermuten lässt: flanierende Einheimische, Springbrunnen, Eis- und Kaffeeverkäufer, einige wenige Touristen, eine sehr entspannte Stimmung. Überhaupt: Armenien schlummert touristisch gesehen noch etwas, das ist genau das, was wir gerne haben. Man steht nirgendwo an, man ist unter Einheimischen, man wird nirgends übers Ohr gehauen, kommt schnell ins Gespräch oder geht einfach in der Masse unter, ohne als Tourist heraus zu stechen.

Abends steppt auf dem Platz der Bär: Straßenkünstler machen den Platz zu ihrer Bühne, es wird fröhlich getanzt, Popocorn und Zuckerwatte gekauft, Kinder sind bis spät in die Nacht unterwegs und spielen mit LED Leuchtspielzeug, eine schöne Stimmung, in die wir stundenlang eingetaucht sind.

Wer in den letzten Tagen Fernsehen geschaut hat, wird Angela Merkel in Eriwan gesehen haben, wie sie an der Gedenkstäte des Genozids an den Armeniern einen Kranz niederlegte und dabei das Wort „Genozid“ nicht in den Mund nahm. Warum haben die Deutschen, die an dem Genozid eine so große Verantwortung tragen, bis heute Schwierigkeiten damit, auszusprechen, wie es ist? Die Armenier selbst haben wohl bemerkt, dass unsere Kanzlerin das Wort mied, rechnen ihr aber an, dass sie an der Gedenkstäte war. Wir finden es aber einfach nur peinlich und schämen uns, wie das Land, dessen Pässe wir tragen, mit seiner dunklen Geschichte umgeht!

Im Museum der Gedenkstätte sollte jeder allein schon an den Bildern Parallelen zum Dritten Reich erkennen – und zu aktuellen Ereignissen im Deutschland dieses Sommers und der Türkei der letzten Jahre. Warum lernen wir Menschen nicht aus unserer Geschichte? Warum dreht sich die Dummheit der Menschheit im Kreis? Wir verbrachten über zwei Stunden in der Gedenkstätte, die sehr gut gestaltet ist.

Am Abend liefen wir wieder zum Platz der Republik, wo wir ganze zwei Stunden lang den Wasserspielen der großen Fontänen zuschauten, das Treiben genossen, Leute beobachteten und die Atmosphäre in uns aufsogen. Wirklich schön!

Unseren letzten Tag in Eriwan verbrachten wir mit Schlemmen, denn wir fuhren zum G.U.M Markt, auf dem alle möglichen Trockenfrucht-Kreationen und Kaffeesorten angeboten werden. Kaffee ist in Armenien richtig lecker und eine Wohltat nach den ganzen Tassen dunklen Gesöffs, welche wir oft schon als “Kaffee” vorgesetzt bekommen haben. Insbesondere In Aserbaidschan ist Instantkaffee Alltag.

Da das Wetter auch in den Bergen wieder gut war, wurde es Zeit, Eriwan zu verlassen und so fuhren wir gen Süden zum Kloster Pokr Vedi, in dem der Legende nach das Christentum in Armenien seinen Ursprung fand, sodass Armenien der erste christliche Staat der Welt wurde. Das kleine Kloster liegt mit Blick auf den Ararat, auf dem ja die Arche Noah gestrandet ist, sehr malerisch in der Landschaft. Leider war es diesig, sodass wir den Ararat zwar sehen, aber nicht in seiner vollen Schönheit genießen konnten. Auch die Arche Noah war hinter den Wolken versteckt.

Der Ararat ziert das Wappen Armeniens, da er früher (vor dem Genozid und der Neugründung des Staates) in Armenien lag. Die Türkei ist darüber natürlich nicht erfreut und hat damals Beschwerde dagegen eingelegt. Die Antwort des damaligen Außenministers ist klasse und wir haben uns den ganzen Tag darüber amüsiert: „Die Türkei solle sich nicht über einen Berg im Wappen eines Landes aufregen, solange sie selbst den Mond auf der Flagge trägt, von dem sie selbst niemals auch nur ein Stück besessen hat.“

Unser Tagesziel war das Kloster Zoravank (ja, das christliche Armenien hat viele Köster!), welches am Ende einer tollen engen Schlucht liegt. Weil Armenien so klein ist, bedeutet das für uns immer nur kleine Tagesetappen und viel Zeit, da wir uns nie viel vornehmen. Zwei Klöster an einem Tag waren schon überdurchschnittlich!

Wir hatten gelesen, dass das Kloster aus goldenem Sandstein vor roten Felsen zu Sonnenuntergang besonders schön sein sollte und so streuenerten wir fast drei Stunden durch die Anlage, bis das Licht wirklich perfekt war und die wenigen Touristen, die sich dort hin verirrt hatten, auch wieder abgereist waren. Es war malerisch schön!

Auf die zweite Etage der Kirche führt eine sehr schmale steile Treppe, die man hinauf klettern darf. Eine kleine Mutprobe, denn es gab statt Geländer nur ein dünnes Stahlseil, an dem man sich, auf allen Vieren krabbelnd, festhalten konnte. Die meisten Besucher trauten sich (wir auch) und wir freuten uns, dass solche Mini-Abenteuer hier noch erlaubt sind, während man in den USA oder Deutschland wahrscheinlich in 50m Abstand zur gesamten Kirche hätte bleiben müssen…

Wir fanden einen schönen Übernachtungsplatz im Tal unterhalb des Klosters mit herrlichem Blick darauf und bauten unser Zelt auf einem verlassenen Picknickplatz mit Quellwasser auf. Herrlich, beim Aufstehen eine solche Kulisse zu haben!

Jan hatte sich eine kleine Schleife durch die Berge ausgedacht, welche landschaftlich super schön über eine Art zugewachsenen, steinigen Feldweg auf über 2300m hoch ging. Wir durchfuhren ein fast verlassenes Dorf und holperten über Steine und durch tiefe Löcher, bis wir auf der anderen Seite des Passes auf eine breite Schottertrasse trafen, auf der Oskar und Pet einem türkisblauen See entgegen flogen.

Spontan hielten wir an einem Fluss entlang der Hauptverkehrsachse Richtung Iran an einem netten Restaurant. Kaum, dass wir bestellt hatten, fuhr ein italienisches Motorrad vorbei, sah Pet vor dem Restaurant und wendete. Die Kellnerin sah das und brachte sofort zwei Gedecke an unseren Tisch, sodass wir mit dem italienischen Pärchen zu Mittag aßen. Die beiden hatten nur eine einzige Gepäckrolle als Gepäck, schliefen in Hotels und waren schon zum dritten Mal in der Region in Urlaub. Fanden wir klasse. Nur schade, dass die Kommunikation mit Italienern immer so schwierig ist, weil deren Englisch über die ersten zwei Lektionen nicht raus kommt…

Bald flogen Oskar und Pet weiter durch die Hochgebirgslandschaft. Beziehungsweise, versuchten, zu fliegen. Pet mit ihren 27PS wird bei Gegenwind und über 2000m doch etwas schwach auf der Brust, aber wenn man sich darauf einstellt und die Kleine zwirbelt, so kommt doch Fahrspaß auf. Und davon hatten wir viel, denn diese Hauptverkehrsachse ist recht gut ausgebaut.

Wir wollten zum Abendsonnenschein zum armenischen Stonehenge „Zorats Karer“ fahren. Dabei handelt es sich um Rundgräber aus der Bronzezeit, die Stonehenge sehr ähneln. Nur ohne Touristen auf spirituellen Trip und ohne Absperrung. Letzteres ist nicht gut, denn obwohl es genug Hinweisschilder gab, kletterten doch einige Touristen auf den Steinen und Gräbern herum. Unmöglich! Ich war fasziniert von den Löchern, die 84 der Steine aufweisen. Keiner weiß, wozu diese dienten und manch ein „Theoretiker“ hält Zorats Karer daher für ein bronzezeitliches astronomisches Zentrum, was Historiker jedoch anders sehen.

Egal, was Archäologen, Historiker, Astrologen und Astronomen in der Anlage sehen: wir fanden es super, insbesondere deshalb, weil wir gegen Abend die Anlage fast für uns hatten und uns dort vom Wind durchpusten ließen.

Kurz bevor wir weiter fuhren, entdeckte Jan einen Nagel in seinem Reifen. Gott sei Dank war der Reifen an der Stelle noch dick genug, sodass nichts weiter passiert ist.

Im Örtchen gab es sogar lokale Limo mit Fotos von „Stonehenge“ drauf und wir kauften noch etwas Gemüse fürs Abendessen, welches wir an einem wunderschönen Schlafplatz an einem Fluss kochten. Solche (mückenfreie!) Abende und Nächte „draußen“ sind immer so herrlich! Diese Nacht war richtig kühl auf 1700m und so kuschelig unter der Daunendecke!

Unser Tagesziel war das nur 59km entfernte berühmteste Kloster des Landes: Tatev. Wir hatten über Airbnb eine perfekte Gastfamilie in Tatev gefunden: Alla und ihr Mann Vazgen nehmen ihre Gäste sofort in die Familie auf, man wohnt in einem Gästezimmer neben der Küche, das Bad ist im Hof, über den die Hühner laufen und zur Begrüßung gab es erstmal Tee mit Obst und Süßigkeiten.

Das Dorf Tatev entstand neben dem Kloster Tatev, welches nur über eine Schotterstraße zu erreichen ist. Der Fahrspaß dort hoch ist die Anreise schon wert; was hatten wir für ein großes Grinsen unterm Helm! Das Kloster selbst war für uns leider etwas unbedeutend. Früher war es das größte Kloster des Landes und hatte eine eigene Universität, nun, nach dem Erdbeben von 1931, ist nicht mehr alles vorhanden.

In der Kirche fand gerade im Altarraum eine Taufe statt, die ich die ganze Zeremonie über aus einer Ecke beobachtete. Das Baby wurde ausgezogen und tatsächlich im Taufbecken in dampfend warmem Wasser getauft. Unheimlich störend waren leider alle 10 Minuten neue Busladungen von Touristen, die lärmend in die Kirche strömten und völlig respektlos gekleidet die Taufe ablichteten. Ein junger Mönch war ganz schön in Hektik, um den männlichen Störenfrieden ihre Kopfbedeckungen herunter zu ziehen, weiblichen Pendants in Hotpants und Männern in Shorts Tücher um die Hüften zu wickeln und Kopftücher zu reichen.

Am Ende der Taufe gab es Schokolade für alle Gäste der Taufe – und auch ich wurde von der Mutter mit Schokolade beschenkt, die ich mit Jan teilte, der dem Trubel im Schatten des Innenhofes entkommen war. Nach dem wunderschönen, kleinen Kloster Zoravank vor zwei Tagen war das zu viel Massentourismus (viele Russen) für uns. Doch wir mussten uns mit den Massen an der Seilbahn „Wings of Tatev“ anstellen, um ein ganz besonderes Erlebnis zu genießen.

Die längste Pendelseilbahn der Welt führt in über 5,5km und in 350m Höhe über zwei Schluchten in 12 Minuten Fahrtzeit ins nächste Dorf. Wir standen fast 1,5 Stunden für dieses Erlebnis an und waren uns einig, dass es das wert ist. Man „fliegt“ mit einer Kabine mit 36km/h über die Schluchten, sieht verlassene Dörfer und Klöster unter sich und sieht weit in die Landschaft im, wie so oft bei uns, Abendsonnenschein.

Wir fuhren in beide Richtungen und kamen pünktlich zum Abendessen zu unserer Gastfamilie zurück. Alla hatte so lecker gekocht! Es gab Hühnersuppe mit Dorfhuhn (das schmeckte ganz anders als Antibiotika-Billighuhn!), Gartengemüse, Salat, Käse und viele andere Leckereien. Wir saßen am Tisch mit den beiden Kindern (3 und 4), der Mutter von Vazgen, Vazgen selbst und seiner Frau Alla. Beide sprechen Englisch und so konnten wir uns gut auch über sprachlich schwierigere Themen wie Angela Merkels Besuch und die neue Regierung Armeniens unterhalten.

Nach dem Frühstück spielten Alla und Vazgen (beide Mitte/Ende 20) Klavier für uns und wir saßen im Hof in der Sonne und tranken Tee. Die beiden hatten uns wirklich aufgenommen und nicht bloß bewirtet und es fiel schwer, zu packen. Doch ich brauchte zuverlässiges Internet, um zu arbeiten und wir hatten schon in 25km Entfernung ein Zimmer mit High Speed Internet reserviert.

Jans Motorrad Oskar ist mit seinen Alukoffern zu breit für Vazgens Hoftor und so lief Jan zu den Nachbarn, um Oskar zu holen. Als Jan eine geschätzte halbe Stunde nicht wieder kam, liefen Vazgen und ich auch zu den Nachbarn. Und da saß Jan, mümmelte fröhlich ofenwarmen Kuchen und trank Kaffee. Er war vom Nachbarn sofort eingeladen worden, mit seinen zwei deutschen Übernachtungsgästen zu frühstücken.

Natürlich musste ich auch Kaffee und Kuchen bekommen und so saßen wir deutschen und die armenischen Dorfnachbarn bei Kaffee und Tee und verbrachten gemütliche Stunden. Die beiden Deutschen waren Ende 50, beide selbstständig (einer auch wie wir mit Firma in Estland) und hatten aus uns völlig verständlichen bürokratischen Gründen voller Frust nach Jahren der Selbstständigkeit Deutschland den Rücken gekehrt. Der eine betrieb sein Einkommen durch die Firma in Estland, der andere hatte seine Firma in Singapur. Beide waren glücklich, mit dem deutschen Bürokratie-Irrsinn und verwirrendem Steuersystem nichts mehr am Hut zu haben. Keiner von uns am Tisch hatte noch einen Wohnsitz in Deutschland und wir alle waren froh, uns auszutauschen.

Als wir uns endlich beim Nachbarn loseisen konnten (der Walnusskuchen war aber auch wirklich herrlich!) fiel der Abschied bei unserer Gastfamilie noch schwerer. Wir hatten sie und sie uns ins Herz geschlossen. Das war eine der kostbaren Erlebnisse, die man geschenkt bekommt, wenn man bei Airbnb die richtige Unterkunft findet. Das bietet kein Hostel, kein Hotel und keine Pension!

25km weiter bezogen wir in Goris unser Hotelzimmer mit schnellem Internet. Mit Arbeiten wurde zunächst nichts, da der Server meines spanischen Auftraggebers down war. Aber so könnt Ihr ein paar (viele) Zeilen von uns lesen und das Armenien-Fotoalbum auf Facebook anschauen, welches zwar noch lange nicht komplett ist, aber bis heute up to date. Für alle, die kein Facebook nutzen möchten, haben wir nun unsere bisherigen Fotoalben auf unsere Website integriert, allerdings in reichlichem Durcheinander und noch ohne Armenien: Fotoseite unserer Website.

Vielleicht machen Euch die Fotos ja Lust, Armenien zu bereisen, bevor es wie Georgien vom Tourismus völlig entdeckt ist? Wie auch in Aserbaidschan ist es hier noch sehr ruhig und entspannt!