Über die Wüste Lut hatte ich als Geowissenschaftlerin schon viel gelesen und gelernt. Das alles „live und in Farbe“ selbst zu sehen, war etwas ganz Besonderes. Und auch Jan, der Wörter wie „Wüstenlack“ erst mit mir kennen lernte, war restlos begeistert.

Wer tief in die Wüste Lut will, kann das nicht alleine und auch nicht ohne spezielle Permits tun. Und dafür haben viele keine Zeit oder verstehen nicht, warum es keinen Sinn macht, mit dem eigenen Reisefahrzeug in die Lut zu fahren. Zugegeben: auch wir haben viele Wochen nachgedacht und geplant, bevor wir die Motorräder in Mahan abstellten, um auf 4×4 Rädern in die Wüste zu fahren. Wir haben einige Angebote von Touranbietern verglichen und dabei gemerkt: richtig tief in die Lut, dorthin, wo man ein Permit braucht, fährt keiner. Wenn Ihr wissen wollt, wo wir genau in der Lut waren: auf unserer Karte “Reiseroute” könnt Ihr weit rein zoomen und dann die einzelnen Koordinaten in der Wüste anklicken. Damit Ihr seht, wie es dort aussieht, habe ich die Koordinaten mit Bildern hinterlegt: Reiseroutenkarte

Über Facebook kam ich in Kontakt mit einem uns über Dritte bekannten Rallyefotografen, der vor ein paar Wochen in der Lut war. Bastian kennt uns zwar nicht persönlich, verstand aber, dass wir wie er Spaß daran haben, mit zwei Rädern durch die Wüste zu düsen und Dünen zu surfen. Und genau er riet uns davon ab. Er war mit einer 690er KTM im Iran und schrieb, schon damit seien die „Monsterdünen“ nur „Kampf“. In der Lut gibt es bis zu 400m hohe Dünen – und die wollten wir sehen. Und wir hatten weder Lust, dort unsere kleinen, alten Motorradmotoren zu „verheizen“, noch wollten wir uns selbst quälen. In ein Auto zu steigen war da ein logischer, wenn auch etwas „unspaßiger“ Kompromiss. Bastian empfahl uns seinen Freund Ali, der nicht nur seit 10 Jahren in die Tiefe der Lut fährt, sondern auch Fahrzeuge am Start hat, die genug Leistung für die „Monsterdünen“ haben.

Für die von uns anvisierte Tour brauchten wir mindestens 2 Fahrzeuge und 3 Mann, um das Permit zu bekommen. So bestand unser Team aus Ali und seinem Toyota Landcruiser, Mohammed und Hund Foxy im Toyota Hilux und Mehdi als dritter Mann. Auf der Anfahrt über den Asphalt kamen wir auch an den „Kaluts“ genannten Felsformationen vorbei, zu denen alle fahren und von denen sie schwärmen. Wir blieben unbeeindruckt und warteten auf die „echte“ Lut.

Wir kreuzten einen Salzwasserfluss, welcher auch im Hochsommer fließt. Ich hatte im Studium gelernt, in der Lut sei der heißeste Ort der Erde. Die höchste dort gemessene Temperatur soll 70 oder 78 Grad sein. Und trotzdem fließt dort noch ein Fluss!

Endlich ging es weg vom Asphalt und eine Piste entlang gen Süden. Und wir litten das Leid, welches nur Endurofahrer kennen, die wissen, wie komfortabel man über solche welligen und steinigen Pisten gleiten kann, wenn man nicht auf 4 Rädern auf einen Sitz geschnallt ist. Zur Mittagspause fuhren wir auf einen ersten, sehr festen Sandhügel. Wir blieben unbeeindruckt, vermissten unsere Motorräder und waren uns sicher: das hätte Kittymobil auch locker geschafft!

Gegen Abend wurde der Sand weicher, die Dünen höher, aber dennoch alles noch vergleichbar mit Wüsten, die wir kannten: die Sahara in Tunesien, Marokko oder Libyen, die Atacama, die Küstenwüste in Peru, die Gobi in der Mongolei oder die Namib. Wir saßen zum Sonnenuntergang auf einer Düne, vermissten unsere Motorräder und waren noch nicht ganz in der Lut angekommen.

Ali wusste das, denn er wusste von Bastian, was ihn beeindruckt hatte und dass wir nicht die klassischen Touristen sind, die wegen einem Sandhaufen schon völlig aus dem Häuschen sind. Am zweiten Tag, versprach er uns, würden wir „Monsterdünen“ sehen, die 300m hohe Wände auftürmen. Um dort hin zu kommen, wollte er nicht wie sonst mit Touristen üblich, durch die weiten Dünenkorridore fahren, sondern den direkten Weg suchen. Das klang vielversprechend!

Ali hatte nicht zu viel versprochen. Schon bald waren wir uns einig: in den Dünen hätten wir die armen Motoren unserer Motorräder sehr quälen müssen – und uns mit, um solche Hänge zu bezwingen. Auch die Autos, beide mit deutlich mehr als 200 Pferden unter der Haube, mussten oft mehrmals ansetzen, um die riesigen Dünen zu bezwingen. Nun verstanden wir, warum man besser nicht mit dem eigenen 4×4 in die Lut fährt. Kann man machen, kommt man aber nicht überall mit hin. Wir fuhren Dünen, wo Ali und Mohammed als erfahrene Fahrer mit extra dafür gebauten Fahrwerken und viel PS schon richtig Mühe hatten. Und genau das war es, was uns Spaß machte. Der Thrill, das Motorengeräusch im Drehzahlbegrenzer, die extremen Steigungen und Gefälle. Und all das im Sand.

Wir sind uns einig: das glaubt uns keiner. Alle 4×4 Fahrer werden sowieso der Meinung sein, dass ihr Fahrzeug, insbesondere mit ihnen selbst am Steuer, auch diese Herausforderung schaffe. Wir sehen vor unserem geistigen Auge verzogene Wohnkabinen und kugelnde Weltreisemobile, die sich die Fahrer extra für das große Abenteuer für teuer Geld angeschafft haben. Wer uns glaubt, dem sei versichert: DAS macht keiner mit dem eigenen Fahrzeug, wenn er noch damit nach Hause oder weiter will. Solche Dünen kann sich keiner vorstellen, der sie nicht gesehen hat. Auch wir dachten, wir wüssten, was große Dünen sind und wir kennen wirklich viele Wüsten dieser Erde…

Na? Wo ist das Auto? Noch Fragen? 🙂

Ich dachte auch, ich wüsste, was ein großer Dünenkessel ist. Aber das, was in der Lut auf uns wartete, lag immer wieder weit entfernt von unserer Vorstellungskraft. Wir arbeiteten uns in einem großen Dünenfeld vor, in dem sich Ali vorsichtig von Dünenkamm zu Dünenkamm vorwärts arbeitete. An einem Dünenhang blieb er hängen. Und was wir dann sahen, war atemberaubend: es ging mindestens 250m fast senkrecht in die Tiefe! Der Dünenkessel war gigantisch, die Wände steil und unberührt. Reinfahren oder es lassen? Natürlich fahren wir da rein!

Ich saß bei Ali auf dem Beifahrersitz und nachdem die Männer etwas Sand unter dem Auto weggeräumt hatten, ließen wir uns in die Tiefe kippen. Das Gefälle war extrem und schien einfach nicht aufzuhören, während sich die Wand des Dünenkessels immer höher vor uns auftürmte. Kaum waren wir in der Talsohle angekommen, gab Ali Gas und quälte den Landcruiser aus allen 270 PS in drei Kehren mit allerletzter Kraft aus dem Kessel wieder hinaus. Erst in den Aufnahmen der Drohne erkennt man, wie groß der Kessel wirklich war. Das hat nichts mit Sahara und anderen Wüsten zu tun, das ist die Lut! Einfach gigantisch!

Jan saß bei Mohammed im Auto und auch sie schafften es nicht beim ersten Versuch über den Kamm. Aus der Ferne der anderen Seite des Kessels konnten Ali und ich sehen, dass es nicht weiter ging, aber nichts für sie tun außer hoffen, dass sie durch den Kessel kommen würden. Sie brauchten drei Versuche, um auf der anderen Seite wieder hoch zu kommen. Natürlich hätten wir vor dem Kessel auch umdrehen können. Aber dann wäre uns wirklich das beste Erlebnis der 5 Tage Lut entgangen. Genau wegen solcher Dünen waren wir da! Genau das wollten wir erleben! Und genau das wird uns sowieso keiner glauben…

Wir bauten unser Nachtlager in einem kleineren Dünenkessel auf und saßen, wie üblich, am Lagerfeuer, denn nach Sonnenuntergang wurde es empfindlich kalt. Nachts vergruben wir uns tief in unsere Schlafsäcke und unter unsere Daunendecke und genossen die Stille, die es nur in der Wüste gibt. Dort ist es so still, dass das Flügelschlagen eines Vogels schon fast Lärm ist, dass man das eigene Blut in den Ohren rauschen hört…

Flügelschlagen eines Vogels? In der Wüste? In der Wüste Lut, dem angeblich lebensfeindlichsten, heißesten Ort der Erde? Ja! Denn was man mir im Studium beigebracht hat, stimmt nicht. Ja, in der Lut wurde die heißeste Temperatur auf der Erde gemessen. Aber: diese Messung fand auf einem schwarzen Basaltberg statt und nur dort, sehr isoliert, gibt es diese extremen Temperaturen. Und lebensfeindlich ist in der Lut wahrscheinlich nur dieser Basaltberg. Überall sahen wir Spuren im Sand von Insekten und Vögeln, fast überall wachsen Pflanzen. Nicht anders als in jeder anderen Wüste auch!

Und auch abgesehen von Flora und Fauna lebt es ganz gewaltig in der Wüste Lut! In den Dünenkorridoren sahen wir oft und viele Reifenspuren. Manchmal von Motorrädern, manchmal von Autos. Motorradtouristen? Einzelreisende? Nein: Opiumschmuggler! Pakistan ist nah und die Wüste Lut groß, das Geschäft mit den Drogen noch viel größer. Überall in der Lut verteilt stehen Metallfässer mit Sprit und blaue Wassertonnen herum, die den Schmugglern, hier „Exporter“ genannt, als „Tank und Rast“ in der Wüste dienen. Gefahren wird nachts auf immer anderen Strecken. Dass die Opiumschmuggler nicht zimperlich sind, musste Ali vor 4 Jahren erleben, als er von „Exportern“ beschossen wurde, weil er eine iranische Flagge am Auto hatte, weswegen er mit der Polizei verwechselt wurde. Und die Flagge hatte er nur deshalb aufgeklebt, weil er kurz davor von einem Militärhubschrauber aus als vermeintlicher Schmuggler gestellt worden war.

(sucht das Auto, sucht! :-))

Auch das Militär bringt Leben in die Wüste, in der es irgendwo, eine „strategische Anlage“ geben soll. Deswegen und wegen den Opiumschmugglern ist das Permit nötig. Das Militär muss genau wissen, wer sich wann und wo in der Lut aufhält, um Fahrzeugbewegungen eindeutig zuordnen zu können. Und wer glaubt, man sei in der so großen Wüste „unsichtbar“, dem sei versichert: nur wenn man selbst niemanden sieht, bedeutet das nicht, dass man nicht selbst gesehen wird! Es dauerte beispielsweise am 4. Tag keine 5km nach Verlassen der Lut, bis uns die Militärpolizei anhielt, um das Permit zu überprüfen und nach dem zweiten Fahrzeug zu fragen. Mit dem eigenen Fahrzeug und ohne Permit in die Lut zu fahren ist also schlichtweg dumm.

Am Morgen des dritten Tages verließen wir die Monsterdünen und fuhren auf einen flachen Bergrücken, von dem aus man das „Auge der Lut“ gut sehen kann. Das „Auge der Lut“ ist ein augenförmiger Salzsee, der dort immer, auch im Sommer, vom am ersten Tag besuchten Salzfluss gespeist wird. Mysteriös, oder? Und das in der angeblich so heißen, lebensfeindlichen Wüste Lut!

In den sogenannten „Star dunes“ machten wir Mittagspause. Die sternförmigen Dünenformationen erkennt man zwar nur aus der Luft, aber trotzdem war es schön dort, auf die messerscharfen Dünenrücken zu klettern, in die Ebene zu schauen und dort Mittagspause zu machen. Nur die Motorräder fehlten uns jetzt doch wieder.

Auf der Anfahrt zur Lut hatten wir ja schon Kaluts gesehen: Erosionsformen aus Kalksandstein, die uns nicht (gar nicht) beeindruckt hatten. Aber was wir dann, 80km weiter östlich sahen, war doch spektakulär: Felsen, die aussehen wie ein U-Boot, ein Tempel, eine Burg, ein Turm,… jeder Fels anders und riesig! Die Kaluts erstrecken sich auf einer riesigen Fläche von 75x150km und gefielen mir in ihrer südöstlichen Region besonders gut.

Auf Facebook hatte ich schon Fotos vom „Snake Tongue Canyon“ gesehen: ein tiefer, sehr schmaler Canyon, der sich nach etwa 3km in zwei „Arme“ aufteilt und daher aus der Luft wie eine Schlangenzunge aussieht. Nachdem wir ein paar Steine aus dem Weg geräumt hatten, fuhren wir bis kurz vor die Gabelung und liefen noch ein Stück hinein. Es war so still, dass man das Knistern der Felswände hören konnte, in denen sich das Gestein im Sonnenlicht ausdehnte.

Unser Nachtlager schlugen wir mitten in den Kaluts auf. Ali schlug vor, noch einen weiteren Tag in der Lut zu bleiben. Anfänglich war er von uns zwar als Driverguide gebucht worden, doch hatten wir uns angefreundet und wirklich Spaß miteinander. Ali konnte mit uns neue Strecken erkunden, wusste, dass wir genauso gerne Neues entdecken wie er und keine Angst vor hohen offroad Geschwindigkeiten, extrem steilen Dünen und noch mehr Tagen in der Wüste haben. Mohammed und Mehdi, die nicht mehr als 4 Tage Zeit hatten, sollten Alis Permit verlängern und uns den 5. Tag in der Lut legalisieren.

Nach dem Frühstück verließen uns die beiden im Hilux, wir fuhren in Entdeckerlaune zu dritt herum und entdeckten dabei einen weiteren Canyon, der dem Schlangenzungencanyon ähnlich war, wenn auch kleiner. Diese Canyons werden erst kurz vor der Abbruchkante sichtbar, sodass man nur auf den wenigen Pisten oder im Sand in hohem Tempo unterwegs sein sollte.

Wir lernten, dass wir Europäer in unsere Sprachen arabische Wörter für Landschaftsformen der Wüste nutzen. Wahrscheinlich, weil von Europa aus die nächstgelegene Wüste, die Sahara, arabischsprachig ist. Egal, ob wir Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch sprechen, die Wörter „Erg“ (großes Dünenfeld), „Hamada“ (flache Schotterebene), „Oued“ (zeitweise wasserführendes, trocken gefallenes Flussbett) oder „Fesh-Fesh“ (mehlähnlicher Sand, der einen ansaugt und fast verschlingt), versteht im Iran niemand. Wir lernten neue Wörter und übersetzten arabisch – persisch „Hamada“ heißt „Dasht“.

Mitten im Nichts der „Dasht“ machten wir unter spektakulärem Himmel Mittagsrast, bevor es ein paar Kilometer auf Asphalt ging, um zum westlichen Teil der Kaluts zu kommen, wo uns Ali seinen Lieblings-Übernachtungsplatz und noch mehr beeindruckende Landschaft zeigen wollte. Und wie bereits erwähnt, hielt uns, kaum dass wir auf der Straße waren, die Militärpolizei an. Nicht ungewöhnlich, fand Ali, schließlich wissen die immer genau, wer wo in der Lut ist. Nicht schlimm, denn Mohammed hatte unser Permit ordnungsgemäß verlängert. Jan und ich waren nicht zum ersten Mal auf der Tour mehr als sicher, mit einer offiziellen Tour statt einer „Selbstläufer-Aktion“ alles richtig gemacht zu haben.

An den „Touristen-Kaluts“ fuhren wir wieder in die Lut hinein. Immer tiefer tauchten wir in das Labyrinth der Kaluts ein, deren Täler oft Sackgassen sind, weswegen wir mit Luftbildern und GPS versuchten, neue Wege zu erkunden. Nicht immer klappt das, aber immer macht es Spaß, eine neue Spur in die unberührte Wüste zu ziehen. Noch mehr Spaß würde das natürlich mit dem Motorrad machen…

Viele Strecken bestanden aus einem Untergrund, welcher aussah wie gefrorene Wellen auf dem Meer. Entweder schaukelt man da von Wellental zu Wellental im Kriechgang, oder man gibt Gas und fliegt darüber, sodass es sich eher anfühlt wie Waschbrett, als wie gefrorene Wellen. „Waschbrett“ als Fahrbahnuntergrund heißt hier übrigens „bale-bale“, was soviel bedeutet wie „ja-ja“, weil man automatisch nickt, wenn man darüberfährt.

Bei den letzten Kilometern des „Extrem-Waschbretts“ rappelte sich unterm Auto eine Auspuffhalterung ab, wodurch der dann unbefestigte Auspuff auseinander brach und einen Höllenlärm veranstaltete. Wir hatten noch 7 vorsichtige Kilometer bis zur Koordinate des Übernachtungsplatzes, bei dem die zwei Männer sofort unter dem Auto verschwanden, und aus Bindedraht eine provisorische Auspuffhalterung bauten.

Alis liebster Übernachtungsplatz war wirklich schön und er hatte dort von seinem letzten Besuch im Frühjahr auch noch etwas Feuerholz liegen, sodass wir ein letztes Mal am Lagerfeuer zusammensitzen konnten. Es war unsere vierte und letzte Nacht „draußen“, jedoch nur 7km Luftlinie von der Straße entfernt, sodass man nachts ganz ungewohnt die Autogeräusche hören konnte.

Der fünfte Tag sollte eigentlich nur „Heimfahrt“ sein, doch Ali hatte trotz Höllenlärm des Auspuffs weiterhin Lust, neue Wege zu erkunden. Für die 23km bis zum Asphalt brauchten wir über 2 Stunden, da nicht jeder „Weg“ zum Ziel führte und der Untergrund mit dem Auto einfach oft nur Schrittgeschwindigkeit erlaubte. Da hat man es als Motorradfahrer viel leichter! Kaum hatten wir Asphalt unter den Rädern, wurde Ali von der Polizei angehalten. Der Auspuff sei zu laut und er sei 20m gegen die Fahrtrichtung in die Tankstelle gefahren. Der Polizei war es egal, dass Ali erklärte, dass es in der Lut keine Autowerkstatt gibt und es war klar, dass nur sein Kennzeichen aus Teheran der Grund war, warum er umgerechnet 9€ Strafe zahlen musste. Ziemlich deutsch, die Polizei dort!

Die Stunde der Trennung nahte, doch Ali wollte uns noch einen unter UNESCO Weltkulturerbeschutz stehenden persischen Garten zeigen, der nicht weit weg von unserer Unterkunft in Mahan war. Dort gab es ein gutes Restaurant, in das er uns einlud. Es war klar: wir mochten uns und er hatte keine Lust, mit dem lärmenden Auspuff eine Werkstatt zu suchen, die ihn vor einer weiteren Strafe auf dem Rückweg nach Teheran bewahrt…

Am Nachmittag trennten wir uns dann doch nach 5 schönen Tagen und in unserem Guesthouse wanderten wir zunächst unter die Dusche und unsere Klamotten anschließend in die Waschmaschine. Unsere Gastgeber, die uns zu ihren ersten Gästen überhaupt – und dann auch noch Ausländer – zählten, verwöhnten uns mit leckerstem Essen, welches uns liebevoll dekoriert serviert wurde.

Die 5 Tage in der Lut waren unser ganz persönliches Weihnachtsgeschenk an uns selbst. Der Ausflug war nicht billig. Auch, wenn Ali uns einen fünften Tag spontan geschenkt hat. Aber die Lut war jeden einzelnen Cent wert. Natürlich haben wir sehr oft unsere Motorräder vermisst und sind immer noch keine Freunde von 4×4 Reisen, da Motorräder einfach mehr Komfort bieten. Trotzdem war die Entscheidung, es auf 4 Rädern zu machen, völlig richtig. Denn für 5 Tage für 2 Motorräder auch noch Benzin zu transportieren, hätte ein weiteres Begleitfahrzeug nötig gemacht. Wir hätten in den Monsterdünen nicht nur unsere Motoren, sondern auch uns „gegrillt“.

Wir haben uns für diese Reise, diesen Lebensabschnitt vorgenommen, nie wieder den Fehler zu machen, gewisse Dinge nicht zu tun, weil sie “zu teuer” sind. Unsere Erfahrung hat gezeigt: billiger wird es niemals und ob es eine zweite Chance geben wird? Hebe nichts „Besonderes“ für „besondere Gelegenheiten“ oder „später“ auf, denn jetzt, hier und heute am Leben zu sein ist schon besonders genug und manchmal ist „später“ auch einfach „nie“…

In diesem Sinne… WIR WÜNSCHEN EUCH FROHE WEIHNACHTEN UND ERHOLSAME FEIERTAGE!